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Stadt Salzgitter
Der Oberstadtdirektor
Joachim-Campe-Str. 6-8
38226 Salzgitter

http://www.salzgitter.de

Salzgitter

160pxAbb. 1 Wappen von Salzgitter
Basisdaten
BundeslandNiedersachsen
Höhe93 m
PLZ38226, 38228, 38229,
38239, 38259
Vorwahl05341, 05300, 05339
Gliederung7 Ortschaften
mit 31 Stadtteilen
Adresse der VerwaltungJoachim-Campe-Straße 6–8
38226 Salzgitter
Websitewww.salzgitter.de
OberbürgermeisterFrank Klingebiel (CDU)
Salzgitter ist eine Großstadt im nördlichen Harzvorland, im Südosten des Landes Niedersachsen. Die kreisfreie Stadt ist Sitz der Salzgitter AG und bildet mit den Städten Braunschweig und Wolfsburg eine Regiopolregion und eines der neun Oberzentren des Landes. Sie ist Bestandteil der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Salzgitter besteht in seiner jetzigen Form seit 1942 und war eine der wenigen neuen Stadtgründungen in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Stadt ist durch einen Stichkanal mit dem Mittellandkanal verbunden. Die nächsten Großstädte sind die nordöstlich an das Stadtgebiet grenzende Stadt Braunschweig, die 30 km westlich gelegene Stadt Hildesheim und die 50 km entfernte, nordwestlich gelegene Stadt Hannover.

Salzgitter wurde 1942 erstmals Großstadt, hatte aber am Stichtag 31. Dezember 2012 laut europäischem Zensus 2011 nur noch 98.095 Einwohner und wurde somit eine Mittelstadt.Zum 30. September 2015 überschritt die Stadt mit einer amtlichen Einwohnerzahl von 100.365 wieder die Schwelle zur Großstadt.

Geographie

Lage

Salzgitter liegt in einer breiten lössbedeckten Mulde zwischen dem Oderwald im Osten und den Lichtenbergen (Nordwestteil des Salzgitter-Höhenzugs) im westlichen Teil des Stadtgebiets sowie dem nördlichen Mittelteil des Salzgitter-Höhenzugs im südlichen Stadtgebiet. Die Stadt wird etwa in Nordwest-Südost-Richtung vom Oberlauf der Fuhse durchflossen. Der Mittellauf der Innerste fließt wenige Kilometer durch den äußersten Südwesten Salzgitters.

Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 24 km und in Ost-West-Richtung 19 km. Die höchste Erhebung des Stadtgebiets ist der hohe Hamberg nordwestlich von Salzgitter-Bad.

Etwa die Hälfte der Stadtfläche wird landwirtschaftlich genutzt, rund ein Sechstel ist bewaldet. Ein weiteres Sechstel teilt sich zu ähnlichen Anteilen in Wohn- bzw. Gewerbe-/Industrieflächen auf. Die Verkehrsflächen belegen ebenfalls einen ähnlichen Anteil wie die Wohnflächen.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet von Salzgitter besteht aus sieben Ortschaften, die sich aus insgesamt 31 Stadtteilen zusammensetzen. Jede Ortschaft hat als Gremium einen von der wahlberechtigten Bevölkerung gewählten Ortsrat mit einem Ortsbürgermeister. Mit einer Fläche von 223,93 km² gehört die Stadt zu den flächengrößten Städten Deutschlands. Im Gegensatz zu historisch gewachsenen Städten, die sich meist um ein Zentrum entwickelten, gibt es hier keinen Ortskern. Nur Salzgitter-Lebenstedt kann wegen seiner Größe (als weitaus bevölkerungsreichster Stadtteil) und Lage sowie wegen des Sitzes der Verwaltung eine gewisse Leitungsfunktion für sich beanspruchen.

