| Bundesland | Niedersachsen |
| Höhe | 43 m |
| PLZ | 31515 |
| Vorwahl | 05031, 05033 |
| Gliederung | 13 Stadtteile |
| Website | www.wunstorf.de |
| Bürgermeister | Carsten Piellusch (SPD) |
Wunstorf ist eine Mittelstadt und selbständige Gemeinde in der Region Hannover in Niedersachsen am Steinhuder Meer, die im äußersten Norden des Calenberger Landes liegt. In Wunstorf befindet sich mit der KRH Psychiatrie Wunstorf des Klinikums Region Hannover eine große psychiatrische Klinik. Der Fliegerhorst Wunstorf mit dem Lufttransportgeschwader 62 liegt in der Gemarkung des Ortsteils Klein Heidorn.
Zum Stadtgebiet von Wunstorf gehören die Ortschaften Blumenau (mit Liethe), Bokeloh, Großenheidorn, Klein Heidorn, Idensen (mit Idensermoor und Niengraben), Kolenfeld, Luthe, Mesmerode, Steinhude und Wunstorf.
Die Westaue, die wenige Kilometer nordöstlich bei Bordenau in die Leine mündet, durchfließt die Stadt von West nach Ost.
Im Westen liegt der Naturpark Steinhuder Meer.
Der altsteinzeitliche Fundplatz am Hohenholz liegt bei Wunstorf.
Der Name der Stadt leitet sich von der frühen Dorfsiedlung „Wonherestorpe“ (um 700) ab. Das Kloster „Vuonherestorp“ stellte Ludwig der Deutsche am 14. Oktober 871 unter Königschutz, indem der König das von Bischof Theoderich von Minden mit seiner Zustimmung gegründete Kanonissenstift in Wunstorf die Immunitätsrechten verlieh. Die Stiftskirche wurde im Jahr 1010 durch Blitzschlag zerstört, 1181 wurde „Wunstorf“ als „civitas“ erwähnt; ein Graf von Wunstorf wurde erstmals 1235 in einer Urkunde erwähnt.
1228 wird erstmals eine Burg in Wunstorf erwähnt. Sie wurde vom Bischof von Minden und dem Grafen von Roden an einem ehemals befestigten Platz errichtet, den ihnen das Stift Wunstorf überlassen hatte. Außerhalb der Stadt lag in der Niederung der Westaue die hochmittelalterliche Spreensburg, bei der eine Identität mit der in den Quellen genannten Burg umstritten ist.
Im Jahr 1261 erhielten die Einwohner vom Mindener Bischof „für Treue und Gehorsam“ das Recht der Stadt Minden. Im Mittelalter besaßen dann die Grafen von Roden in Wunstorf die Vogteirechte.
Im Jahr 1446 verkauften die Grafen von Wunstorf ihre Grafschaft an den Bischof von Hildesheim. Im Jahr 1570 steckten Ortjes Dove und seine Helfer ihre Stadt an zahlreichen Stellen gleichzeitig an. Von 700 Gebäuden blieben nur 208 verschont. Im Jahr 1624 plünderte das von Johann T’Serclaes von Tilly geführte Heer die Stadt. Ein Dragoner-Regiment des Prince of Wales machte die Stadt 1788 zur Garnisonsstadt. Vom Sommer 1803 bis Oktober 1805 nahmen französische Truppen in der Stadt Quartier. Danach marschierten Preußen, Schweden, Engländer und Franzosen nacheinander ein. Bis 1813 erfolgte die kommunale Verwaltung durch einen Maire. Danach rückten für zwei Jahre russische Truppen ein. Für die Jahre 1816 bis 1874 wurde Wunstorf Standort für die reitende Artillerie der neuen hannoverschen Armee.
Im Jahr 1847 wurde der Bahnhof Wunstorf als Inselbahnhof errichtet und damit Wunstorf zum Eisenbahnknoten der Bahnstrecken Hannover–Minden und Wunstorf–Bremen.
Am 31. Januar 1874 wurde das Gebäude des heutigen Hölty-Gymnasiums als Lehrerseminar eingeweiht.
