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Stadt Tangerhütte
Der Bürgermeister
Bismarckstr. 5
39517 Tangerhuette

http://www.tangerhuette.de

Basisdaten
ArtStadt
BundeslandSachsen-Anhalt
LandkreisStendal
Höhe38
PLZ39517
Vorwahl03935 <small>(Tangerhütte, Birkholz, Cobbel, Schönwalde, Uchtdorf, Weißewarte)</small>, 039361 <small>(Lüderitz, Schernebeck, Windberge)</small>, 039362 <small>(Bittkau, Grieben, Jerchel, Schelldorf)</small>, 039365 <small>(Bellingen, Demker, Hüselitz)</small>, 039366 <small>(Kehnert, Ringfurth, Uetz)</small>
Gemeindeschlüssel15090546
Gliederung19 Ortschaften
AdresseBismarckstraße 5, 39517 Tangerhütte
Websitewww.tangerhuette.de
BürgermeisterAndreas Brohm
AmtBürgermeister

Die Stadt Tangerhütte liegt im Süden des Landkreises Stendal in der Region Altmark im Land Sachsen-Anhalt.

Geographie

Lage

Die Stadt liegt am Fluss Tanger, nach dem die Stadt ihren Namen erhielt. Tangerhütte liegt an der Bahnstrecke Magdeburg–Stendal im Norddeutschen Tiefland.

Stadtgliederung

Seit Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Tangerhütte-Land und der Neubildung der Stadt am 31. Mai 2010 besteht die „Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte“ aus 19 Ortschaften, 32 Ortsteilen und 6 Wohnplätzen.

Zu Tangerhütte gehört eine rund 2 km² große Exklave westlich von Bertingen. Das Gebiet liegt zwischen der Elbe und einem alten Elbarm.

Geologie

Regionalgeologisch befindet sich das Gebiet Tangerhütte-Land etwa fünf Kilometer südlich der Altmark-Fläming-Senke. Hier liegen Sandsteine aus dem Mesozoikum beziehungsweise Paläozoikum vor. Die Gesteine des Lias liegen heute etwa 1800 Meter unter der Erdoberfläche. Dort sind Temperaturen um 65 °C vorherrschend.

Das Zechstein erscheint bei Klein-Schwarzlosen als Salzdiapir, jedoch nicht an der Erdoberfläche. Die Ursache des Diapirs liegt hier in der Bruchstörung zwischen der Altmark-Fläming-Senke und der Calvörder Scholle.

Der Ort ist zwischen der Glogau-Baruther Urstromtalung (nördlich gelegen) und der Magdeburg-Breslauer Urstromtalung (südlich gelegen) angesiedelt. Die nördliche Urstromtalung entstand während des Warthestadiums in der Weichsel-Kaltzeit. Die südliche steht in Verbindung zum Plankener Stadium der Saale-Kaltzeit. Das Gebiet zwischen diesen Talungen ist Altmoränengebiet und postweichselkaltzeitlich überformt. Tangerhütte liegt heute im Aufschüttungsgebiet der Elbe.

Geschichte

Neuzeit

Tangerhütte ist aus dem Dorf Vaethen hervorgegangen. Es wurde 1375 erstmals urkundlich als Veten erwähnt und blieb eine kleine Ortschaft. Im Jahr 1540 wurden lediglich 80 Einwohner gezählt, Dorfschulze war zu der Zeit Stephan Güldenpfennigk. Im Dreißigjährigen Krieg raubten Magdeburger Söldner Vieh im Ort. 1808 wurde die Dorfstraße befestigt. 1840 hatte der Ort 345 Einwohner. Ab 1842 wurde am rechten Ufer des Tangers das Eisenwerk Tangerhütte errichtet, 1844 in den Eisenwerken Tangerhütte der erste Guss vollzogen. Vaethen entwickelte sich dadurch zu einem Industriestandort. 1852 erhielt es einen Bahnhof. Ab 1870 wurde der Schlosspark mit einem Wasserfall und einem Teich angelegt, bevor 1873/74 das Schloss des Hüttenbesitzers Wagenführ errichtet wurde. 1883 ließ sich die Familie eine Familiengruft bauen. 1880 wurde das Empfangsgebäude des Bahnhofs erbaut.

Im Auftrag des Gruson-Werkes Magdeburg-Buckau wurde im Jahr 1888 südöstlich von Tangerhütte ein Schießplatz angelegt. 1893 wurde das Gruson Werk durch Krupp übernommen und der Schießplatz ab 1919 stillgelegt und später aufgeforstet.

