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Stadt
Titisee-Neustadt
Pfauenstr. 2-4
79822 Titisee-Neustadt

http://www.titisee-neustadt.de

Titisee-Neustadt

160pxAbb. 1 Wappen von Titisee-Neustadt
Basisdaten
BundeslandBaden-Württemberg
Höhe846 m
PLZ79822
Vorwahl07651, 07652, 07657, 07669
Gliederung6 Stadtteile
Websitewww.titisee-neustadt.de
BürgermeisterinMeike Folkerts (CDU)

Titisee-Neustadt (im Volksmund auch Wälderstadt) ist eine Stadt im Südwesten Baden-Württembergs im Regierungsbezirk Freiburg. Die Stadt ist Kneipp- sowie Heilklimatischer Kurort und ein bekanntes Wintersportzentrum.

Geographie

Lage

Die Stadt Titisee-Neustadt liegt östlich des Feldbergs im Schwarzwald in einer Höhe von 846 bis . Der Ortsteil Titisee (heilklimatischer Kurort) liegt dabei am nördlichen Ufer des gleichnamigen Sees. Der Ortsteil Neustadt befindet sich etwa fünf Kilometer nordöstlich davon. Die Stadt liegt an der Wutach, die zunächst unter dem Namen Seebach vom Feldberg kommend den Titisee speist, als Gutach (gute Ach) aus diesem heraus fließt und östlich des Stadtteils Neustadt als reißender Fluss nun unter dem Namen Wutach (wütende Ach) das Stadtgebiet wieder verlässt und sich durch die bekannte Wutachschlucht schließlich bei Tiengen in den Hochrhein ergießt.

Die höchste Erhebung von Titisee-Neustadt ist der Hochfirst () an der Gemeindegrenze zu Lenzkirch.

Stadtgliederung

Zur Stadt Titisee-Neustadt mit den ehemals selbstständigen Gemeinden Langenordnach, Neustadt im Schwarzwald, Rudenberg, Schwärzenbach, Titisee und Waldau gehören 113 Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser, darunter Heiligenbrunnen.

Im Stadtteil Neustadt im Schwarzwald lagen die aufgegangenen Ortschaften Gutach, Oberlangenordnach und Unterlangenordnach sowie die abgegangene Ortschaft Hochfirst. Im Stadtteil Rudenberg lag die nach 1952 aufgegangene Ortschaft Im Lochenbachdobel (Sägehäusle).

Einwohnerzahl der Stadtteile Titisee-Neustadts (Stand: 15. März 2022):

Stadtteil Einwohner
Neustadt 9.583
Titisee 2.385
Waldau 396
Schwärzenbach 255
Langenordnach 236
Rudenberg 176
Stadt Titisee-Neustadt 13.032

Klima

Geschichte

Die Stadt Neustadt wurde um 1250 wahrscheinlich durch die Fürsten zu Fürstenberg oder deren Vorgängern, den Grafen von Freiburg bzw. den Grafen von Urach oder deren Vasallen, den Herren von Hohenfirst, gegründet. Eine Urkunde über eine Gründung existiert nicht. Eine Burg Hochfirst soll nach der Überlieferung etwa 2000 m westlich von Neustadt auf dem Hochfirst gestanden haben. Nachforschungen erbrachten bisher jedoch keinerlei Belege, auch urkundlich ist eine Burg Hochfirst nicht nachweisbar, wohl aber ein Adelsgeschlecht dieses Namens. Das Gebiet um den Hochfirst, Lenzkirch und die Burg Urach kamen über die Ritter von Blumegg an die Fürstenberger. 1275 wurde die Stadt Nova Civitas bezeichnet, 1294 Neuwenstadt, 1335 Neuwen-statt, 1630 Neostadium und 1650 New-Statt, bevor es später zu Neustadt bzw. Neustadt (Schwarzwald) wurde. Von 1669 bis 1806 besaß Neustadt ein Kapuzinerkloster. 1817 wurden große Teile der Stadt durch einen Großbrand zerstört. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich die Uhrmacherei in der Stadt als großer Wirtschaftszweig. 1897 begann man mit dem Bau des heutigen Neustädter Münsters, das heute Wahrzeichen der Stadt ist. Es gab vier Vorgängerbauten. Neustadt kam 1803 an das Kurfürstentum Baden und gehörte zunächst zum Bezirksamt Baden, ab 1863 zum Landeskommissärbezirk Freiburg und wurde 1939 Kreisstadt des Landkreises Neustadt im Schwarzwald, der ab 1956 Landkreis Hochschwarzwald hieß.