Im Jahr 1880 richtete die Hannoversche Provinzialverwaltung in den freigewordenen Garnisonsgebäuden an der Südstraße eine „Korrektionsanstalt“ ein und gliederte 1883 eine Landarmenanstalt an. Ab 1885 baute die Provinz für die wachsende Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Wunstorf zahlreiche das Stadtbild prägende Gebäude.
Im November 1922 kam es wegen steigender Preise zu Unruhen, gewaltsamen Eindringen ins Rathaus und lynchartigen Zuständen auf dem Ferkelmarkt.
Die nationalsozialistische Herrschaft in Wunstorf begann äußerlich am 2. Februar 1933 mit einem Fackelzug von SA, SS und Stahlhelm vom Bahnhofshotel Friese als Triumphzug zum Rathaus. Am 3. März wurden führende Funktionäre der Wunstorfer KPD verhaftet und vorübergehend ins KZ eingewiesen. Bei der Amtseinführung der neuen NS-Bürgervorsteher dominierten Braunhemden den Sitzungssaal im Rathaus. Anwesende, die sich beim „Heil auf das Deutsche Vaterland“ und dem Deutschland-Lied nicht erhoben hatten, wurden anschließend verhaftet. Am 10. April berichtete der Herausgeber und Hauptschriftleiter der Wunstorfer Zeitung Theo Oppermann in der Zeitung über diese Maßnahme, mit der er konform ging. Am 20. April erschien, das Titelblatt der Zeitung ausfüllend, ein Hitler-Bild (Linolschnitt von Oppermann), untertitelt mit "Unser Hitler!". Auch weiterhin verbreitete Oppermann nationalsozialistische Ideologie und Juden-Hetze in Wunstorf bis zum Kriegsende. Am 4. Mai wurde die Südstraße in Adolf Hitler-Straße umbenannt, die Nordstraße in Göringstraße, die Bahnhofstraße in Hindenburgstraße.
Bei den Kommunalwahlen in Preußen am 12. März errang im Wunstorfer Bürgervorsteherkollegium an Mandaten
Senator Paul Meier (SPD) beging drei Tage nach der Wahl Suizid. Den Platz im Kirchenvorstand übernahm der NSDAP-Ortsgruppenleiter, Rudolf Warme. Auf Meiers Stelle an der Wunstorfer Scharnhorstschule kam Otto Krawehl, der kurz zuvor nach Wunstorf gezogen und seit Dezember 1932 in der NSDAP war.
Nach dem Reichstagsbrand wurden im Rahmen der bundesweiten Verhaftungswelle am 3. März laut der Wunstorfer Zeitung acht KPD-Funktionäre wegen hochverräterischer Handlungen ins KZ Moringen eingeliefert, einige später ins KZ Oranienburg weiter geleitet. Sie standen auf der KPD-Liste zur Kommunalwahl am 12. März. Die Festgenommenen blieben bis zu eineinhalb Jahren in Haft. August Witte, einer der Festgenommener starb im KZ Moringen an Prügelstrafen. Ab Juni 1933 verbot das Gesetz gegen die Neubildung von Parteien alle Parteien außer der NSDAP. Die SPD-Mitglieder wurden von den Sitzungen der Gemeindevertretungen ausgeschlossen. Die ehemaligen Wunstorfer SPD-Funktionäre Georg Huelke, Otto Jarneik, Ernst Passier und Heinrich Lohmann mussten sich täglich bei der Wunstorfer Polizei melden. In ihren Ortsvereinen wurden Karteien und Dokumente verbrannt. Der Mesmeroder Gemeinderat Wilhelm Kräft kam in ein Umerziehungslager; er kehrte nie zurück. Am 31. August verfügte der Landrat die Auflösung des alten Wunstorfer Jägercorps mit der Begründung, dass Kommunisten eingetreten wären und bei Übungsabenden der Spielleute kommunistische Kampflieder gespielt worden seien. Der Vorstand protestierte, man habe Will Weiland sofort wegen seiner kommunistischen Vergangenheit ausgeschlossen. Der Magistrat der Stadt stimmte der Auflösung zu. Die Mitglieder seien mehr oder weniger links eingestellt gewesen und der Verein "national unzuverlässig". Der Wunstorfer Bürgermeister Hans Mentzel war Mitglied in mehreren NS-Unterorganisationen und zeigte eine klare antikommunistische Einstellung. Mentzel wurde Syndikus eines Industrieunternehmens, Leiter der Heil- und Pflegeanstalt in Schönebeck und kehrte 1954 nach Wunstorf zurück, wo er drei Jahre später starb.