Die Freiwillige Feuerwehr von Vaethen wurde 1891 gegründet, das Rathaus 1905 gebaut. 1907 wurde die Straßenbeleuchtung mit Gaslampen in Betrieb genommen. Der Hüttenbesitzer ließ 1909 bis 1911 das Neue Schloss errichten, das erste wird seitdem als Altes Schloss bezeichnet. 1926 erhält Vaethen eine elektrische Beleuchtung. 1928 wurde der Name von Vaethen in Tangerhütte geändert, 1935 erlangte Tangerhütte das Stadtrecht. In Tangerhütte gab es von 1939 bis zum Kriegsende ein Lazarett für tuberkulosekranke Kriegsgefangene, in dem bis 1945 500 Personen starben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgte eine teilweise Demontage des Eisenhüttenwerks; trotzdem nahm die Hütte bereits 1945 die Arbeit wieder auf.

Am 25. Juli 1952 wurde Tangerhütte Kreisstadt des gleichnamigen Kreises im Bezirk Magdeburg. Am 1. Januar 1988 wurde der Kreis Tangerhütte aufgelöst, Tangerhütte verlor den Status einer Kreisstadt und wurde in den Kreis Stendal eingegliedert, in dem die Stadt bis heute liegt.

Eingemeindungen

Ursprünglich gehörte das Dorf Väthen zum Tangermündeschen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Von 1807 bis 1813 lag es im Kanton Burgstall auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen kam die Gemeinde zum Kreis Stendal, dem späteren Landkreis Stendal.

Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Briest nach Tangerhütte eingemeindet.

Am 31. Mai 2010 wurden die Stadt Tangerhütte und die bisherigen Gemeinden Bellingen, Birkholz, Bittkau, Cobbel, Demker, Grieben, Hüselitz, Jerchel, Kehnert, Lüderitz, Ringfurth, Schelldorf, Schernebeck, Schönwalde (Altmark), Uchtdorf, Uetz, Weißewarte und Windberge zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen „Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte“ vereinigt.

Bevölkerung

Stadt

Jahr Einwohner
1734 191
1772 124
1790 253
1798 261
1804 242
1818 280
1840 302
1871 1.731
Jahr Einwohner
1885 2.828
1895 3.417
1900 4.821
1905 5.302
1910 5.985
1925 5.559
1939 5.422
1946 6.679
Jahr Einwohner
1964 6.528
1971 6.937
1981 7.803
1985 8.177
1990 7.700
1995 7.314
2000 6.600
2005 5.924
2009 5.439

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1981:

Einheitsgemeinde

Jahr Einwohner
2010 11.765
2015 11.007
2020 10.612
2021 10.544
2022 10.333
2023 10.252
2024 10.108
2025 10.000

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Ortsteil

Jahr Einwohner
2013 4.854
2014 4.840
2019 4.559
2022 4.488
2023 4.498

Religion

Die meisten Einwohner Tangerhüttes sind heute konfessionslos.

Die Volkszählung in Deutschland 2022 zeigte, dass von den 10.255 Einwohnern der Stadt Tangerhütte rund 14 % der evangelischen und rund 2 % der katholischen Kirche angehörten.

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat von Tangerhütte besteht aus 28 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 67,8 % zu folgendem Ergebnis:

Partei / Wählergruppe || Stimmenanteil
2019 || Sitze
2019
Stimmenanteil
2024 || Sitze
2024
AfD 11,7 % 3 29,1 % 8
Unabhängige Wählergruppe „Südliche Altmark“ (UWGSA) 15,7 % 4 20,5 % 6
CDU 18,2 % 5 18,4 % 5
Wählergemeinschaft Altmark-Elbe 9,2 % 3 9,5 % 3
Wählergemeinschaft Lüderitz 12,2 % 3 9,4 % 3
SPD 10,1 % 3 8,1 % 2
Wählergemeinschaft Zukunft Einheitsgemeinde Tangerhütte 9,8 % 3 5,0 % 1
Die Linke 11,3 % 3
FDP 1,9 % 1
Insgesamt 100 % 28 100 % 28

Bürgermeister

Letzter gewählter Bürgermeister der alten Gemeinde Tangerhütte war bis zum 30. Mai 2010 Gerhard Borstell (SPD).

Schäfer wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 10. Oktober 2010 mit 52,3 % der gültigen Stimmen gewählt. Sie wurde am 25. Mai 2014 mit 73,2 % der gültigen Stimmen abgewählt.

Brohm wurde in der Bürgermeisterwahl am 14. September 2014 mit 72,7 % der gültigen Stimmen zu ihrem Nachfolger gewählt. Er wurde am 6. Juni 2021 mit 59,9 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt. Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.

Wappen des Ortsteils Tangerhütte

Das Wappen wurde am 24. September 1936 durch den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen verliehen.