Während des Ersten Weltkriegs und kurz danach waren Grundnahrungsmittel knapp. Im Mai 1919 gab es erste Kommunalwahlen mit aktivem und passivem Frauenwahlrecht, was dazu führte, dass sich vier Frauen im Bürgerausschuss fanden. Der 1923 eingesetzte Bürgermeister Karl Pfister († 1993 in Freiburg) schuf und sicherte Arbeitsplätze. Dies gelang ihm durch Darlehen von insgesamt 700.000 Reichsmark, die er durch Verhandlungen mit Großbanken aus den USA, der Schweiz und den Niederlanden erwirkt hatte. Durch weitere Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wie z. B. öffentliche Bauvorhaben um die Zeit der Weltwirtschaftskrise war er in der Lage, die Arbeitslosenquote, die im Deutschen Reich 18 % betrug, in seinem Amtsbereich auf 12 % zu halten.

Es folgte die Herrschaft der NSDAP, die nacheinander die Lokalzeitungen Der Hochwächter (1933) und das Echo vom Hochfirst (1935) für ihre Zwecke missbrauchte und später einstellte. Trotz dieser Einflussnahme lag bei den Wahlen der Stimmenanteil der Partei immer niedriger als in Titisee, wo er ungefähr dem Reichsdurchschnitt entsprach. Trotzdem zog 1933 die NSDAP-Ortsgruppe in das Rathaus ein, besetzte dessen Balkon und statuierte durch Amtsenthebung bzw. Verbringung ins Konzentrationslager Ankenbuck bei Klengen an einigen Personen des öffentlichen Lebens ein Exempel. Blasius Müßle, der damals Bürgermeister geworden war, wurde 1935 durch den späteren Kreisleiter Benedikt Kuner ersetzt.

Am 24. Februar 1945 wurde die damalige, wegen ihrer Unterbringungskapazitäten zum Lazarettort ausgebaute Gemeinde Titisee in drei Wellen von alliierten Luftstreitkräften bombardiert, vor Ort kamen 27 Menschen ums Leben. Davor war die Gemeinde bereits beim ersten gezielten Luftangriff auf den Hochschwarzwald am 30. September 1944 mit acht Toten getroffen worden. Auch die Gemeinde Neustadt wurde verschiedentlich bombardiert, am schwersten am 5. April 1945.

Räumliche Entwicklung und Geschichte der Stadtteile

Am 1. Juli 1971 wurden die Gemeinden Rudenberg und Titisee nach Neustadt im Schwarzwald eingemeindet und die Stadt Neustadt im Schwarzwald in Titisee-Neustadt umbenannt. Den Namenszusatz im Schwarzwald führte die Stadt seit dem 19. Februar 1963. Am 1. September 1971 wurde Schwärzenbach eingemeindet. Am 1. Januar 1973 erfolgte die Eingemeindung von Waldau. Langenordnach wurde am 1. Januar 1974 eingemeindet.

Langenordnach

1112 erstmals als Vallis Nordera urkundlich erwähnt.
1529 wurden 16 Häuser genannt; der Ort besaß bereits eine eigene Kapelle.

Neustadt im Schwarzwald

1275 erstmals urkundlich erwähnt, Mitte des 13. Jahrhunderts erfolgte die fürstenbergische Stadtgründung auf Friedenweiler Klostergut. Ab 1335 fürstenbergische Zollstätte; 1447 verlieh Graf Heinrich von Fürstenberg die Marktrechte. 1693 und im 19. Jahrhundert wurden große Teile der Stadt durch Brände zerstört.

Rudenberg

1316 erstmals urkundlich erwähnt.
1529 hatte der Ort bereits „mehrere Hüser“, 1810 wohnten hier 191 Einwohner.

Schwärzenbach

1316 erstmals urkundlich erwähnt.
1850 hatte Schwärzenbach 427 Einwohner.

