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Stadtverwaltung
Salzwedel
An der Mönchskirche 5
29410 Salzwedel

http://www.salzwedel.de

Salzwedel

160pxAbb. 1 Wappen von Salzwedel
Basisdaten
BundeslandSachsen-Anhalt
Höhe19 m
PLZ29410
Vorwahl03901, 039032, 039033, 039037, 039038
Gliederung
Adresse der VerwaltungAn der Mönchskirche 5
29410 Salzwedel
Websitesalzwedel.de
BürgermeisterOlaf Meining (Parteilos)

Die Hansestadt Salzwedel {{IPA|ˈzaltsveːdəl}} (plattdeutsch: Soltwedel) ist Kreisstadt des Altmarkkreises Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie

Die Mittelstadt Salzwedel liegt im nordwestlichen Teil der Altmark an der Einmündung der Salzwedeler Dumme in die Jeetze. Benachbarte regional bedeutsame Städte sind Uelzen (im Westen, 44 km), Lüchow (im Norden, 12 km), Gardelegen (im Süden, 41 km) und Arendsee (im Osten, 24 km).

Stadtgliederung

Die Hansestadt Salzwedel gliedert sich in 17 Ortschaften (ehemalige Gemeinden) und 48 Ortsteile.

Zu den Ortschaften gehören gleichnamige und andere Ortsteile und Wohnplätze:

  • Andorf mit Andorf, Hestedt, Rockenthin, Groß Grabenstedt und Klein Grabenstedt
  • Barnebeck
  • Benkendorf mit Benkendorf und Büssen
  • Brietz mit Brietz mit Wohnplatz Brietzer Mühle und Chüttlitz
  • Chüden mit Groß Chüden, Klein Chüden und Ritze
  • Dambeck mit Dambeck, Amt Dambeck und Brewitz
  • Henningen
  • Klein Gartz
  • Langenapel
  • Liesten mit Liesten und Depekolk
  • Mahlsdorf mit Mahlsdorf und Maxdorf
  • Osterwohle mit Osterwohle, Bombeck, Groß Gerstedt, Klein Gerstedt und Wistedt
  • Pretzier mit Pretzier und Königstedt
  • Riebau mit Riebau und Jeebel
  • Seebenau (kein eigener Ort) mit Cheine, Seeben und Darsekau
  • Steinitz mit Kemnitz und Ziethnitz mit dem Wohnplatz Phillips Kolonie
  • Stappenbeck mit Stappenbeck und Buchwitz
  • Tylsen mit Tylsen und Niephagen

Ortsteile ohne Ortschaftszuordnung sind:

Die Kernstadt Salzwedel bildet keinen Ortsteil. Darüber hinaus befinden sich auf der Gemarkung Salzwedel die Siedlungen und Wohnplätze Böddenstedter Mühle, Perver, Siebeneichen, Siedlung des Friedens und Siedlung Ost.

Am 1. Juli 2019 wurde eine Änderung der Hauptsatzung wirksam: Die Ortschaft Henningen besteht nur noch aus der Gemarkung Henningen. Es entstanden zwei neue Ortschaften: Die Ortschaft Andorf, bestehend aus der Gemarkung Andorf und der Gemarkung Grabenstedt, sowie die Ortschaft Barnebeck, bestehend aus der Gemarkung Barnebeck.

Eine frühere Gemeinde bildete nach der Eingemeindung keine Ortschaft:

Geschichte

Mittelsteinzeit bis Jungsteinzeit

Nach der letzten Eiszeit, die etwa vor 12.000 v. Chr. endete, befand sich zwischen Salzwedel und Wustrow im Wendland ein See. Menschen hinterließen dort viele Feuersteingeräte, aber auch Geweih- und Knochengeräte. Einzelne dieser Geweihgeräte wurden in der Jeetze gefunden.

Die frühesten archäologischen Funde, die auf eine Ansiedlung hinweisen, befinden sich außerhalb des heutigen Innenstadtbereichs. Im benachbarten Wendland, insbesondere aus der Umgebung von Lüchow, sind viele mittel- und jungsteinzeitliche Fundplätze bekannt. Gruppen von Jägern und Sammlern hinterließen im Raum Salzwedel bei Kalbe (Milde) einige Artefakte, nämlich Kernbeile und Spalter.

