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https://www.wesseling.de/

Wesseling

160pxAbb. 1 Wappen von Wesseling
Basisdaten
BundeslandNordrhein-Westfalen
KreisRhein-Erft-Kreis
Höhe50 m
PLZ50389
Vorwahl02236, 02232
Gliederung4 Stadtteile
Websitewww.wesseling.de
BürgermeisterRalph Manzke (SPD)

Wesseling ist eine mittelgroße Stadt im Rhein-Erft-Kreis im Südwesten von Nordrhein-Westfalen und grenzt unmittelbar an den Süden der Stadt Köln. Aufgrund der innerhalb ihrer Stadtgrenzen ansässigen drei Chemiewerke und einer Erdölraffinerie besitzt sie in der internationalen Petrochemieindustrie einen bedeutenden Stellenwert.

Geographie

Lage

Wesseling liegt südlich der Kölner Peripherie am linken Rheinufer und grenzt im Norden an die Kölner Stadtteile Meschenich, Immendorf und Godorf. Weitere Nachbarstädte sind Brühl im Westen, Bornheim im Süden und Niederkassel auf der rechten Rheinseite im Osten.

Stadtgliederung

Unterteilt ist Wesseling in die Stadtteile Wesseling-Mitte, Keldenich, Berzdorf und Urfeld.

Ortsteil Einwohner Fläche in m²
Wesseling-Mitte 12.780 7.787.685
Keldenich 16.180 5.535.832
Berzdorf 4.915 4.293.268
Urfeld 4.241 5.756.363
Gesamt 38.116 23.373.148

Stand: Juli 2020

Geschichte

Der Fund römischer Weihealtäre, die Ausgrabung eines römischen Landhauses sowie fränkische Grabfelder sind frühe Belege der Besiedlung des Ortes. Der Ortsname geht auf die 820 n. Chr. an das Kloster Montfaucon überschriebene Gutsherrschaft „Waslicia“ zurück. Der Name „Oberwesseling“ erschien erstmals 1238 als „Weslic superior“ in Dokumenten. Die alten Wortformen „Waslicia“ oder „Weslic“ entstanden, wie das latinisierte „Waslicia“, aus dem Begriff „Waslic“. Dieser lässt sich anscheinend auf „Was(i)liacum“ zurückführen, die Siedlung eines „Was(i)lio“. Mithin gehört es zu der uralten Ortsnamengruppe mit der Endung „-acum“ ähnlich wie „Juliacum“, dem heutigen Jülich, der Siedlung eines „Julius“.

Um 1700 bestand in Wesseling eine Gespannwechselstelle der Treidelschifffahrt. Bis zur Industrialisierung blieb der Ort zwischen Köln und Bonn aber eher unbedeutend. Erst 1793 deutete ein Gerbereibetrieb auf das kommende Industriezeitalter hin. 1848 wurde in Wesseling ein demokratischer Arbeiterverein gegründet. In diesem Jahr griff auch der Aufstand der Treidler (Rheinhalfen) auf die Wesselinger Treidelstation über, die ihr Gewerbe durch die aufkommende Dampfschifffahrt gefährdet sahen. 1880 gründeten Heinrich und Franz Zimmermann die Chemische Fabrik Wesseling zur Verwertung von Gasreinigungsmasse als Ursprung der heutigen Evonik Chemiewerke im Norden der Stadt. 1904 begann der Bau der Rheinuferbahn von Köln über Wesseling nach Bonn. Eine Querbahn verbindet Wesseling seit 1900 mit Brühl. Diese Strecke dient heute größtenteils dem Güterverkehr.

1932 ergaben die letzten freien Reichstagswahlen in Wesseling für die Deutsche Zentrumspartei: 45 %, gefolgt von KPD: 24 %, SPD: 16 % und NSDAP: 8 %. 1937 wurde die Union Rheinische Braunkohlen Kraftstoff AG (UK) in Wesseling gegründet, heute befindet sich dort an gleicher Stelle die Rheinland Raffinerie der Shell.

