| Bundesland | Rheinland-Pfalz |
|---|---|
| Verwaltungssitz | Neuwied |
| Kreisschlüssel | 07138 |
| Gliederung | 62 |
| Adresse | {{nowrap|Wilhelm-Leuschner-Straße 9}}, 56564 Neuwied |
| Website | www.kreis-neuwied.de |
| Landrat | Achim Hallerbach |
| Partei | CDU |
Der Landkreis Neuwied (von 1935 bis 1938: Rhein-Wied-Kreis) ist eine Gebietskörperschaft im Norden von Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung und zugleich bevölkerungsreichste Stadt ist das gleichnamige Neuwied. Das Kreisgebiet liegt entlang des Mittelrheins zwischen den Toren von Bonn im Norden und jenen von Koblenz im Süden. Mit etwa 300 Einwohnern je Quadratkilometer weist der Kreis Neuwied die dritthöchste Bevölkerungsdichte aller Landkreise in Rheinland-Pfalz auf.
Der Landkreis Neuwied erstreckt sich entlang des Rheins in Richtung Nordosten. Der Rhein ist über 40 km die südwestliche Grenze. Der Landkreis hat überwiegend Anteil am Westerwald (Naturpark Rhein-Westerwald). Größter Fluss neben dem Rhein ist die Wied, die das Kreisgebiet von Nord nach Süd durchquert.
Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Rhein-Sieg-Kreis (in Nordrhein-Westfalen) sowie an die Landkreise Altenkirchen (Westerwald), Westerwaldkreis, Mayen-Koblenz und Ahrweiler (alle in Rheinland-Pfalz).
Das Gebiet des heutigen Landkreises Neuwied war vor 1803 überwiegend Teil der Kurfürstentümer von Trier und Köln sowie der Grafschaft Wied. 1806 gehörte das gesamte heutige Kreisgebiet zum Herzogtum Nassau. Nach dem Wiener Kongress kam das Gebiet 1815 zum Königreich Preußen. 1816 wurde der Landkreis Neuwied innerhalb der Provinz Großherzogtum Niederrhein (ab 1822 Rheinprovinz) gebildet und gehörte zum Regierungsbezirk Koblenz.
Unter der preußischen Verwaltung wurde der Kreis in Bürgermeistereien eingeteilt. 1817 umfasste der Kreis Neuwied die Bürgermeistereien Altenwied, Anhausen, Asbach, Dierdorf, Heddesdorf, Neuerburg, Neustadt, Neuwied, Niederwambach und Puderbach. Der ebenfalls 1816 gebildete Kreis Linz wurde 1822 aufgelöst und die Bürgermeistereien Leutesdorf, Linz und Unkel in den Kreis Neuwied eingegliedert. Gleichzeitig wurde die Bürgermeisterei Engers aus dem Kreis Koblenz dem Kreis Neuwied zugeordnet. Die Bürgermeisterei Altenwied wurde 1823 aufgelöst und die Gemeinden auf die Bürgermeistereien Asbach und Neustadt aufgeteilt. Die Bürgermeistereien wurden 1927 in Ämter umbenannt und bestanden bis 1968. Aus ihnen entstanden die Verbandsgemeinden.
Die Bezeichnung Kreis Neuwied wurde 1935 in Rhein-Wied-Kreis und 1938 in Landkreis Neuwied geändert. 1946 wurde der Landkreis Neuwied Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz, umgangssprachlich ist auch heute noch die Bezeichnung Kreis Neuwied häufig im Gebrauch. Am 7. November 1970 erhielt der Landkreis die Gemeinde Marienhausen vom Unterwesterwaldkreis und den Ortsteil Heckenhahn der Gemeinde Rott vom Landkreis Altenkirchen (Westerwald).
Gemäß dem Zensus 2022 waren 35,9 % der Einwohner katholisch, 21,6 % evangelisch, und 42,6 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Mai 2026 hatten 31,2 % der Einwohner die katholische Konfession und 18,6 % die evangelische. 50,2 % gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an, waren konfessionslos oder hatten keine Angaben gemacht.