Aus der mittleren und späten Jungsteinzeit (etwa 3600–2000 v. Chr.), und damit von bäuerlichen Kulturen, stammen nur wenige Stücke aus dem Stadtgebiet. Allerdings existieren im Umland zahlreiche „Hünenbetten“, Gräber, von denen bereits im Jahr 1843 für die Megalithprovinz Altmärkische Gruppe 142 Gräber nachgewiesen wurden. Spätere Untersuchungen konnten weitere 190 als ehemals vorhanden nachweisen. Hinzu kommen zahlreiche Rund- oder Ovalgräber. Die Megalithanlagen prägen sogar die Landschaft, obwohl diese Bauepoche nur von kurzer Dauer war. So bricht die Belegung bereits mit der späten Jungsteinzeit ab.

Bronzezeit bis Frühmittelalter

Ein spätbronzezeitlicher Fund vom alten Wasserwerk und ein Gräberfeld (etwa an der heutigen B71) deuten auf eine dauerhafte Besiedlung des näheren Stadtgebiets Salzwedels seit etwa 1000 v. Chr. hin.

In der frühen Eisenzeit bestand ein Friedhof etwa auf diesem Gebiet (ab 700 v. Chr.) und es entstand ein neuer Friedhof namens „Auf dem hohen Felde“, also ganz in der Nähe. Zum Ende der vorrömischen Eisenzeit ab ca. 200 v. Chr. wurden neue Friedhöfe auf dem Perver Windmühlenberg (südöstlich von Salzwedel) und auf dem ehemaligen Exerzierplatz bei Kricheldorf (südlich von Salzwedel) angelegt. Aus der spätrömischen Kaiserzeit und der Völkerwanderung (180–500 n. Chr.) gibt es nur sehr wenige Einzelfunde.

Mittelalter und die Salzwedeler Burg als Beginn der Stadtentwicklung

Seit dem Jahr 800 wird eine Siedlung an der Stelle der heutigen Stadt in Nachbarschaft der Burg Salzwedel vermutet. Der alte Name Soltwidele weist auf eine Furt durch die Jeetze an der alten Salzstraße hin. Im Jahr 1112 wird die Burg bei Salzwedel zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Salzwedel führt seine Stadtgründung auf die Markgrafenbrüder Johann I. und Otto III. zurück, die zeitweilig auf der Burg Salzwedel lebten; die erste Bezeichnung als Stadt datiert aus dem Jahre 1233. Ab 1247 entstand unmittelbar nordöstlich der Altstadt die Neustadt als planmäßige Gründung und eigenständige Stadt. Beide Städte lagen innerhalb der Stadtmauer. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erscheinen die von Wallstawe, danach die von Böddenstedt als castellani (Burgmannen) von Salzwedel. Erst im Jahr 1713 wurden Altstadt und Neustadt vereinigt.

Hanse (1263–1518), Juden (ab dem 13. Jahrhundert), Polaben

Von 1263 bis 1518 war Salzwedel Mitglied der Hanse – 1518 wurde es ausgeschlossen –, so dass die Stadt an dessen Handel partizipieren konnte. So erreichten Getreide, Häute, Tücher oder Bier aus der Hansestadt Visby auf Gotland und Russland. In die Stadt wurden vorwiegend Gewürze, Heringe und auch Zinn- und Kupfergefäße über die Jeetze geschifft. Aufgrund der hochwertigen Stoffe war Salzwedel als „Tuchmacherwerkstatt“ weit über die Grenzen der Region hinweg bekannt. Bis heute zeugen Straßennamen wie Schmiede-, Wollweber- oder Radestraße und die eingepflasterten Wappen des jeweiligen Handwerks für die einstige Tradition in Salzwedel.

Bis ins 13. Jahrhundert lassen sich Spuren jüdischen Lebens in Salzwedel nachweisen. Aus dem Jahr 1297 ist die „Stendaler Judenordnung“ überliefert. Die Bezeichnung ist allerdings irreführend, denn darin wurden nur die Privilegien der örtlichen Juden bestätigt, dazu, dass sie wie die übrigen Bürger behandelt werden sollten. In Salzwedel waren jüdische Familien seit Beginn des 14. Jahrhunderts ansässig. Nach 1344 standen sie erst unter dem Schutz des Markgrafen Ludwig V. und wenige Jahrzehnte danach des Rates der Stadt Salzwedel. Als Gegenleistungen für zur Verfügung gestellte Wohnungen mussten sie zweimal im Jahr Abgaben leisten. Damals soll es eine „Judengasse“ und eine Synagoge gegeben haben.

In der im 18. Jahrhundert ausgestorbenen polabischen („wendischen“) Sprache der Gegend wurde Salzwedel Ljosdit (Lôsdît, Lósdy) genannt, was eventuell von ljos (slawisch lěsă, „Wald“) abgeleitet wurde.