Titisee

1111 erstmalige urkundliche Erwähnung, 1635 traten die Bezeichnungen Dettesee und Titinsee zum ersten Mal in Urkunden auf. Ab 1750 galt allgemein die Bezeichnung Titisee. Der Ort setzt sich aus vier Ortsteilen bzw. Tälern zusammen: Altenweg, Spriegelsbach, Schildwende und Jostal. Aus diesem Grunde trug die Gemeinde Titisee bis 1929 auch den Namen Vierthäler bzw. Viertäler.

Waldau

1111 erstmals genannt, die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1178 in einer päpstlichen Urkunde.
Seit 1807 gibt es eine katholische Pfarrei.

Religion

Die Gesamtbevölkerung der Stadt verteilt sich wie folgt auf die verschiedenen Konfessionen:

Politik

Gemeinderat

Kommunalwahl am 26. Mai 2019
Partei / Liste Stimmenanteil Sitze +/−
CDU 28,2 % 8 − 3
SPD 15,0 % 4 − 2
Grüne 25,2 % 7 + 2
Bürgerliste 11,9 % 4 − 1
Liste Engagierter Bürger 19,7 % 6 + 6

Bürgermeister

Gesamt

Amtszeit Name
1971–1979 Hans Gallinger (SPD)
1979–2003 Martin Lindler (CDU)
2003–2019 Armin Hinterseh (CDU)
seit 2019 Meike Folkerts (CDU)
Neustadt
  • 1820–1836: Fidel Hirt
  • 1837–1842: Johann Höhr
  • 1842–1849: Dominik Ganter
  • 1849: Mathä Schreiber
  • 1849: Andreas Vollmer
  • 1849: Johann Kromer
  • 1850: Anton Vollmer
  • 1850–1852: Josef Sorg
  • 1852–1872: Johann Baptist Fürderer
  • 1873–1875: Karl Heinrich Ganter
  • 1875–1879: Johann Bauser
  • 1879–1883: Karl Klenker
  • 1883–1894: Conrad Winterhalder
  • 1894–1905: Anton Brugger
  • 1905–1914: Adolf Schork
  • 1914–1923: Adolf Winter
  • 1923–1933: Karl Pfister
  • 1933–1935: Blasius Müßle
  • 1935–1937: Benedikt Kuner
  • 1937–1945: Albert Hirt
  • 1945: Emil Scherer
  • 1945–1946: Adalbert Dengler
  • 1947–1950: Josef Sahner
  • 1951–1971: Julius Pfeffer
Langenordnach
  • 1827–1830: Mayer (Vorname nicht erhalten)
  • 1830–1832: Martin Fehrenbach
  • 1832–1838: Mathias Kreuz
  • 1838–1842: Martin Föhrenbach
  • 1842–1848: Johann Kaltenbach
  • 1848–1854: Mathias Kreuz
  • 1854–1859: Martin Föhrenbach
  • 1859–1867: Balthasar Mayer
  • 1867–1877: Josef Föhrenbach
  • 1877–1889: Martin Kaltenbach
  • 1890–1896: Martin Kleiser
  • 1896–1905: Anton Straub
  • 1905–1921: Martin Kleiser
  • 1921–1934: Konrad Faller
  • 1934–1946: Josef Faller
  • 1946: Alfred Rombach
  • 1946–1948: Alfons Fehrenbach
  • 1948–1967: Josef Faller
  • 1967–1974: Ernst Wursthorn
Viertäler/Titisee
  • 1822–1831: Georg Willmann
  • 1831–1837: Jakob Dotter
  • 1837–1843: Johann Schwörer
  • 1843–1844: Andreas Ketterer
  • 1844–1851: Matthä Lickert
  • 1851: Philipp Tritschler
  • 1851–1859: Josef Fürderer
  • 1860–1862: Severin Pfrengle
  • 1862–1870: Josef Haiß
  • 1870–1884: Severin Pfrengle
  • 1884–1891: Alexander Kaltenbach
  • 1891–1925: Heinrich Bach
  • 1925–1945: Leo Hog
  • 1946–1968: Willy Stahl
  • 1968–1971: Hans Schmider