Am 25. Juni 1933 wurde das neue Freibad mit 50-Meter-Bahn und 5-Meter-Turm sowie Kleinkinder- und Nichtschwimmerbecken von Bürgermeister Mentzel eingeweiht. Es ersetzte das Auebad, wurde mit Auewasser und bei Bedarf mit Frischwasser aus dem Trinkwassernetz gespeist. Der Oberpräsident der Provinz Hannover, Viktor Lutze, wünschte der neuen Anlage, „daß sie Volksgenossen heranziehe stahlhart im Körper, stahlhart im Willen“.
In der Feldstraße wurde in 1933 ein Reichsarbeitsdienst-Lager errichtet. Der Siedlungs- und Wohnungsbau an der Neustädter Straße und der Blumenauer Straße wurde fortgeführt. Die Eisenbahnwaggonkolonie an der Neustädter Straße wurde 1937 aufgelöst und die Bewohner in „Volkswohnungen“ in der Kleinen Südheide untergebracht.
In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannte die Synagoge in der Küsterstraße. Weil im Obergeschoss eine nichtjüdische Familie wohnte, wurde der Brand umgehend gelöscht. Alle erwachsenen jüdischen Einwohner wurden in den Rathauskeller gesperrt, acht von ihnen wurden in das KZ Buchenwald gebracht.
Ab Frühjahr 1934 war unter Geheimhaltung der Fliegerhorst Wunstorf errichtet worden. Mit einer Parade am 2. April 1936 präsentierte sich die Stadt als Garnison; der Fliegerhorst wurde seiner Bestimmung übergeben. Ab März 1936 war hier das Jagdgeschwader 2 „Boelcke“ stationiert. Andere Kampfeinheiten folgten. Ein Gelände bei Luttmersen wurde für Übungsflüge mit der Ju 52 genutzt. Dabei wurden auch das Ausfahren der Beobachtergondel und Abwürfe von Gipsbomben geübt.
Der Fliegerhorst wurde unter strenger Geheimhaltung zu einer der Aufstellungs- und Unterstützungsbasen der Legion Condor. Ab August 1936 wurden drei Flugzeugbesatzungen als „Zivilisten“ in Spanien eingesetzt, um Franco-Truppen von Marokko nach Spanien zu fliegen. An der Bombardierung von Guernica waren drei Besatzungen mit je vier Mann beteiligt.
Gegen Ende des Krieges wurde Wunstorf wiederholt aus Bordwaffen alliierter Jagdflugzeuge beschossen.
Bürgermeister wurde im April 1939 der 1934 zum Ortsgruppenleiter der NSDAP aufgestiegene Scharnhorst-Schullehrer und Mitglied der SA Otto Krawehl. Als überzeugter Nationalsozialist war er 1932 in die Partei eingetreten.
Die Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Wunstorf schickte im Herbst 1940 psychisch Kranke im Rahmen der Aktion T4 in die Tötungsanstalten. Jüdische Patienten wurden im Herbst 1940 nach Wunstorf gebracht und am 27. September am Bahnhof verladen. Sie wurden angeblich in die nicht existente "Irrenanstalt Cholm" transportiert. Tatsächlich wurden sie im KZ Brandenburg vergast. Den Angehörigen wurden die Pflegekosten weiter berechnet, bis Monate später ihnen der angeblich natürliche Tod mitgeteilt wurde. Am 15. Dezember 1941 wurden die ersten Wunstorfer Juden zusammen mit 1000 anderen Juden aus Nordwestdeutschland nach Riga deportiert. In der dortigen Kälte blieben sie zwei Wochen ohne mit Nahrungsmitteln versorgt zu werden. Drei der Wunstorfer Juden starben hier, die weiteren in den folgenden Kriegsjahren.