Reformation und Frühe Neuzeit

Die Reformation fasste in Salzwedel 1541 Fuß. Ab dem 16. Jahrhundert gehörte Salzwedel zum Salzwedelischen Kreis.Die seit dem 13. Jahrhundert entstandene Franziskanerkirche am Rande der Altstadt wurde 1577 bis 1581 zur evangelischen umgestaltet und als Schulkirche genutzt. Im 18. Jahrhundert wurde sie zur Garnisonskirche. Das Augustinerchorherrenstift zum Hl. Geist in Perver wurde Ende des 16. Jahrhunderts mit der Burg Salzwedel zum Amt Salzwedel vereinigt. Große Teile der Kirche wurden 1792, nach langem Verfall, abgebrochen. Das St. Annenkloster bei der Nikolaikirche war ebenfalls verfallen. Der Platz des Klosterhofes wurde schon 1727 zum Exerzierplatz umgewidmet.

Der Dreißigjährige Krieg brachte die Stadt an den Rand des Ruins, ohne dass sie belagert wurde. Grund dafür war die Einquartierung fremder Truppen, darunter auch der Söldner Peter Hagendorf im Winterlager von Dezember 1627 bis Februar 1628. Es dauerte Jahrzehnte, bis die Folgen des Krieges überwunden waren. In Salzwedel-Neustadt gab es 1670 neben 287 bewohnten Häusern noch immer 145 wüste Hausstellen.

Salzwedel wurde verkehrstechnisch stärker an Berlin angebunden. 1649 wurde die Botenpost Berlin – Tangermünde – Stendal – Gardelegen – Salzwedel eingerichtet, der 1682 eine zweimal pro Woche bediente Fahrpost folgte.

Bis 1817 wuchs die jüdische Bevölkerung im Kreis Salzwedel auf 110 Personen. Ihre rechtliche Gleichstellung erfolgte erst im späten 19. Jahrhundert. Im Jahr 1860 lebten nur noch 68 Juden in Salzwedel. Bei einer Gesamteinwohnerzahl von etwa 11.000 entsprach dies einem Bevölkerungsanteil von 0,6 %.

Von 1800 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs

1816 wurde Salzwedel Sitz des Kreises Salzwedel in der preußischen Provinz Sachsen. 1870 erhielt die Stadt einen Eisenbahnanschluss. Damit verlor die Jeetzeschifffahrt an Bedeutung. In der Folge kamen weitere Bahnstrecken hinzu.

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand Hoyersburg als Ortsteil von Salzwedel. Die Gründung der Siedlung erfolgte vorrangig, um Russlanddeutsche anzusiedeln, die vor allem als Forstarbeiter für die Stadt tätig waren.

Bereits vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten ging die Anzahl der Juden zurück. Im Jahr 1930 lag die Zahl jüdischer Einwohner Salzwedels bei 50 Personen.

Mit dem Nationalsozialismus wurden die jüdischen Einwohner ab 1933 diskriminiert, sukzessive vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen, entrechtet und schließlich in Konzentrationslager verschleppt und ermordet. Die kleine Salzwedeler Synagoge in einem Hinterhof am Lohteich, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts genutzt wurde, wurde während der Reichspogromnacht 1938 zerstört und geplündert. Die jüdischen Salzwedeler wurden überwiegend am 13. April 1942 über Magdeburg, Potsdam und Berlin ins Warschauer Ghetto derportiert, wenn sie nicht zuvor ins Ausland fliehen konnten. Dies gelang zum Beispiel den drei Söhnen der Familie Bachenheimer. Die Spuren der Familien Stein, Hirsch und Jacob sowie der Eltern der Bachenheimer-Söhne verlieren sich nach ihrer Ankunft im Warschauer Ghetto. 16 Stolpersteine erinnern heute an Salzwedels ermordete Juden. Nach 1945 und dem Ende des Holokausts lebten nur noch drei jüdische Salzwedeler in der Stadt.

Während des Zweiten Weltkrieges war ab 1942 auf dem Gelände einer Düngemittelfabrik in der Gardelegener Straße ein Lager für Zwangsarbeiter eingerichtet, das von Ende Juli 1944 bis zum 14. April 1945 als Außenlager Salzwedel, ein Frauenlager des KZ Neuengamme, weiter betrieben wurde. Anfänglich 400 und später bis zu 1.500 meist jüdische Gefangene unterschiedlicher Nationalitäten mussten für die Draht- und Metallfabrik Salzwedel, eine Tochterfirma der Magdeburger Polte-Werke, in zwei Zwölf-Stunden-Schichten Schwerstarbeit in der Munitionsherstellung verrichten. Gegen Ende des Krieges wurden immer mehr Frauen aus anderen Konzentrationslagern vor den anrückenden Alliierten ins Lager Salzwedel transportiert und am 14. April 1945 befreite die 9. US-Armee dort 3.000 Häftlinge.