| Jahr | Einwohner | Quelle |
|---|---|---|
| 1816 | 38.175 | |
| 1838 | 54.342 | |
| 1871 | 68.194 | |
| 1885 | 74.620 | |
| 1900 | 82.838 | |
| 1910 | 92.793 | |
| 1925 | 100.116 | |
| 1939 | 109.027 | |
| 1950 | 120.874 | |
| 1960 | 133.000 | |
| 1970 | 148.200 | |
| 1980 | 154.300 | |
| 1990 | 163.000 | |
| 2000 | 184.300 | |
| 2010 | 180.995 | |
| 2020 | 188.851 |
Der Kreistag des Landkreises Neuwied besteht aus 50 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem. Nach der letzten Kreistagswahl am 9. Juni 2024 ergibt sich folgende Sitzverteilung:
| Jahr || style="width:4em;"| SPD || style="width:4em;"| CDU || style="width:4em;"| Grüne || style="width:4em;"| AfD || style="width:4em;"| FDP || style="width:4em;"| FW || style="width:4em;"| Linke || style="width:4em;"| BSW || style="width:4em;"| Ich tu’s || style="width:5em;"| Gesamt | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2024 | 10 | 17 | 5 | 7 | 2 | 4 | 1 | 3 | 1 | 50 Sitze |
| 2019 | 12 | 17 | 8 | 4 | 3 | 4 | 2 | — | — | 50 Sitze |
| 2014 | 15 | 21 | 4 | 3 | 2 | 3 | 2 | — | — | 50 Sitze |
| 2009 | 17 | 20 | 3 | — | 4 | 4 | 2 | — | — | 50 Sitze |
| 2004 | 15 | 25 | 3 | — | 3 | 4 | — | — | — | 50 Sitze |
| 1999 | 19 | 24 | 2 | — | 2 | 3 | — | — | — | 50 Sitze |
Aufgrund der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die in der Grafik dargestellten prozentualen Stimmanteile als „gewichtete Ergebnisse“ ausgewiesen, welche das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben können.
Achim Hallerbach (CDU) wurde am 1. Januar 2018 Landrat des Landkreises Neuwied. Bei der Direktwahl am 24. September 2017 hatte er sich mit 52,84 % der abgegebenen Stimmen gegen Michael Mahlert (SPD) durchgesetzt. Bei der Direktwahl am 6. April 2025 wurde er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 86,5 % für eine zweite achtjährige Wahlperiode in seinem Amt bestätigt.
Der Landkreis Neuwied unterhält mit dem Landkreis Namysłów in der Woiwodschaft Oppeln (Polen) seit dem Jahr 2000 eine Kommunalpartnerschaft.
Der Landkreis Neuwied führt ein Wappen, eine Hissflagge und ein Banner.
Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Neuwied Platz 230 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“. In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 261 von 401, in der Ausgabe 2025 auf Platz 242 von 400.
Am rechten Rheinufer entlang zieht sich seit 1869 die Strecke Köln–Neuwied–Vallendar–Koblenz der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft. Die direkte Linie Neuwied–Koblenz wurde durch die Preußische Staatsbahn erst 1918 in Betrieb genommen. Im folgenden Jahr wurde auch die Rheinüberquerung bei Remagen vollendet. In den Westerwald hinauf führten Nebenbahnen seit 1884 von Engers über Siershahn–Dierdorf nach Altenkirchen sowie seit 1912 von Linz über Neustadt (Wied) nach Flammersfeld. Die Nordspitze des Kreises um Asbach und Buchholz erhielt 1892 durch die Brölthaler Eisenbahn AG eine schmalspurige Verbindung nach Hennef. Außerdem gab es reine Güterbahnen in Neuwied und Bad Hönningen.
Der Personenverkehr wurde auf Strecken von 59 km Länge eingestellt. Es verblieb nur die rechtsrheinische Hauptbahn mit einer Verzweigung (45 km). Dem Nahverkehr in der Kreisstadt Neuwied und ihren Vororten diente ab 1901 ein 20 km langes elektrisches Straßenbahnnetz, das der Kreis in eigener Regie betrieb. Es wurde 1949/1950 auf Obusverkehr, später auf Omnibuslinien umgestellt.
Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 3 (Köln–Frankfurt am Main). Ferner durchziehen mehrere Bundesstraßen, Land- und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 42 (Koblenz–Bonn), die B 256 und die B 413.
Der Landkreis Neuwied umfasst 62 Gemeinden. 61 von ihnen sind Ortsgemeinden. Diese gehören sieben Verbandsgemeinden an, eine Stadt ist verbandsfrei und gehört somit keiner Verbandsgemeinde an. Die größte Stadt ist Neuwied mit Einwohnern, die kleinste Ortsgemeinde ist Ratzert mit Einwohnern. Im Folgenden sind die Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Ortsgemeinden und Einwohnerzahlen am aufgelistet. Die Verwaltungssitze der Verbandsgemeinden sind mit einem Stern (*) markiert.
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Die folgenden Gemeinden des Landkreises verloren bis heute ihre Eigenständigkeit:
Mehrere Gemeinden wurden umbenannt:
Siehe auch
Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen NR (Ableitung von Neuwied am Rhein) zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.
Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis_Neuwied.
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