Die NS-Ortsgruppe richtete 1942 einen weihnachtlichen Feldpostbrief an die Wunstorfer Soldaten. Darin gaben der Bürgermeister Krawehl und der Stadtobersekretär Krull bekannt, Wunstorf sei seit dem Juli "frei von Juden".
Franz Balzer, der die letzten fünf Wunstorfer Juden nach Ahlem ins Sammellager fahren musste, beschwerte sich über deren schlechte Behandlung; im wurde eine Verhaftung angedroht. Die Ärzte Wilhelm Timmermann und sein Sohn Günther behandelten Juden.
Am 24. November 1939 traf die Stadt Wunstorf mit einigen Arbeitgebern eine Regelung zur Einrichtung eines Kriegsgefangenenlagers in der Scheune der Witwe Jahns. Die Stadt ließ die Scheune herrichten, für Mobiliar und Verpflegung hatten die Arbeitgeber zu sorgen. Für französische Kriegsgefangene wurde in der Haster Straße in der ehemaligen Lohmühle ein Lager eingerichtet. Auch im ehemaligen Lager des Reichsarbeitsdienstes an der Feldstraße wurden zahlreiche Kriegsgefangene aus besetzten Ländern untergebracht. Nach dem Sturz Mussolinis wurden zahlreiche Italiener im Portland-Cementwerk und im Fulguritwerk eingesetzt und untergebracht. In der Solo-Feinfrost arbeiteten 1941/42 etwa 40 Frauen aus den Niederlanden und Kroatien; in 1943 bis 1945 waren es 20 bis 30 Ukrainerinnen. Eine Gruppe russischer Kriegsgefangener starb im Juni 1945 an einer Alkoholvergiftung. Ihre Gräber werden von der Stadt als Ehrengräber unterhalten. Bestattete Franzosen wurden nach dem Krieg in ihre Heimat umgebettet.
Am 7. April 1945 marschierten britische Einheiten ein. Die Royal Air Force betrieb den Fliegerhorst weiter als Militärflugplatz.
Am 4. Januar 1943 übersah der Lokomotivführer des SFR 2304 vor Wunstorf bei starkem Schneegestöber ein „Halt“ zeigendes Signal und fuhr auf den D 8 auf. 25 Menschen starben, 169 weitere wurden verletzt.
Am 13. September 1946 wurde der erste Nachkriegs-Stadtrat gewählt: Die 19 Sitze verteilten sich auf SPD, NLP (später DP), CDU, KPD, FDP und Unabhängige.
1952 wurde die frühere Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Wunstorf in ein Landeskrankenhaus (LKH) umgewandelt. Hans Heinze Senior, ehemaliger T4-Gutachter, wurde im April 1954 nach seiner erfolgreichen Klage zum Leiter der Jugendpsychiatrischen Klinik beim Landeskrankenhaus Wunstorf bestellt. Er führte Arzneimittelstudien an Kindern durch. Ab 1961 bis 1975 arbeite auch sein Sohn, Hans Heinze Junior, in dieser Psychiatrie und führte Medikamentenversuche an Kindern durch.
Unter dem Direktoriat von Asmus Finzen wurde das LKH 1976 ein Ausgangspunkt der Psychiatriereform. Andreas Spengler baute von hier aus in den Jahren 1988 bis 2008 das Versorgungsangebot der Institutsambulanz auf. Das Krankenhaus ging 2007 in den Besitz der Region Hannover über.
Der hannoversche Bankier Sigmund Meyer gründete die „Wunstorfer Portland-Cementfabrik A. G.“. In 1889 oder 1896 folgte der Aufbau der großen Genossenschaftsmolkerei in der Hindenburgstraße. 1898 war der Baubeginn des städtischen Elektrizitätswerkes.
Im Juni 1946 trafen große Transporte mit Vertriebenen von Uelzen, dem britischen Aufnahmelager her ein. Die Flüchtlinge wurden in Schulen in Massenlagern untergebracht, die Behelfssiedlung Friedenstal wurde am Baggersee errichtet und ebenso zahlreiche Ein- und Mehrfamilienhäuser in den Folgejahren.