Der im Rahmen der Operation Clarion durchgeführte Luftangriff der amerikanischen 8th Air Force vom 22. Februar 1945 durch 59 Bomber des Typs B-17 „Flying Fortress“ mit 198 Tonnen Bomben an Bord zerstörte den Bahnhofsbereich, sowie Anlagen des Gaswerks. Der Angriff forderte etwa 300 Menschenleben, die Altstadt blieb jedoch weitgehend verschont, da die Hauptziele des Angriffs die Eisenbahnanlagen waren.Salzwedel 2011.png|mini|hochkant=1.5|Bevölkerungspyramide für Salzwedel (Datenquelle: Zensus 2011<ref>Datenbank Zensus 2011, Salzwedel, Hansestadt, Alter + Geschlecht</ref>)">Salzwedel 2011.png|mini|hochkant=1.5|Bevölkerungspyramide für Salzwedel (Datenquelle: Zensus 2011<ref>Datenbank Zensus 2011, Salzwedel, Hansestadt, Alter + Geschlecht</ref>)

Nachkriegszeit, DDR, Wiedervereinigung

Von 1946 bis 1950 war Salzwedel eine kreisfreie Stadt. 1952 wurde es dem neu gegründeten Bezirk Magdeburg zugeordnet.

Zur DDR-Zeit verfielen zahlreiche Häuser der Stadt. Nur 5 Kilometer nördlich des Zentrums von Salzwedel verlief zu dieser Zeit die innerdeutsche Grenze. Am 11. Juni 1967 starb der Lüchow-Dannenberger Landwirt Ernst Wolter auf der Suche nach Kühen an der Grenze durch eine Landmine. Mit 80 Jahren ist er vermutlich das älteste Todesopfer an der innerdeutschen Grenze.

Die Stadt wurde von April 1971 bis April 1986 Standort der Hubschrauberstaffel 16 der Fliegerkräfte der Grenztruppen der DDR, danach noch Außenstelle des Standortes Nordhausen, zuletzt mit Hubschraubern der Typen Mil Mi-2 und Mil Mi-8.

Das Salzwedeler Zentrum der friedlichen Revolution in der DDR war die Katharinenkirche. Die innerdeutsche Grenze wurde nach dem Mauerfall in eine besondere Ökozone, das Grüne Band, umgewandelt.

Viele Häuser wurden seit der Wende 1989 verlassen, so dass im Jahre 2007 eine Aktion gestartet wurde, um Häuser und Grundstücke günstig anzubieten.

Seit dem 1. April 2008 trägt Salzwedel den Namenszusatz Hansestadt. Vom 5. bis 8. Juni 2008 war die Hansestadt Austragungsort des 28. Hansetags der Neuzeit unter dem Motto „Zukunft trifft Vergangenheit“. Im Jahr 2038 wird Salzwedel erneut Austragungsort des Hansetags der Neuzeit sein.

Einwohnerentwicklung seit 1730

Jahr Einwohner
1730 3.589
1740 3.657
1750 3.606
1770 4.017
1774 3.851
1780 4.717
1790 4.886
1925 14.927
1939 18.031
1946 24.564
1964 19.615
1971 20.501
1981 22.811
1993 23.368
Jahr Einwohner
1998 20.614
1999 20.499
2000 20.349
2001 20.130
2002 19.926
2003 21.360
2004 21.070
2005 21.316
2006 20.777
2015 24.410
2016 24.199
2017 24.002
2018 23.655
2020 23.306
2021 22.999
(ab 1998 jeweils zum 31. Dezember)

Ende 2022 war Salzwedel mit 23.543 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Altmark nach Stendal, die 19. größte Stadt in Sachsen-Anhalt und die 579. größte Stadt in Deutschland.