Stadtteil Fläche
in ha
Einwohner
(Dezember 2023)
Bevölkerungs-
dichte in Einw./km²
Ortschaft Nord 2.795,2 48.829 1.747
Bruchmachtersen 155,5 770 495
Engelnstedt 448,3 743 166
Lebenstedt 1.372,8 45.945 3.347
Salder 818,6 1.371 167
Ortschaft Nordost 3.250,4 12.461 383
Beddingen 923,2 477 52
Sauingen 423,6 413 97
Thiede 1.226,4 10.796 880
Üfingen 677,2 775 114
Ortschaft Nordwest 3.334,8 5.436 163
Lesse 1.249,7 1.077 86
Lichtenberg 883,3 3.322 376
Osterlinde 754,6 385 51
Reppner 447,2 652 146
Ortschaft Ost 2.558,1 3.519 138
Bleckenstedt 531,8 605 114
Drütte 454,9 401 88
Hallendorf 340,2 1.837 540
Immendorf 230,5 394 171
Watenstedt 1.000,7 282 28
Ortschaft Süd 3.703,2 24.923 673
Salzgitter-Bad 1.923,3 21.393 1.112
Gitter 298,4 771 258
Groß Mahner 632,1 519 82
Hohenrode 127,6 187 147
Ringelheim 721,8 2.053 284
Ortschaft Südost 3.359,0 3.506 104
Barum 669,9 681 102
Beinum 624,0 487 78
Flachstöckheim 456,4 1.030 226
Lobmachtersen 818,5 799 98
Ohlendorf 790,2 509 64
Ortschaft West 3.392,7 8.791 259
Calbecht 321,4 270 84
Engerode 95,3 244 256
Gebhardshagen 2.123,8 6.902 325
Heerte 852,2 1.375 161
Salzgitter 22.393,0 107.465 480

Neben diesen 31 offiziellen Stadtteilen gehören weitere Siedlungen und Wohnplätze zur Stadt Salzgitter, die unter anderem zu statistischen Zwecken jeweils einem dieser Stadtteile zugeordnet werden:

Nachbargemeinden

Die nachfolgenden Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Salzgitter. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt (der Landkreis Wolfenbüttel ist durch die Stadt Salzgitter in zwei räumlich getrennte Gebiete geteilt, daher wird er hier zweimal aufgeführt):

* Entfernungen sind gerundete Straßenkilometer bis zum Ortszentrum

Geschichte

Vorgeschichte bis 1829

Erste Belege für die Anwesenheit des Menschen im Gebiet von Salzgitter ergeben sich durch den archäologischen Fundplatz Salzgitter-Lebenstedt, an dem 1952 Knochenstücke von Mammuts, Rentieren und Neandertalern ausgegraben wurden. Die in der Region lagernden riesigen Eisenerzvorkommen waren schon um Christi Geburt bekannt. In Rennöfen wurde das Erz von Germanen verhüttet.

Während der Sachsenkriege Karls des Großen (von 772 bis 804) wurde das sächsische Volk gewaltsam unterworfen, christianisiert und in das Fränkische Reich eingegliedert. Um 1150 erbaute Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern, auf dem Lichtenberg eine Burg zum Schutz der Handelsstraße nach Braunschweig. 1154 wurde die Burg Gebhardshagen als „hus to dem Haghen“ erstmals urkundlich erwähnt. Kaiser Friedrich Barbarossa eroberte im Jahr 1180 nach der Ächtung Heinrichs des Löwen die Burg Lichtenberg. Um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert verfasste Gerhard von Steterburg, Propst des Kanonissenstifts Steterburg, die Steterburger Annalen (Annales Stederburgenses), eine Chronik des Stifts von der Gründung im Jahre 1000 bis zum Tod Heinrichs des Löwen im Jahr 1195. In der Folge bildeten sich ab 1235 im nördlichen Harzvorland das Hochstift Hildesheim und das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg.

Zu Anfang des 14. Jahrhunderts entstand der heutige Stadtteil Salzgitter-Bad um Solequellen an der Grenze der Gemarkungen der Dörfer Vepstedt (später aufgegangen), Gitter und Kniestedt. Den Namen Salzgitter erhielt die Siedlung vom benachbarten Dorf und heutigen Stadtteil Gitter (erste Nennung 1347 als „up dem solte to Gytere“). Nach 200 Jahren der Salzgewinnung in der Saline Salzliebenhalle erhielten die Bauern auf dem Gebiet des heutigen Salzgitter-Bad um 1350 das Stadtrecht, doch verlor die Stadt diese Rechte beim Übergang vom Hochstift Hildesheim an das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel Anfang des 16. Jahrhunderts. Nach 1643 gehörte das damalige Salzgitter(-Bad) wieder zum Hochstift Hildesheim. Bei dessen Übergang an Preußen 1803 (Reichsdeputationshauptschluss) wurden die Stadtrechte wieder bestätigt, doch bereits 1815, als die Stadt dem Königreich Hannover einverleibt wurde, erneut aberkannt.