Blasonierung: „Gespalten in Silber; vorn am Spalt ein goldbewehrter roter Adler mit ausgeschlagener roter Zunge, hinten am unteren Schildrand drei gestielte, zu einem Strauß verbundene, aufrechte grüne Ähren mit zwei Blättern und schwarzen Grannen, überhöht von einem schwarzen Bergmannsgezähe.“

Der märkische Adler versinnbildlicht die einstige Zugehörigkeit der Altmark zur Mark Brandenburg, Schlägel und Eisen kennzeichnen die Eisenindustrie, gleichzeitig erinnern sie daran, dass bis 1854 in der Umgebung Raseneisenerz abgebaut und verhüttet wurde. Die drei grünen Ähren versinnbildlichen den Agrarcharakter der Umgebung von Tangerhütte.

Das Wappen wurde von dem Magdeburger Staatsarchivrat Otto Korn gestaltet.

Flagge des Ortsteils Tangerhütte

Die Flagge wurde am 20. Juli 1999 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Die Ortsteilflagge ist rot - weiß (1:1) gestreift (Hissflagge: Streifen von oben nach unten, Querflagge: Streifen von links nach rechts verlaufend) mit dem aufgelegten Stadtwappen.

Städtepartnerschaften

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Bauwerke

; Neues Schloss

Das Neue Schloss in Tangerhütte wurde 1909 bis 1911 errichtet. Anlass war die Eheschließung von Johann Jacob Franz Wagenführ von Arnim. Das nach italienischem Vorbild erbaute Gutshaus liegt im südöstlichen Teil des Stadtparks.

Maßgeblich an der künstlerischen Ausgestaltung des Gebäudes beteiligt war der Tangerhütter Bildhauer Otto Funke. Das Kaminzimmer wird von Funkes prächtig geschnitztem Kaminaufsatz beherrscht, der das Wappen der Familie Wagenführ trägt. Der Künstler entwarf ebenfalls die Modelle der beiden Sphingen, die vor dem Eingang des Schlosses stehen. Die steinernen Torwächter wurden in der Zementgießerei der „Hütte am Tanger“ gefertigt.

Das Familienwappen mit der schmückenden Krone, einem Hammer als Sinnbild des Eisenwerks sowie die traditionellen Farben Rot und Silber ziert das Eingangsportal.

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Schloss unter anderem als Heilstätte für Tuberkulosekranke und – bis 1996 – als Seniorenheim.

; Altes Schloss

Das zweistöckige Alte Schloss mit strukturierter Putzfassade und Mansarddach im Nordwesten des Stadtparks wurde 1873/1874 errichtet. Es diente während und nach dem Zweiten Weltkrieg unter anderem als Lazarett, Erholungsheim, Heilstätte für Tuberkulosekranke und Poliklinik. Es ist verfallen und steht zum Verkauf.

; Kirchen

; Gedenkstätten

; Weitere Sehenswürdigkeiten

Grünflächen und Naherholung

Der Stadtpark gilt als eine der herausragenden Anlagen dieser Art in Sachsen-Anhalt. Er ist Bestandteil der Tourismusmarke Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt. Das Gelände hat eine Fläche von zwölf Hektar und wurde ab 1870 im Auftrag des Gießereibesitzers Franz Wagenführ angelegt. Für die Gestaltung diente der englische und französische Gartenstil als Vorbild. Charakteristisch für den Park sind beschnittene Hecken, Bogengänge, Pavillons, Statuen und italienisch anmutende Balustraden an den Ufern von Teichen. Zentrum der Anlage ist ein künstlicher Wasserfall, der über einen Kanal mit Wasser des Tangers gespeist wird.

Museen

Musik

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

Das größte Unternehmen des Orts, die Gießerei TechnoGuss, meldete im Juni 2015 Insolvenz an und wurde durch den Zusammenschluss mit Heidenreich und Harbeck, Mölln, gerettet.

Verkehr

Die Stadt Tangerhütte hat seit 14. September 2020 einen Autobahnanschluss über die Anschlussstelle Tangerhütte (AS 19) an der Altmark-Autobahn A14 von Magdeburg über Stendal und Wittenberge nach Schwerin. Die Nordverlängerung der Bundesautobahn 14 ist aber noch nicht durchgängig befahrbar, da noch nicht alle Streckenabschnitte fertig gebaut wurden bzw. manche Abschnitte sich noch in der Planung befinden.

Der Bahnhof Tangerhütte liegt an der Bahnstrecke Magdeburg–Stendal–Wittenberge und wird im Personenverkehr von Regionalexpress-Zügen der Linie RE20 (Magdeburg–Stendal–Uelzen) sowie der Linie S1 (Schönebeck-Salzelmen–Magdeburg–Stendal–Wittenberge) der S-Bahn Mittelelbe im Stundentakt bedient.

Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von stendalbus.

Bildung

Es gibt in Tangerhütte u. a. eine Grundschule und eine nach Wilhelm Wundt benannte Gemeinschaftsschule.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Mit der Stadt verbunden

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Tangerhütte.

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.

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