In den Jahren 1948 und 1949 flog die Royal Air Force vom Fliegerhorst aus im Rahmen der Berliner Luftbrücke. 1950 wurde die Stadt an die Ruhrgas-Fernleitung angeschlossen, 1954 die an Stelle der alten Kapelle errichtete katholische St.-Bonifatius-Kirche eingeweiht. 1956 begann man mit dem Bau der Kanalisation. Im März 1958 übergaben die Briten den Fliegerhorst an die Luftwaffe der Bundeswehr. Zunächst wurde hier die Flugzeugführerschule S und ab 1978 das Lufttransportgeschwader 62 stationiert.
Im Jahr 1967 entstand die evangelische Corvinuskirche. Von 1970 bis 2013 gab es als zweite katholische Kirche die Heilig-Kreuz-Kirche in Luthe.
Der Hochwasserschutz wurde ab 1971 durch die Regulierung der Westaue verbessert. In diesem Zusammenhang wurden einige Brücken und Straßen neu gebaut.
Bis zum 31. Dezember 2004 gehörte Wunstorf zum ehemaligen Regierungsbezirk Hannover, der wie alle niedersächsischen Regierungsbezirke aufgelöst wurde.
Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Blumenau, Bokeloh, Großenheidorn, Idensen, Idensermoor-Niengraben, Klein Heidorn, Kolenfeld, Luthe, Mesmerode und Steinhude (Flecken) eingegliedert.
Die drei evangelisch-lutherischen Kirchen in Wunstorf gehören zum Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf:
Die Stiftskirche St. Cosmas und Damian ist eine kreuzförmige, dreischiffige Gewölbebasilika mit Westturm, deren älteste Teile aus dem 11. Jahrhundert stammen. 1853–1859 wurde der Bau umfassend erneuert.
Die Stadtkirche (auch Marktkirche genannt) St. Bartholomäi, Stiftstraße 1. Von einem Bau aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts blieben bis heute der Turm und der Chorraum bestehen. Das Langhaus wurde um 1700 als schlichte Saalkirche erneuert. Das 1989 restaurierte Innere weist noch einige ältere Ausstattungsstücke auf, darunter eine spätgotische Triumphkreuzgruppe vom Ende des 15. Jahrhunderts und eine 1520 entstandene Madonnenstatue. Die polygonale Kanzel ist 1640 und 1642 datiert.
Die Corvinuskirche von 1967 befindet sich an der Arnswalder Straße, zu ihrer Gemeinde gehört auch der benachbarte Kindergarten.
Das Gemeindezentrum St. Johannes von 1974/75 befand sich in der Albrecht-Dürer-Straße 1; es wurde im März 2012 entwidmet, um unter anderem für den 2015 fertiggestellten Neubau des diakonisch-kirchlichen Zentrums der Evangelisch-lutherischen St. Johannes Kirchengemeinde Platz zu machen. 1976 war daneben die evangelische Kindertagesstätte St. Johannes eingerichtet worden.
Weitere evangelisch-lutherische Kirchen befinden sich in zu Wunstorf eingemeindeten Ortschaften. Herauszuheben ist die Sigwardskirche im Ortsteil Idensen. Die um 1130 erbaute romanische Kirche besitzt noch die romanische Ausmalung aus der Bauzeit und die älteste Glocke Niedersachsens.
In der Gebäudezeile der KRH Psychiatrie Wunstorf an der Südstraße steht die 1885 errichtete Krankenhauskirche.
Die katholische Pfarrkirche St. Bonifatius wurde 1954 als Nachfolgebau einer im selben Jahr abgerissenen Missionskapelle von 1903 nach Plänen von Josef Fehlig erbaut. Die Filialkirche Heilig Kreuz im Ortsteil Luthe wurde 2010 profaniert und 2012 abgerissen. Weitere katholische Kirchen befinden sich in den Ortschaften Bokeloh und Steinhude.
Die Evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptisten) wurde 1996 gegründet, 2010 übernahm sie die ehemalige neuapostolische Kirche am Amtshausweg. 2009 wurde an der Hagenburger Straße eine neue neuapostolische Kirche erbaut, ihre Gemeinde gehört zum Kirchenbezirk Hannover-Südwest.