Die Salzgitterschen Musikanten (die Klesmer) gingen von 1815 bis 1906 in die Welt. Durch das Erliegen des Spinnens und Webens im gesamten Südhannover waren die Häuslinge und Handwerker dieses Gebietes in Not geraten. Sie wandten sich der Musik zu und eroberten mit ihr die europäischen Staaten, Nord- und Südamerika und Australien. Mit den „Salzgitterschen“ Musikanten zogen Einwohner aus 86 südhannoverschen und braunschweigischen Städten und Dörfern in die Welt.

1830 bis 1932

1830 wurde in Salzgitter-Bad ein Solbad eingerichtet. Nach der Annektierung des Königreichs Hannover durch Preußen (Provinz Hannover) 1866 wurde der Ort eine preußische Kommune, die im Jahre 1929 erneut die Stadtrechte erhielt. Zuvor waren Vorsalz (1926, bis 1739 Petershagen genannt) und Liebenhalle (1928) eingemeindet worden. Die Stadt gehörte zum Landkreis Goslar und umfasste neben der Kernstadt Salzgitter(-Bad) auch einige kleine, heute nicht mehr abgrenzbare Siedlungen, zum Beispiel Gittertor (1936 von Gitter übernommen). 1938 erfolgte die Eingliederung von Kniestedt.

Ab 1868 sind erste Ansätze für den Industriestandort Salzgitter zu registrieren, als Emil Langen aus Solingen (1824–1870) am Gittertor in Salzgitter-Bad die Aktiengesellschaft Eisenwerk Salzgitter mit vier Hochöfen, Kokereien und Gießhallen errichtete. 1870 verunglückte er durch eine Hochofenexplosion tödlich und 1874 wurde das Unternehmen Opfer des Wiener Börsen- und Bankkrachs.

Die Burgruine Lichtenberg wurde von 1892 bis 1893 restauriert und der Bergfried der Burg neu errichtet. 1911 erbaute man in Salzgitter-Bad ein neues Badehaus. Herzog Ernst August von Braunschweig verkaufte 1920 die Saline an die Saline Liebenhalle GmbH Hannover. Die Saline verkam und wurde in einzelnen Bauwerken 1934 zwangsversteigert. Der weit über Deutschland hinaus bekannte Bohrunternehmer und Pionier der Tiefbohrtechnik Anton Raky fand 1922 sein Interesse am Ort und siedelte sich in Salzgitter-Bad an.

1933 bis 1945

Zur Ausbeutung der großen Eisenerzvorkommen im Gebiet von Salzgitter, die schon 1310 erstmals erwähnt wurden, gründeten die Nationalsozialisten am 15. Juli 1937 die Reichswerke Hermann Göring (Hermann-Göring-Werke). Der Raum zwischen Goslar, Wolfenbüttel und Braunschweig wurde in dieser Zeit eine der größten Baustellen Europas. Viele landwirtschaftliche Betriebe wurden in das Gebiet von Hannover umgesiedelt. Die Generalbauleitung unterlag Herbert Rimpl. Mitarbeitende Architekten waren Walter Tralau und Werner Hebebrand sowie der Garten- und Landschaftsplaner Wilhelm Heintz.