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber (Weiß) auf blauem Boden, worin ein silberner (weißer) Wellenbalken, eine grüne Tanne, auf deren Zweigen links ein zur Schildmitte blickendes rotes Eichhörnchen sitzt.“

Städtepartnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Zu den in Titisee-Neustadt ansässigen Großunternehmen gehört unter anderem die Lenzkircher Testo AG (Messtechnik, Standort an der B31 bei Titisee) sowie die Papierfabrik Neustadt GmbH der Felix Schoeller Gruppe. In der näheren Umgebung Neustadts liegen weitere Großbetriebe wie Atmos Medizintechnik und Mesa Parts (Drehteile) in Lenzkirch sowie die IMS Gear, Weckermann und Framo Morat (Zahnrad- und Getriebetechnik) in Eisenbach. Mit solchen Unternehmen wird die Tradition der feinmechanischen Produktion im Hochschwarzwald, die einst mit der Uhrenfabrikation begann, fortgesetzt.

Stromnetz

Die Kommune stritt seit Dezember 2014 vor dem Bundesverfassungsgericht für das Recht, im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung das Stromnetz auf ihrem Gebiet selber betreiben zu können. Der jahrelange Streit um die Vergabe der Stromkonzession wurde 2019 endgültig entschieden, indem die Stadt einen auf 20 Jahre laufenden Konzessionsvertrag mit der Energieversorgung Titisee-Neustadt (EVTN) unterzeichnete. Das im Vergabeverfahren unterlegene Unternehmen Energiedienst, Tochter des drittgrößten deutschen Energieunternehmens EnBW, gab bekannt, auf weitere juristische Schritte gegen diese Entscheidung zu verzichten.

Ehemalige Unternehmen

Die Uhrenfabrik Winterhalder & Hofmeier bestand von 1850 bis 1933; sie stellte u. a. Stockuhren her.

Straßen

Hauptverkehrsachse der Stadt Titisee-Neustadt ist die Höllental-Baar-Verbindung mit der Bundesstraße 31 (Breisach–Lindau), die die Stadt mit den beiden Nord-Süd-Bundesautobahnen 5 und 81 verbindet. Bis 1981 verlief die B 31 durch den Neustädter Ortskern, wobei bereits Ende der 1930er Jahre über eine Umgehung von Neustadt diskutiert wurde. Im August 1963 stellte der Gemeinderat die Weichen für eine Umgehung auf der südlichen Talseite entlang der Nordhangseite des Hochfirstes, die jedoch erst 1981 für den Verkehr freigegeben werden konnte. So hatten aufwändige Brückenbauten – etwa die Errichtung der 790 Meter langen und 96 Meter hohen Gutachtalbrücke – zu erheblichen Verzögerungen des Projektes geführt. Bis heute ist die B 31-Umgehungsstraße ein kommunalpolitisches Thema, wobei sich die gegenwärtigen Diskussion auf ihren drei- oder vierspurigen Ausbau bezieht.

Auf dem Ortsgebiet zweigt von der B 31 die B 317 nach Weil am Rhein ab. Die zunächst mit der B 31 und danach der B 317 jeweils für ein Stück auf derselben Trasse verlaufende B 500 führt ebenfalls durch Titisee-Neustadt. Außerdem beginnt die Bundesstraße 315 zum deutsch-schweizerischen Grenzübergang zwischen Stühlingen und Schleitheim an der B 317 südlich des Titisees.