Die „K21 – Kirche für das 21. Jahrhundert“ gehört zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden. Sie wurde 1993 gegründet und trug bis 2014 den Namen „Freie Christengemeinde Wunstorf“. Ferner sind die evangelisch-methodistische Kirche und die Zeugen Jehovas in Wunstorf vertreten.
Die Moschee Aksa Camii des türkisch-islamischen Kulturvereins besteht seit 1989. Sie gehört zur DITIB, der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion.
Am 13. September 1946 wurde der erste Nachkriegs-Stadtrat gewählt: Die 19 Sitze verteilten sich auf SPD, NLP (später DP), CDU, KPD, FDP und Unabhängige. Bis zum 31. Dezember 2004 gehörte Wunstorf zum ehemaligen Regierungsbezirk Hannover, der wie alle niedersächsischen Regierungsbezirke aufgelöst wurde.
Bei der Kommunalwahl am 12. September 2021 gingen in Wunstorf 60,75 % der Wahlberechtigten zur Wahl. Sie ergab diese Sitzverteilung: SPD 16 Sitze, CDU 13 Sitze, GRÜNE 7 Sitze, FDP 2 Sitze und AfD 2 Sitze. Von den 40 gewählten Ratsmitgliedern sind 17 Frauen.
Die Kommunalwahl am 11. September 2016 hatte zu folgender Sitzverteilung geführt: SPD 16 Sitze, CDU 13 Sitze, Grüne 4 Sitze, FDP 2 Sitze, AfD 4 Sitze. Hinzu kam ein fraktionsloses Ratsmitglied.
Mit dem Bürgermeister ergibt dies 41 Sitze.
Bei den Kommunalwahlen am 12. September 2021 wurde Carsten Piellusch (SPD) zum Bürgermeister gewählt. Er erreichte 55,15 % der Stimmen, so dass eine Stichwahl nicht notwendig wurde. Pielluschs Amtszeit begann am 1. November 2021.
Von 1999 bis 31. Oktober 2021 war Rolf-Axel Eberhardt (CDU) Bürgermeister. Er war 2006 und 2014 im Amt bestätigt worden und trat 2021 nicht noch einmal an. Er wirkt nunmehr als Mitglied der Regionsversammlung der Region Hannover. Seine Stellvertreter waren bis dahin Ulrich Troschke (SPD), Birgit Mares (Grüne) und Martin Pavel (CDU). Jugendbürgermeister ist seit 2021 Xander Brockmann.
Die Stadtteile der Stadt Wunstorf werden durch insgesamt 78 Ratsmitglieder in zehn Ortsräten vertreten. Seit der Kommunalwahl 2021 verteilen diese sich wie folgt:
| Stadtteile | SPD | CDU | Grüne | FDP | AfD | ∑ |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Blumenau | 2 | 2 | 1 | |||
| 5 | ||||||
| Bokeloh | 2 | 4 | 1 | |||
| 7 | ||||||
| Großenheidorn | 3 | 2 | 1 | 1 | ||
| 7 | ||||||
| Idensen | 3 | 2 | ||||
| 5 | ||||||
| Klein Heidorn | 4 | 1 | 1 | 1 | ||
| 7 | ||||||
| Kolenfeld | 5 | 2 | ||||
| 7 | ||||||
| Luthe | 5 | 3 | 1 | |||
| 9 | ||||||
| Mesmerode | 3 | 2 | ||||
| 5 | ||||||
| Steinhude | 3 | 4 | 1 | 1 | ||
| 9 | ||||||
| Wunstorf | 8 | 4 | 3 | 1 | 1 | 17 |
| ∑ | 38 | 26 | 9 | 4 | 1 | 78 |
Der Entwurf des Kommunalwappens von Wunstorf stammt vom Vorsitzenden des damaligen Verkehrs- und Werbevereins e. V. Werner Schwippert und von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der zahlreiche Wappen in der Region Hannover geschaffen hat.
Städtepartnerschaften bestehen mit:
Die letztere Patenschaft wurde „zur Bekräftigung des für alle Zeiten gültigen und unabdingbaren Anspruchs auf die deutschen Gebiete des Ostens übernommen“, so die Begründung in der Urkunde.