Der Aufbau des Werks erforderte eine einheitliche Verwaltungsstruktur im gesamten Raum, und so wurde gemäß Salzgitter-Gesetz vom 25. Juni 1941 mit Wirkung zum 1. April 1942 ein einheitlicher Stadtkreis (kreisfreie Stadt) errichtet. Zu diesem Zweck wurden die damalige Stadt Salzgitter (das heutige Salzgitter-Bad) und die ebenfalls zum Landkreis Goslar gehörigen Gemeinden Beinum, Flachstöckheim, Groß-Mahner, Hohenrode, Ohlendorf und Ringelheim (insgesamt 7 Gemeinden) sowie die zum braunschweigischen Landkreis Wolfenbüttel gehörigen Gemeinden Barum, Beddingen, Bleckenstedt, Bruchmachtersen, Calbecht, Drütte, Engelnstedt, Engerode, Gebhardshagen, Hallendorf, Heerte, Immendorf, Lebenstedt, Lesse, Lichtenberg, Lobmachtersen, Osterlinde, Reppner, Salder, Thiede-Steterburg (heute nur noch Thiede) und Watenstedt (insgesamt 21 Gemeinden) zum Stadtkreis Watenstedt-Salzgitter vereinigt. Die neue kreisfreie Stadt wurde mit dem verbleibenden Rest des Landkreises Goslar in das Land Braunschweig eingegliedert. Im Gegenzug gab das im Rahmen der Gleichschaltung gebildete Land Braunschweig den Landkreis Holzminden an die preußische Provinz Hannover ab. Mit dem bereits 1940 nach Salzgitter-Bad eingemeindeten Dorf Gitter hatte die junge Großstadt somit ab 1942 zunächst 28 Stadtteile. Gitter erhielt erst 1949 den Status eines selbständigen Stadtteils und wurde so zum 29. Stadtteil Salzgitters.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Salzgitter durch zahlreiche US-amerikanische und britische Bombardierungen stark zerstört. Am 10. April 1945 nahmen amerikanische Truppen das Stadtgebiet ein.

1946 bis 1999

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Land Braunschweig Teil des Landes Niedersachsen und Watenstedt-Salzgitter somit ein Stadtkreis innerhalb des nunmehrigen Verwaltungsbezirks Braunschweig (später Regierungsbezirk Braunschweig). 1951 wurde die Stadt in Salzgitter umbenannt, alle Stadtteile erhielten zu ihrem Ortsnamen den Vorsatz Salzgitter, z. B. Salzgitter-Salder. Da der Stadtteil Salzgitter dann Salzgitter-Salzgitter geheißen hätte, erhielt er wegen des dortigen Solebads den Zusatz Bad, als ein Teil von Salzgitter aber hinter dem Ortsnamen (Salzgitter-Bad).

Im Jahre 1949 beschloss die interalliierte Reparationskommission in Brüssel die Demontage von 90 % der Hütte. Mit der Erhebung der Stahlarbeiter 1950 gegen diesen Beschluss begann die Einstellung der Demontage in Deutschland. Von 1959 bis 1963 wurde das Rathaus in Lebenstedt errichtet. 1960 eröffnete Blaupunkt sein Werk in Salzgitter; Volkswagen folgte 1969.

1961 nahm die Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen in Salzgitter ihre Arbeit auf. Die Erfassungsstelle hatte die Aufgabe, Hinweisen auf Gewaltanwendung an der innerdeutschen Grenze und im Strafvollzug der DDR nachzugehen und Beweismittel darüber zu sammeln.

1972 wurde das Thermalsolbad am Greifpark in Salzgitter-Bad der Öffentlichkeit übergeben. Das 1911 erbaute alte Badehaus wurde abgerissen. MAN übernahm in diesem Jahr die Anlagen des Traditionsunternehmens Büssing in Watenstedt. Im Zuge der niedersächsischen Gebietsreform wurden zum 1. März 1974 die Gemeinden Üfingen und Sauingen (Landkreis Wolfenbüttel) eingegliedert. Seither besteht das Stadtgebiet Salzgitters aus 31 Stadtteilen.

Seit 1985 produziert die Robert Bosch Elektronik GmbH in Salzgitter. Bis 1982 wurde in Salzgitter Bergbau (Eisenerz) betrieben. Im ehemaligen Eisenerzbergwerk Konrad wird seit 1975 ein Endlager für radioaktive Abfälle geplant. 1975 wurde der Salzgittersee in der geplanten Größe von 75 ha fertiggestellt. Die Baggerarbeiten waren im Oktober 1960 begonnen, dabei fanden sich in seinem Kiesgrund beachtliche Reste von Mammut, Wisent, Auerochs und Nashorn. Im Januar 1978 wurde am Salzgittersee die Eissporthalle ihrer Bestimmung übergeben. In Salzgitter-Bad wurde 1985 die sogenannte „Traditionsinsel“ aus sanierten Altstadtbauten vollendet. Zwei Jahre später erfolgte die staatliche Anerkennung von Salzgitter-Bad als Ort mit Sole-Kur­betrieb.