Eingemeindungen

Eingemeindungen nach Salzwedel fanden in den Jahren 1908 (Perver), 1950 (Böddenstedt), 1974 (Krinau), 2003 (drei Gemeinden), 2005 (Stappenbeck), 2009 (Benkendorf), 2010 (zehn Gemeinden) und 2011 (zwei Gemeinden) statt.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Andorf 01.05.1992 Eingemeindung nach Henningen
Barnebeck 01.05.1992 Eingemeindung nach Henningen
Benkendorf 01.01.2009
Böddenstedt 20.07.1950
Bombeck 20.07.1950 Eingemeindung nach Osterwohle
Brewitz 20.07.1950 Eingemeindung nach Dambeck
Brietz 01.01.2003
Buchwitz 20.07.1950 Eingemeindung nach Stappenbeck
Cheine 01.03.1973 Eingemeindung nach Seebenau
Chüden 01.01.2010
Chüttlitz 01.03.1973 Eingemeindung nach Brietz
Dambeck 01.01.2003
Depekolk 20.07.1950 Eingemeindung nach Liesten
Eversdorf 01.08.1972 Zusammenschluss mit Wieblitz zu Wieblitz-Eversdorf
Gerstedt 01.10.1972 Eingemeindung nach Osterwohle
Grabenstedt 01.01.1973 Eingemeindung nach Andorf
Groß Chüden 01.12.1972 Zusammenschluss mit Ritze zu Chüden
Groß Grabenstedt 20.07.1950 Zusammenschluss mit Klein Grabenstedt zu Grabenstedt
Groß Wieblitz 20.07.1950 Zusammenschluss mit Klein Wieblitz zu Wieblitz
Henningen 01.01.1974
01.05.1990
01.01.2010
Eingemeindung nach Langenapel
Ausgliederung aus Langenapel
Eingemeindung nach Salzwedel
Hestedt 20.07.1950 Eingemeindung nach Andorf
Jahrsau 20.07.1950 Eingemeindung nach Jeebel
Jeebel 01.01.1963 Eingemeindung nach Riebau
Kemnitz 20.07.1950 Zusammenschluss mit Ziethnitz zu Steinitz
Klein Chüden 20.07.1950 Eingemeindung nach Ritze
Klein Grabenstedt 20.07.1950 Zusammenschluss mit Groß Grabenstedt zu Grabenstedt
Klein Gartz 01.01.2010
Klein Wieblitz 20.07.1950 Zusammenschluss mit Groß Wieblitz zu Wieblitz
Königstedt 01.01.1992 Eingemeindung nach Pretzier
Kricheldorf 20.07.1950 Zusammenschluss mit Sienau zu Krinau
Krinau 15.03.1974
Langenapel 01.01.2010
Liesten 01.01.2010
Mahlsdorf 01.01.2003
Maxdorf 20.07.1950 Eingemeindung nach Mahlsdorf
Osterwohle 01.01.2010
Perver 01.07.1908
Pretzier 01.01.2010
Riebau 01.01.2010
Ritze 01.12.1972 Zusammenschluss mit Groß Chüden zu Chüden
Rockenthin 20.07.1950 Eingemeindung nach Andorf
Seebenau 01.01.2010
Sienau 20.07.1950 Zusammenschluss mit Kricheldorf zu Krinau
Stappenbeck 01.01.1974
01.05.1990
01.01.2005
Eingemeindung nach Mahlsdorf
Ausgliederung aus Mahlsdorf
Eingemeindung nach Salzwedel
Steinitz 01.01.2011
Tylsen 01.01.2010
Wieblitz 01.08.1972 Zusammenschluss mit Eversdorf zu Wieblitz-Eversdorf
Wieblitz-Eversdorf 01.01.2011
Wistedt 01.10.1972 Eingemeindung nach Osterwohle
Ziethnitz 20.07.1950 Zusammenschluss mit Kemnitz zu Steinitz

Politik

In den Ortschaften ist die Ortschaftsverfassung eingeführt, außer in Benkendorf.

Stadtrat

Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung des Stadtrats:

Partei / Liste Stimmenanteil +/− %p Sitze +/−
Linke 17,9 % − 5,2 6 − 2
CDU 16,7 % − 10,4 6 − 4
AfD 13,0 % + 13,0 5 + 5
SPD 12,2 % − 0,8 4 − 1
Grüne 7,7 % + 3,3 3 + 1
FDP 3,9 % + 1,6 1 ± 0
Hanseatischer Bürgerbund Salzwedel 15,5 % + 13,0 6 + 5
WG Salzwedel-Land 11,8 % − 1,6 4 − 1
DORF BIS STADT 1,4 % + 1,4 1 + 1
Zusätzlich gehört dem Stadtrat der Bürgermeister an.

Stadtverwaltung

Am 9. März 2008 wurde die parteilose Sabine Danicke zur Bürgermeisterin der Hansestadt Salzwedel gewählt. Auf Grund der Eingemeindung von Steinitz und Wieblitz-Eversdorf zum 1. Januar 2011 stieg die Einwohnerzahl Salzwedels über 25.000, so dass Danicke fortan die Amtsbezeichnung Oberbürgermeisterin führte.