Öffentlicher Personennahverkehr

Titisee-Neustadt liegt an der zentralen Bahnlinie Freiburg-Donaueschingen (Höllentalbahn). 1887 wurde zwischen Strecke zwischen Neustadt und Freiburg im Breisgau fertiggestellt, die 1901 in die Gegenrichtung nach Donaueschingen fortgeführt wurde. Nach dieser Streckenerweiterung ist der Schienenverkehr im Raum Neustadt und Titisee sukzessive abgebaut. Nach Elektrifizierung der Strecke zwischen Neustadt und Freiburg im Jahr 1936 und dem Wiederaufbau der Ravennabrücke sowie zerstörter Bahnhofsgebäude nach dem Zweiten Weltkrieg (das Neustädter Bahnhofsgebäude wurde um 1950 wiedererrichtet) gab es keine größeren Investitionen mehr in die Strecke. Stattdessen wurde der Streckenabschnitt nach Lenzkirch stillgelegt, es wurden mehrere Bahnhöfe und Haltepunkte geschlossen (Hölzlebruck, Kappel-Gutachbrücke, Hirschsprung, Posthalde, Höllsteig) und der Neustädter Güterbahnhof und Lokschuppen demontiert. Die Fahrkartenschalter in Titisee und Neustadt wurden durch Automaten ersetzt. Zuvor diskutierte Projekte wie eine Begradigung der Strecke nach Donaueschingen oder der Bau eines zweiten Gleises durch das Höllental sind in weite Ferne gerückt, mittlerweile gar utopisch geworden, obwohl seit Jahrzehnten steigende Fahrgastzahle zu beobachten sind.

Heute besitzt die Stadt Titisee-Neustadt zwei Bahnhöfe: Die Bahnhöfe Neustadt (Schwarzwald) und Titisee sind halbstündlich durch die Höllentalbahn über Hinterzarten, Himmelreich und Kirchzarten mit Freiburg im Breisgau verbunden. Vom Bahnhof Neustadt gibt es in Gegenrichtung stündlich abwechselnd Direktverbindungen nach Villingen (Schwarzwald) über Donaueschingen. Im Bahnhof Titisee zweigt die Dreiseenbahn nach Seebrugg ab. Seit 2008 gibt es am Bahnhof Neustadt außerdem einen großen Busbahnhof, der die Wälderstadt, neben einigen anderen Zielen innerorts, mit den umliegenden Gemeinden verbindet. Titisee-Neustadt gehört dem Regio-Verkehrsverbund Freiburg an. Es werden außerdem private Fernbuslinien befahren (u. a. nach München oder Friedrichshafen).

Flughäfen

Die nächsten Flughäfen sind:

Krankenhaus

Das Krankenhaus Titisee-Neustadt ist heute Teil der Helios Kliniken und ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitätsklinik Freiburg und verfügt über eine eigene Krankenpflegeschule. Diese ist Bildungszentrum für weitere Kliniken in der Region, es erfolgt die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege.

Gerichte

Titisee-Neustadt verfügt über das Amtsgericht Titisee-Neustadt, welches zum Landgerichtsbezirk Freiburg sowie zum OLG-Bezirk Karlsruhe gehört und das höchstgelegene Amtsgericht in Deutschland ist.

Medien und Mediengeschichte

Für das Stadtgebiet von Titisee-Neustadt existieren zwei regionale Tageszeitungen: Die Lokalausgabe "Hochschwarzwald" der Badischen Zeitung mit Hauptsitz in Freiburg im Breisgau (Standort der Lokalredaktion ist Neustadt) und eine Regionalausgabe des Schwarzwälder Boten aus Oberndorf am Neckar. Daneben existiert seit 2019 das einmal im Monat erscheinende Wald-Blatt als "Nachrichtenblatt für Titisee-Neustadt und Umgebung".

1841 hatte der Neustädter Sprachlehrer und Verleger Heinrich Bauer das Verkündigungsblatt für die Stadt- und Landgemeinden des Schwarzwaldes (später Schwarzwälder Verkündigungsblatt für die Großherzoglichen Ämter Neustadt und St. Blasien) gegründet mit dem Ziel, "Privat- und öffentliche Bekanntmachungen wie Versteigerungen, Kapitaldarlehen, Ganzedikten (Zwangsversteigerungen), Mundtodterklärungen ... und die amtlichen Gewerbeverfügungen" zu zirkulieren. Politische Nachrichten waren in dem Blatt ausgenommen. Dennoch erlangte Bauers Zeitung mit der Unterstützung des Neustädter Bezirksamtsleiters Matthäus Martin hohe Popularität und gesellschaftliche Breitenwirkung. Mit der Beilage Schwarzwälder Gewerbelatt war sie zudem das zentrale Informationsmedium der Schwarzwälder Uhrmacher und -händler. Im Zuge der Revolution von 1848/49 positionierte Bauer sein Blatt auf der Seite derjenigen, die die adligen Vorrechte abschaffen wollten. Damit gab er seine zumindest vorgeblich unpolitische Haltung auf und verstimmte damit die Zensurbehörden der Badischen Regierung, die ihm 1850 die Lizenz entzogen und an seinen langjährigen Konkurrenten, die Hofdruckerei Willibald aus Donaueschingen, verkauften. Ab Januar 1850 verlegte Hofdrucker Willibald die in Neustädter Verkündigungsblatt umbenannte Zeitung.Im April 1870 gründete der Neustädter Verleger und Drucker Paul Streble den Hochwächter als erste politische Tageszeitung. Als zweite Tageszeitung folgte 1899/1900 das vom Verleger und Buchdrucker Raphael Hogg in Neustadt gegründete Echo vom Hochfirst. Mit der Auswandung Hoggs nach Kanada wurden Verlag und Druckerei des Echos an Albert Pfefferle und später an Josef Steinhart verkauft, der sie zu einem größeren Unternehmen ausbaute.