Salzgitter wurde im Jahr 1989 Sitz des Bundesamtes für Strahlenschutz.

Im Jahre 1992 wurde die Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen aufgelöst. Die Behörde erfasste in den drei Jahrzehnten ihres Bestehens rund 42.000 Gewaltakte in der damaligen DDR. Nach vollzogener Einheit übergab sie die Akten an die in den jeweiligen Orten zuständigen Staatsanwaltschaften. Salzgitter beging 1992 seinen 50. Geburtstag. In diesem Jubiläumsjahr war die Stadt am Ostermontag Zielort der Internationalen Niedersachsen-Rundfahrt der Radamateure.

In den Jahren 1993 und 2001 war Salzgitter Ausrichter des Kulturfestes Tag der Braunschweigischen Landschaft.

1994 errichtete die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften eine Zweigstelle in Calbecht.

1995 erhielt Salzgitter mit dem Turm der Arbeit von Jürgen Weber ein Wahrzeichen: Fast 14 m hoch und mehr als 36.500 kg schwer. Auf seiner Spitze erhebt sich der Probennehmer aus dem Hüttenwerk, der den Lebens- und Aufbauwillen der Menschen symbolisiert. In seiner Einmaligkeit in der Gegenwartskunst hält das Monument das Gedenken wach an den Aufbau von Industriegebiet und Stadt im Nationalsozialismus und an die Zwangsarbeit in den Reichswerken. Es erinnert ebenso an das Leiden und Sterben unzähliger Menschen auf der Flucht aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten zum Ende des Zweiten Weltkriegs, an die Demontage von Industrieanlagen durch die Alliierten nach 1945 und den Widerstand der Arbeiter dagegen, aber zugleich an den Aufbau eines Wirtschaftsraumes zum drittgrößten Industriestandort Niedersachsens.

Der Neubau des Bundesamtes für Strahlenschutz war 1997 bezugsfertig. Das Citytor, ein ehemaliges Kaufhausgebäude, wurde 1998 eröffnet. Neben vielen Läden befindet sich auch ein Großkino mit sieben Spielstätten darin. Im Atrium des Rathauses wurde das Bürger-Center eingerichtet, um den Kundenservice der Stadtverwaltung für die Bürger zu verbessern.

2000 bis heute

Im Jahr 2001 wurde der Oberbürgermeister zum ersten Mal direkt gewählt und übernahm auch die Aufgaben des bisherigen Oberstadtdirektors. Erster Oberbürgermeister der neuen Form wurde Helmut Knebel. Zum 60. Geburtstag (2002) wurde Salzgitter Oberzentrum in Niedersachsen. Die erste 5-Mast-Wasserskiseilbahn zwischen Harz und Heide wurde 2004 eröffnet. In diesem Jahr wurde auch die neue Trampolinhalle der TG Jugenddorf offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Am 2. Juni 2005 produzierte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) eine Folge der Sendung Aktuelle Schaubude live vor Schloss Salder. Mit Frank Klingebiel wurde 2006 erstmals ein Oberbürgermeister für acht Jahre gewählt. Die Kinderuniversität wurde 2007 offizielles UN-Weltdekade-Projekt. Seit dem 1. Januar 2008 hat Salzgitter als erste Stadt in Niedersachsen eine Kinderbeauftragte. Der Kindertagesstättenbesuch ist seit dem 1. August 2008 beitragsfrei. Im Januar 2008 fusionierten die Wasser- und Energieversorgungsgesellschaft Salzgitter (WEVG Salzgitter) und das Energieversorgungsunternehmen Avacon AG. Im Juni des Jahres 2008 wurde das Einkaufszentrum City-Carrée eröffnet. Vor dem einstigen Gebäude der Zentralen Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen wurde am 9. November 2009 (Jahrestag des Mauerfalls) ein Teilstück der ehemaligen Berliner Mauer, versehen mit einer Bronzeplatte, präsentiert. Der Start der Integrierten Gesamtschule war im August 2010. Im Herbst 2010 wurde der Neubau des Klinikums in Lebenstedt fertiggestellt, im Herbst 2011 ein Nutzfahrzeug-Logistikzentrum in Watenstedt und im Herbst 2012 die Technikzentrale eines Energieversorgers in Lebenstedt. Seit 2013 wird die Innenstadt von Salzgitter-Lebenstedt mit Sanierungen und Neubauten kontinuierlich verändert, so ist unter anderem ein neues, modernes Einkaufszentrum entstanden. Ende 2014 kam ein neuer Busbahnhof hinzu. Im Jahr 2015 hat in der Reppnerschen Bucht des Salzgittersees ein Restaurant eröffnet. Auf der anderen Seite des Sees startete 2016 die Erweiterung und Modernisierung des Hallenfreibads, die 2019 mit dem neuen Namen „Stadtbad“ abgeschlossen wurde. Die umfangreiche Sanierung der Albert-Schweitzer-Straße wurde im Jahr 2017 beendet. Im Jahre 2017 wurde Salzgitter in die 27. Auflage des Dudens aufgenommen. Beleuchtet ist seit 2019 der innere Wegering des Salzgittersees. Seit dem Jahr 2020 steht am See auch kostenloses WLAN zur Verfügung. Am 1. April 2022 hatte die Stadt ihren 80. Geburtstag.