Im Zweiten Weltkrieg waren 1939 bis 1945 in der Wesselinger Industrie etwa 10.000 Fremd- und Zwangsarbeiter beschäftigt. Die Stadt selbst zählte zum Vergleich nur 7.500 Einwohner. Die zum großen Teil in der UK und der Deutschen Norton beschäftigten Zwangsarbeiter waren in Holzbarackenlagern. untergebracht. Das sogenannte „Südlager“ befand sich neben der heutigen Haltestelle in Wesseling-Süd.Ein weiteres Barackenlager lag direkt am Rhein, das sogenannte „Rheinlager“.

Wesseling wurde – ähnlich wie Köln – Anfang März 1945 im Rahmen der Operation Lumberjack von der 1. US-Armee erobert und besetzt.

Bei den ersten Gemeindewahlen 1946 erzielten CDU 51,2 %; SPD 31,1 % und KPD 17,7 %. Nachdem Bonn 1949 Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland wurde, war ein im Wesselinger Rheinpark gelegenes Gebäude (heutiges AWO-Haus) zunächst Residenz des Botschafters von Venezuela, dann ab 1954 ein Standort der Botschaft von Brasilien (siehe auch Liste der diplomatischen Vertretungen in Bonn).

Am 1. August 1969 wurde der Ortsteil Urfeld der Gemeinde Hersel nach Wesseling umgegliedert, während der Hauptteil der Gemeinde Hersel in die Stadt Bornheim eingegliedert wurde. Am 1. Juli 1970 wurde ein Teil der Gemeinde Bornheim mit damals etwa 125 Einwohnern nach Wesseling umgegliedert. Am 3. Oktober 1972 erhielt die Gemeinde den Titel Stadt.

Am 1. Januar 1975 wurde Wesseling durch § 1 Abs. 1 des Köln-Gesetzes in die Stadt Köln eingemeindet, erhielt aber nach erfolgreicher Klage mit Wirkung zum 1. Juli 1976 seine Selbständigkeit zurück. Dies bedeutete auch, dass Köln trotz der Eingemeindungen nicht mehr eine Millionenstadt war. Diesen Status erreichte Köln erst 2010 wieder. Bis zur Eingemeindung gehörte Wesseling dem Landkreis Köln an. Infolge der Ausgliederung gelangte Wesseling zum Erftkreis, der erst eineinhalb Jahre zuvor neugebildet wurde.

Politik

Stadtrat

Die Kommunalwahlen seit 2009 führten zu folgenden Ergebnissen:

Jahr CDU SPD FDP Grüne Linke WIR/FW Wahlbeteiligung
2020 Stimmenanteil 38,67 % 31,93 % 5,47 % 14,71 % 3,62 % 5,60 % 46,92 %
Sitze 15 12 2 6 1 2
2014 Stimmenanteil 44,92 % 34,00 % 5,09 % 8,33 % 3,54 % 4,13 % 49,6 %
Sitze 17 13 2 3 1 2
2009 Stimmenanteil 40,93 % 29,83 % 12,26 % 8,48 % 4,46 % 4,05 % 54,30 %
Sitze 16 12 5 3 2 2

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit dem 17. November 2022 Ralph Manzke (SPD). Er wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 13. November 2022 mit 54,08 % der abgegebenen Stimmen gewählt. Sein Vorgänger Erwin Esser (SPD) war am 30. Mai 2022 aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten.

Städtepartnerschaften

Wesseling unterhält Städtepartnerschaften mit

Wappen und Flagge

Wirtschaft

Auf dem Gebiet der Stadt liegen mehrere große Betriebe der chemischen Industrie, so unter anderem Evonik (vormals Degussa), Braskem Europe und LyondellBasell (vormals Rheinische Olefinwerke und Elenac), sowie ein Werksteil der Rheinland Raffinerie von Shell (vormals DEA und Union Kraftstoff Wesseling). Die Raffinerie ist über eine Pipeline mit Wilhelmshaven und Rotterdam verbunden, woher sie ihr Rohöl bezieht.

Auf sämtlichen Werksarealen innerhalb des Wesselinger Stadtgebietes gilt die eigene Postleitzahl 50389.

Im Kammerbezirk der IHK Köln hat Wesseling den größten prozentualen Anteil an Gewerbeflächen.