Nach der Machtübernahme Hitlers im Januar 1933 passten sich beide Neustädter Zeitungen sukzessive der NS-Bewegung an. Vor allem der Hochwächter fiel durch zunehmende Regimenähe auf. So berichtete der Neustädter Arzt Wilhelm Stahl bereits im Februar 1933 seinem Sohn, dass "das Blatt in letzter Zeit farblos und geradezu um die Gunst der Hitlerianer werbend" in Erscheinung getreten sei. Nach den Reichstagswahlen von 1933 geriet das Blatt mit der Übernahme der Schriftleitung durch den NSDAP-Propagandaleiter Rudolf Steimer und der Übergabe der Verlagsleitung an Ernst Glöckler (ebenfalls Mitglied der NSDAP) vollends auf Parteikurs. Am 22. Dezember 1933 verkündete die Zeitung dies auch öffentlich:

„Mit der vorliegenden Ausgabe erscheint der Hochwächter in neuer Aufmachung, und auch der Kopf wird in den nächsten Tagen ein anderes Gesicht zeigen. ... Der liberale Geist ist endgültig begraben, der Hochwächter kennt nur eine Aufgabe, restlose Hingabe für die Idee unseres Führers Adolf Hitler."
– DER HOCHWÄCHTER, AUSG. v. 22. DEZEMBER 1933

Im Frühjahr 1934 wurde der Hochwächter schließlich die offizielle NSDAP-Zeitung für den Hochschwarzwald und amtliches Nachrichtenblatt der NSDAP. Bürgermeister Blasius Müßle verbot daraufhin der Stadtverwaltung die Weitergabe von amtlichen Nachrichten an das Konkurrenzblatt Echo vom Hochfirst, das im Dezember 1935 ihr Erscheinen einstellte. Ab dem 1. Januar 1936 erschien in Neustadt nur noch der Hochwächter als Bezirkskopfblatt des NS-Regionalzeitung Der Alemanne. Ende 1936 ging der Hochwächter voll in der "Ost-West-Ausgabe" (für die Kreise Neustadt und Müllheim) des Alemannen auf, der bis 1945 unter dem Kopf "Aus dem Kreis Neustadt" über das Lokalgeschehen berichtete.

Nach 1945 existierte zunächst keine Regionalzeitung in Neustadt. Die Militärregierung ließ jedoch bei der Druckerei Steinhart zweisprachige Informations drucken. Als erste Nachkriegszeitung im Hochschwarzwald wurde 1946 das sozialdemokratische Blatt Das Volk gegründet. Dominiert wurde Zeitungslandschaft im Raum Titisee-Neustadt aber bald von der Badischen Zeitung aus Freiburg, die seit 1948 in Neustadt eine eigene Lokalredaktion unterhält. Ende der 1960er Jahre eröffnete der Schwarzwälder Bote eine Lokalredaktion auf dem Hirschenbuckel in Neustadt; Anfang der 1970er Jahre folgte auch eine Lokalredaktion des Südkurier, die aber Bereits an der 1990er wieder aufgegeben wurde und auf das Anzeigenblatt Hochschwarzwald-Kurier beschränkt wurde.