Bei der Bürgermeisterwahl 2015 gewann Sabine Blümel mit nur drei Stimmen Vorsprung. Aufgrund des knappen Wahlergebnisses legte Danicke jedoch Widerspruch ein. Am 10. Juli 2015 gab Danicke ihr Amt daher an den stellvertretenden Oberbürgermeister Andreas Vogel ab, bis zu einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Magdeburg. Die 9. Kammer des Verwaltungsgerichts Magdeburg unter Vorsitz des Verwaltungsrichters Uwe Haack entschied am 15. Dezember 2015, dass die Bürgermeisterwahl gültig sei. Zwei Stimmen wurden jedoch für ungültig erklärt, sodass Sabine Blümel die Stichwahl mit lediglich einer Stimme am 8. März 2015 gewonnen hatte. Nach einem Jahr verwaltungsgerichtlicher Auseinandersetzungen wurde die neue Salzwedeler Bürgermeisterin Sabine Blümel dann vom Stadtrat am 16. März 2016 vereidigt und nahm bereits einen Tag später ihre Amtsgeschäfte auf.Seit 16. März 2023 ist der von der SPD unterstützte Olaf Meining (parteilos) Bürgermeister von Salzwedel. Er setzte sich am 19. November 2022 in der Stichwahl mit 44 Stimmen Vorsprung gegen den CDU-Kandidaten Hendrik Stiller durch und löste Sabine Blümel in ihrem Amt ab.

Wappen

Blasonierung: „Gespalten in Silber; vorn ein halber roter Adler mit goldener Bewehrung und Brustspange, daneben ein aufgerichteter roter Schlüssel mit rückgewendetem Bart; hinten ein roter Adler mit goldener Bewehrung und Brustspangen, in den Fängen zwei liegende rote Schlüssel pfahlweise, über die Schwingen gestülpt zwei stahlfarbene Kübelhelme mit schwarzem goldverziertem Flug, in der Halsbeuge ein sechseckiger goldener Stern.“

Vor 1713 waren die Alt- und Neustadt von Salzwedel zwei getrennte Städte mit eigenen Wappen. Die Geschichte der Wappen lässt sich an der Entwicklung der Siegelbilder beider Städte verfolgen. Ursprünglich führte die Altstadt einen ganzen Adler, in den Fängen einen liegenden Schlüssel. Das oben blasonierte Altstadtwappen entwickelte sich erst später im Laufe des Mittelalters. Nach Vereinigung von Altstadt und Neustadt setzte man beide Wappen nebeneinander in einen Schild. Die Altstadt führte den halben brandenburgischen Adler mit aufgerichtetem Schlüssel, die Neustadt den ganzen brandenburgischen Adler mit zwei liegenden Schlüsseln, zwei Helmen und Stern.

Flagge

Die Farben der Hansestadt Salzwedel sind weiß-rot. Die Stadtfahne zeigt in der Längsrichtung eine obere weiße und eine untere rote Hälfte. In der Mitte befindet sich das Stadtwappen.

Städtepartnerschaften

Salzwedel unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

Gedenkstätten

Ehemalige Bauwerke

Musik und Bands

Regelmäßige Veranstaltungen

Die größte und traditionsreichste Veranstaltung ist der jährlich stattfindende Dionysiusmarkt, kurz Nysmarkt. Er findet als großes Stadtfest um den Tag der Deutschen Einheit statt. Als weitere regelmäßige Veranstaltung hat sich das Hansefest Anfang Juni etabliert. Im September findet seit 2013 das dezentrale Kunstfestival Wagen & Winnen statt, das sich über die Altmark und angrenzende Landkreise erstreckt. Ergänzt werden diese Veranstaltungen durch die Kneipennacht (im März), den Hopfenmarkt (im April), den Christopher-Street-Day (im Juni), das Weinfest (im Juni), das Stadtpicknick (im Juni), das Vereinsfest (im Juni), das politische Straßenfest in der Altperverstraße (im September) und die Lichternacht (im November).

Als großes Konzertevent findet jährlich das Bundesfinale des Bandwettbewerbs Local Heroes statt. Der Contest wird seit 1990 in Deutschland ausgetragen, und vom Verein „Aktion Musik / local heroes e. V.“ (Salzwedel) organisiert und koordiniert.