Anlässlich des 50. Jahrestages der Bombardierung von Guernica am 26. April 1987, an der zahlreiche Flieger vom Fliegerhorst Wunstorf beteiligt waren, wurde eine Partnerschaft mit der spanischen Stadt angeregt. Eine Verbindungsaufnahme seitens der Stadt oder des Stadtrates unterblieb. Eine der ablehnenden Begründungen lautete: „Bindungen zwischen den Bürgern beider Städte könnten auf Grund der Unterschiede in der Kultur nicht entstehen“. (J. Grobelny, CDU).
Der Turn- und Sportverein von 1862 Wunstorf e. V. ist mit etwa 3000 Mitgliedern der mitgliederstärkste. Der zweitgrößte Verein ist der 1. FC Wunstorf v. 1919 e. V. Der Kneipp-Verein Wunstorf hat etwa 800 Mitgliedern. Der Modelleisenbahn-Club Luthe (MEC-Luthe) präsentiert regelmäßig seine Spur-N Anlage.
Das Vereinsregister Wunstorf verzeichnet über 270 Einträge.
Im Mai oder Juni findet das Schützenfest statt.
Auf dem Fliegerhorst in Wunstorf fanden bis in die 90er Jahre Autorennen zur Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) und zur Formel 3 statt.
Bis über die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus war Wunstorf geprägt durch Großbetriebe wie die Zementfabrik (Portlandzement, mit Mergelgrube an der A 2), der Molkerei in der Hindenburgstraße, die Wunstorfer Margarine-Werke (später Margarinewerke Union, dann SOLO- bzw. IGLO – Feinfrost GmbH, zuletzt VION Convenience GmbH mit Schließung des Standortes zum 31. März 2014) und den asbestverarbeitenden Betrieb Fulgurit-Werk Luthe. Weitere Arbeitgeber waren die Deutsche Bundesbahn, Heinz Kettler, die Steinhuder Meer-Bahn und das Kaliwerk Sigmundshall im Ortsteil Bokeloh. Mitte 2015 hatte es ca. 770 Beschäftigte. Der Bergbau wurde am 21. Dezember 2018 wegen Erschöpfung der Vorräte eingestellt.
Das Hölty-Gymnasium, nach dem Dichter Ludwig Hölty benannt, ist eines der größten Gymnasien der Region. Es gibt eine Haupt- und Realschule, eine evangelische Integrierte Gesamtschule (IGS), neun Grundschulen und zwei Förderschulen, die Musikschule Wunstorf, die Volkshochschule (VHS) Hannover Land in Wunstorf und die Kunstschule Wunstorf. Bis zum Jahr 2020 gab es ebenfalls ein Schulzentrum im Ortsteil Steinhude, in welchem eine Realschule (bis 2020) und ein Gymnasium (bis 2019) untergebracht war.
Wunstorf liegt an den Bundesstraßen 441 und 442. Die Bundesautobahn A 2 befindet sich in unmittelbarer Nähe mit den Anschlussstellen Wunstorf-Luthe und Wunstorf-Kolenfeld.
Am Wunstorfer Bahnhof, der der Preisklasse 3 angehört, halten Regional-Express-Züge und S-Bahnen der Bahnstrecke Hannover–Minden und der Bahnstrecke nach Bremen. Von der Strecke der Steinhuder Meer-Bahn (StMB), die früher teilweise durch die Stadt führte, besteht noch das Gleis nach Bokeloh für den Güterverkehr zum Kaliwerk Sigmundshall der K+S AG.
Mehrere Buslinien des Großraum-Verkehrs Hannover bedienen in Wunstorf etwa 100 Haltestellen. Die meisten dieser Linien sind am Bahnhof mit dem Bahnverkehr verknüpft.
Der Fliegerhorst Wunstorf dient fast ausschließlich militärischen Zwecken; Sportfliegerei findet nur in beschränktem Umfang statt.
Für die Freizeit- und Berufsschifffahrt gibt es die Häfen Wunstorfs.
Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Wunstorf
Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.
Wikipedia® ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.