Bildungseinrichtungen

Freizeit- und Sportanlagen

Tourismus

Der Titisee wird häufig von Tagestouristen besucht, die insbesondere im Ort Titisee am Ufer und im verkehrsberuhigten Bereich flanieren und konsumieren. In den Sommermonaten ist dies ortsbildprägend.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Titisee-Neustadt liegt an der Deutschen Uhrenstraße. Im Stadtteil Neustadt befinden sich die Neustädter Heimatstuben, im Stadtteil Titisee liegt das M-A-C Märklin Museum.

Die „Neustädter Heimatstuben“ bergen eine einzigartige Sammlung kunsthistorischer Kostbarkeiten aus Stadt und Umgebung. Geräte, Urkunden und Bilder machen die Geschichte der alten „Nuwenstatt“ und Umgebung lebendig. Eine vollständig eingerichtete Uhrmacherwerkstätte führt zu den Anfängen der Schwarzwälder Uhrmacherkunst; originelle Uhren zeugen von Erfindergeist, Tüftelei und Einfallsreichtum. Die Schwarzwaldküche enthält Geräte und Mobiliar aus dem Reich der Schwarzwaldbäuerin. Weitere Stuben zeigen Trachten, Bilder einheimischer Künstler und Literatur zur Geschichte und Volkskunde des Schwarzwaldes.

Bauwerke

Im Stadtteil Neustadt liegt das für das Stadtbild prägende Neustädter Münster. Nahe dem Bahnhof befindet sich zudem der Neustädter Hof, ein denkmalgeschütztes Hotel, das 1899 von der Waldkircher Brauerei Krumm und Reiner erbaut und am 7. April 1900 vom ersten Pächter Benedikt Pfeiffer eröffnet wurde. Die architektonischen Pläne des Hotels, dessen Eingangsportal aus Vogesensandstein gefertigt wurde und dessen Innenräume aufwändig gearbeitete Wandtäfelungen und Stuckverzierungen aufweisen, erzielten 1899 auf einer Basler Architekturausstellung den Ersten Preis. Der zweite Pächter Karl Fehrenbach, der im Freiburger Hotel Viktoria gelernt hatte, machte das Hotel zu einer der ersten Adressen im Schwarzwald. 1931 gehörte Fehrenbach zu den Neustädter Gastwirten, die ihre Räumlichkeiten auch der aufstrebenden NS-Bewegung zur Verfügung stellten. Während der NS-Zeit wurde das Hotel zum zentralen Schauplatz großer Parteiveranstaltungen; gegen Ende des Krieges vermietete Fehrenbachs Witwe Emilie das Hotel an die NS-Organisation Kraft durch Freude. Nach Kriegsende nahm Arnold Fehrenbach 1947 den Hotelbetrieb wieder auf und stellte den Neustädter Hof in der Tradition der "Neustädter Fasnet". In den 1950er Jahren wurde das Hotel aufgestockt und durch einen großen Kursaal sowie ein "Schwarzwaldstüble" ergänzt. In Neustadt befindet sich ebenfalls das zur Caritas gehörende Haus Adler Post, eine ehemalige Postmeisterei aus dem Jahre 1575, das Klösterle, ein ehemaliges Kapuzinerkloster aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, der Alte Friedhof (1810) sowie das Rathaus (1817). Auf dem Hochfirst steht der Hochfirstturm, ein stählerner Aussichtsturm. Am Hochfirst liegt auch die Hochfirstschanze, die größte Skisprung-Naturschanze Deutschlands. Südöstlich von Neustadt verläuft die Bundesstraße 31 mit der Gutachtalbrücke.

Im Stadtteil Titisee liegt das historische Hotel Bären mit einer Holzfassade im Stil des Schwarzwaldhauses. Im Stadtteil Waldau befindet sich die Pfarrkirche St. Nikolaus.

Naturdenkmäler

Titisee-Neustadt liegt im Naturpark Südschwarzwald. Die Fernwanderstrecke Mittelweg, die durch den Ort verläuft, führt an vielen Naturdenkmälern vorbei. Große Bekanntheit hat der Titisee, der größte natürliche See im Schwarzwald.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben

Persönlichkeiten

Literatur (Auswahl)

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Titisee-Neustadt

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