Bis 2008 war das Parkfestival als ein im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindendes Musikfestival mit mehreren tausend Besuchern und Beteiligung von nationalen und internationalen Bands und Musikern überregional bekannt. Aufgrund der hohen Kosten wird es nicht mehr durchgeführt. Auch das Smack-Festival, später Chemical Bash, eines der größten Hard-Rock-Festivals Sachsen-Anhalts, fand in Salzwedel statt. In einem Waldstück bei Pretzier („Zauberwald“) findet seit 2014 alljährlich im August das Indie-Electro-Musikfestival Forest Jump statt.

Künstler- und Stipendiatenhaus

Seit dem Jahr 1997 fördert die Stadt via Förderverein ein Künstler- und Stipendiatenhaus in den Sparten Bildende Kunst, Literatur und Musik.

Sport

Von 1955 bis mindestens 1961 war Salzwedel Austragungsort des Jahn-Gedächtnis-Sportfests. Die Stadt war ein Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit Behinderung.

Es gibt mehrere Sportvereine, wie den SV Eintracht Salzwedel 09, ESV Lok Salzwedel, Hansebaskets Salzwedel, SV Brietz, BSV Salzwedel, Freizeit & Sport Siebeneichen e. V., Reitverein St. Georg Salzwedel, die Schützengilde der Stadt Salzwedel und den Schiffsmodellclub Salzwedel 1985.

Das Werner-Seelenbinder-Stadion ist die Spielstätte des ESV Lokomotive Salzwedel e. V.

Darüber hinaus waren einige Salzwedeler Sportler auf nationaler und internationaler Ebene erfolgreich, wie Doris Maletzki, Irmgard Praetz, Petra Westing und Thomas Ulbricht.

Kulinarische Spezialitäten

Regionale Spezialitäten sind der Salzwedeler Baumkuchen, die Altmärkische Hochzeitssuppe, Tiegelbraten (Hammelfleisch) und das Zungenragout.

Religionen

Knapp 80 Prozent der Einwohner Salzwedels sind konfessionslos.

Die Volkszählung in der Europäischen Union 2011 zeigte, dass von den 24.693 Einwohnern der Stadt Salzwedel rund 19 % der evangelischen und rund 3 % der katholischen Kirche angehörten.

Die evangelischen Christen der Stadt Salzwedel und umliegender Dörfer gehören zu drei Pfarrbereichen: St. Marien (in der Altstadt), St. Katharinen (in der Neustadt) und St. Georg (in Perver) im Kirchenkreis Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Die katholische Pfarrgemeinde St. Laurentius gehört administrativ zum Dekanat Stendal des Bistums Magdeburg. Die Gottesdienste der Gemeinde werden in der Lorenzkirche abgehalten.

In Salzwedel gibt es Gemeinden verschiedener Freikirchen, z. B. die Adventgemeinde, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) sowie eine Pfingstgemeinde.

Die Neuapostolische Kirche ist ebenfalls vor Ort vertreten.

Im deutschlandweiten Vergleich gering ist die Anzahl der Angehörigen des Islam.

Der Anteil der jüdischen Einwohner ist sehr gering. Die nächsten jüdischen Gemeinden befinden sich in Wolfsburg, nämlich die Orthodoxe Jüdische Gemeinde zu Wolfsburg und die Liberale Jüdische Gemeinde Wolfsburg-Braunschweig und in Magdeburg, nämlich die Synagogen-Gemeinde zu Magdeburg und die Liberale Jüdische Gemeinde zu Magdeburg. Der alte jüdische Friedhof in einem Waldgebiet südwestlich von Chüttlitz und der neue jüdische Friedhof an der Lüneburger Straße sind in der Fläche zwar noch erhalten, doch nur auf dem jüngeren, etwa 650 m² großen Gelände findet man noch ca. 20 Grabsteine, wovon der älteste von 1853 datiert.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Der Salzwedeler Baumkuchen, der hier in mehreren Betrieben produziert wird, ist über die deutschen Grenzen hinaus bekannt. Die „Erste Salzwedeler Baumkuchen-Fabrik“ wurde 1808 gegründet und wurde 1865 Königlicher Hoflieferant. König Wilhelm I., der spätere Deutsche Kaiser, besuchte damals die Stadt. 1958 zur DDR-Zeit wurde das Unternehmen enteignet. Die Inhaberin wurde im Alter von 72 Jahren zu zwei Jahren Haft verurteilt. Man legte ihr zur Last, durch den Versand des Baumkuchens in die Bundesrepublik der DDR-Bevölkerung wertvolle Rohstoffe entzogen zu haben. 1990 erfolgte die Rückgabe des enteigneten Unternehmens.