Verkehr

Straßenverkehr

Wesseling ist über die Autobahnen A 555 (Bonn–Köln) und A 553 (Bliesheim–Brühl) erreichbar. Letztere stellt die Verbindung zu den Autobahnen A 61 und A 1 her. Die A 555 war die erste in Deutschland für den öffentlichen Verkehr freigegebene Kraftfahrstraße.
Im innerstädtischen Verkehr werden Kreuzungen durch Kreisel ersetzt. Der älteste und großzügigste befindet sich seit Ende der 1950er Jahre an der Kreuzung Mühlenweg/Hubertusstraße. Durch gärtnerische und künstlerische Gestaltung dieser Kreisel soll deren Akzeptanz gefördert werden. Im Kreisel Ahrstraße/Siebengebirgsstraße steht seit 2006 eine von der benachbarten Firma Shell gefertigte Metallskulptur, nach einem Entwurf des Hürther Kulturpreisträgers Willi Laschet.

Schienenverkehr

Die Rheinuferbahn der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) verbindet Wesseling mit Köln und Bonn. Seit 1978 wird sie von der Stadtbahnlinie 16 der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) und der Stadtwerke Bonn (SWB) befahren, wobei die Stadtbahnzüge bis ins Bonner und Kölner Stadtbahnnetz durchgebunden werden. Innerhalb von Wesseling werden die Stationen Wesseling Nord, Wesseling, Wesseling Süd und Urfeld bedient. Von HGK wird auf der Strecke Schienengüterverkehr durchgeführt.

Linie Verlauf / Anmerkungen Takt

Die Querbahn nach Brühl ist heute nur noch im Güterverkehr bedeutsam, indem sie den Hafen Köln-Godorf an das Schienennetz der Deutschen Bahn anbindet. Der Hafen Godorf selbst hatte ehemals große Bedeutung für den Absatz der Briketts aus dem Rheinischen Braunkohlerevier.

Busverkehr

Die Stadtbuslinie 721 der Stadtwerke Wesseling erschließt die verschiedenen Ortsteile der Stadt und verbindet diese mit dem Stadtzentrum. Dort besteht Anschluss zur Stadtbahnlinie 16 und die Buslinie 930 in die Nachbarstadt Brühl, die von der Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft mbH (REVG) betrieben wird. Zum 10. Juni 2012 wurde mit dem TaxiBus 722 erstmals eine Linienverbindung zwischen Wesseling und dem Bornheimer Stadtteil Sechtem geschaffen. Der Schnellbus SB 92/93 fährt seit Winter 2020 direkt zu weiteren Städten im Rhein-Erft-Kreis. Wesseling gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS).

Rheinfähre

Die Personen- und Zweiradfähre RheinSchwan verbindet seit dem 14. Oktober 2017 Wesseling mit Niederkassel-Lülsdorf auf der gegenüberliegenden Rheinseite durch eine neue Fährverbindung. Die RheinSchwan löst die seit Jahrzehnten bestehende Fährverbindung, die durch die Marienfels bestand, ab.

Kultur

Die Stadt bietet ein ausgedehntes Kulturprogramm an und konnte 2004 dem Phoenix Theater erstmals eigene Räumlichkeiten in der neuen Veranstaltungshalle „Rheinforum“ anbieten. Tradition hat das Jazz-Festival „Live im Lessing“. Seit 2005 ist mit der neuen Festhalle auch im Stadtteil Urfeld eine großzügige Sport- und Veranstaltungsstätte vorhanden, die unter anderem von den Musikfreunden Urfeld genutzt wird. Seit 2009 findet im Außenbereich der Halle auch jedes Jahr zu Pfingsten der „Tag der Blasmusik“ statt, den die Musikfreunde seit 1975 bis dahin jährlich auf dem Schulhof der Alten Urfelder Rheinschule veranstaltet hatten. An jedem letzten Samstag im November findet das Jahreskonzert der HCC Bigband in der Aula der Lessingschule an der Gartenstraße statt. Im Mai 2010 fand das erste Wesselinger Straßen- und Kneipenfestival „Rheinklang 669“ mit Livemusik in der Innenstadt sowie in verschiedenen Kneipen statt.

Im Schulzentrum der Stadt gibt es ein Gymnasium, Real-, Haupt-, Grund- und Berufsschule sowie eine große Sportanlage mit unbedachtem Sportplatz und mehreren Turnhallen, seit 2009 zudem eine Mensa.

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Träger des Ehrenringes der Stadt Wesseling

Der Ehrenring der Stadt Wesseling ist eine von der Stadt Wesseling verliehene Auszeichnung.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Wesseling

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