Ab 1840 bestand in der Altperverstraße 11 ein Buchladen, der ab 1871 über drei Generationen fortbestand, und den zuletzt Helga Weyhe innehatte. Sie war schon seit 2017 die älteste unter allen Buchhändlern Deutschlands, als sie am 4. Januar 2021 starb; sie hatte das Geschäft 1964 übernommen, im Haus war sie am 11. Dezember 1922 zur Welt gekommen.

Verkehr

Straße

Die B 71 (Magdeburg–Gardelegen–Salzwedel–Uelzen–Bremerhaven) quert Salzwedel von Nordwesten nach Südosten und die B 248 (Northeim–Wolfsburg–Salzwedel–Dannenberg) in Süd-Nord-Richtung, während die B 190 (Salzwedel–Arendsee–Seehausen) in östlicher Richtung von Salzwedel ausgeht.

Salzwedel ist der am weitesten von einer Autobahnauffahrt entfernte größere Ort Deutschlands (Stand November 2012). Es sind von dort:

Ein Lückenschluss der östlich von Salzwedel verlaufenden A 14 von Magdeburg über Stendal und Osterburg nach Schwerin befindet sich in Realisierung. Ursprünglich (1995) war eine X-Variante in Planung, welche auch durch den ADAC befürwortet wurde und ein Autobahnkreuz Salzwedel aus verlängerter A 39 und A 14 vorsah.

Eisenbahn

Die einzige in Betrieb befindliche Zugverbindung ist die Bahnstrecke Stendal–Uelzen, die ursprünglich Bremen mit Berlin verband und als sogenannte Amerikalinie nach Bremerhaven zur Columbuskaje weiterführte. Salzwedel liegt an dem nach Ende der deutschen Teilung in Richtung Uelzen wieder eröffneten Teilstück Stendal–Uelzen. Auf dieser Strecke bestehen Verbindungen mit einem Regional-Express in Richtung Uelzen oder Stendal–Magdeburg–Halle sowie durch eine Regionalbahn in Richtung Stendal, die alle Unterwegsbahnhöfe bedient. Von April 2014 bis 2021 hielt ein Interregio-Express in Salzwedel, der Berlin und Hamburg miteinander verband; eine Wochenendverbindung mittels IC auf derselben Strecke wurde im Dezember 2015 eingestellt. Das Eurocity-Zugpaar Hamburg–Breslau verschwand im Dezember 2014 aus dem Angebot.

Die Strecke nach Oebisfelde wurde 2002 und die Strecke nach Wittenberge (über Arendsee (Altmark)) 2004 stillgelegt.

Busverkehr

Der öffentliche Personennahverkehr wird unter anderem durch den PlusBus und TaktBus des Landesnetzes Sachsen-Anhalt erbracht. Folgende Verbindungen führen ab Salzwedel:

Die Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel mbH (PVGS) betreibt weitere Linien ab Salzwedel sowie den öffentlichen Rufbusverkehr in Salzwedel.

Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung

Die Versorgung des Stadtgebietes mit Trinkwasser wird vom Verband Kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung übernommen, ebenso die Entsorgung des anfallenden Abwassers.

Das Trinkwasser für Salzwedel wird im Wasserwerk Siedenlangenbeck aus Grundwasser gewonnen. Täglich werden etwa 3.600 m³ Rohwasser aufbereitet. Über zwei Filterstufen erfolgt die Enteisenung und Entmanganung, eine Entsäuerung/Aufhärtung und der Rückhalt von Trübstoffen. Anschließend wird das Wasser belüftet und so Kohlensäure eliminiert.

Die Gesamthärte liegt bei 1,4 mmol/l (7,6 °dH) und fällt damit in den Härtebereich weich. Der Brutto-Verbrauchspreis beträgt 1,41 Euro je Kubikmeter.

Die Abwässer der Stadt Salzwedel fließen der zentralen Kläranlage zu . Das Klärwerk wurde 1997 in Betrieb genommen und ist auf eine Kapazität von 45.000 Einwohnerwerten ausgelegt. Jährlich werden etwa 1,9 Mio. m³ Abwasser gereinigt und in die Jeetze eingeleitet.

Hilfsorganisationen

Bildung

In Salzwedel gibt es das Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium sowie die Berufsbildende Schule des Altmarktkreises Salzwedel (BBS-Saw) mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Verwaltung, Metalltechnik, Bautechnik, Holztechnik, Gesundheit und Pflege, Körperpflege, Gastronomie und Agrartechnik.

Persönlichkeiten

s. Liste von Persönlichkeiten der Stadt Salzwedel

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Salzwedel

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