Eingemeindungen

Am 1. April 1942 kam es zur Bildung der kreisfreien Stadt Watenstedt-Salzgitter (1951 Umbenennung in Salzgitter) durch Vereinigung folgender Gemeinden:

Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, wurden die Gemeinden Sauingen und Üfingen, die dem Landkreis Wolfenbüttel angehörten, eingegliedert.

Einwohnerentwicklung

Salzgitter 2011.png|400px|mini|Bevölkerungspyramide für die Stadt Salzgitter (Datenquelle: Zensus 2011<ref>Datenbank Zensus 2011, Stadt Salzgitter, Alter + Geschlecht</ref>)">Salzgitter 2011.png|400px|mini|Bevölkerungspyramide für die Stadt Salzgitter (Datenquelle: Zensus 2011<ref>Datenbank Zensus 2011, Stadt Salzgitter, Alter + Geschlecht</ref>)

Mit dem Zusammenschluss der Stadt Salzgitter und weiterer 27 Gemeinden zur Stadt Watenstedt-Salzgitter am 1. April 1942 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Am 24. Januar 1951 erfolgte die Umbenennung in Salzgitter. 1974 erreichte die Bevölkerungszahl mit 121.711 ihren historischen Höchststand. In den Jahren 2012 (98.095), 2013 (98.197) und 2014 (98.966) wurde nur eine Einwohnerzahl von unter 100.000 erreicht, womit Salzgitter für einige Jahre nicht mehr Großstadt war – erst 2015 wurde die 100.000-Grenze wieder überschritten. Bei Anwendung der Ergebnisse des Zensus 2011 ergibt sich bereits für Ende 2011 eine Einwohnerzahl von nur 98.588.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“ und ab 1925 auf die Wohnbevölkerung. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner Quelle
1539 650
1790 1.550
1821 2.258
1848 2.654
1871 2.752
1885 2.681
1905 2.837
1925 2.852
1933 3.033
1939 9.474
1942 108.480 ³
1946 93.032
1950 100.667
1956 100.294
1961 110.276 ¹
Jahr Einwohner Quelle
1965 116.928 ³
1970 118.201 ²
1973 117.792
1975 117.341 ³
1980 113.600 ³
1985 105.958 ³
1990 114.355 ³
1995 117.713 ³
2000 112.302 ³
2005 107.726 ³
2010 102.394 ³
2015 101.079 ³
2020 103.866 ³
2021 103.694 ³
2022 104.548 ³

¹ Volkszählungsergebnis vom 6. Juni einschließlich der 1974 eingemeindeten Orte
² Volkszählungsergebnis vom 27. Mai einschließlich der 1974 eingemeindeten Orte
³ jeweils zum 31. Dezember

Religionen

Geschichte

Das Gebiet der heutigen Stadt Salzgitter gehörte im Mittelalter zum Bistum Hildesheim. 1568 führte Herzog Julius die Reformation ein. Es entstanden zwei Superintendenturen. Das südliche Gebiet der heutigen Stadt (Superintendentur Salzgitter) gehörte zum Land Hannover und damit zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers (Konsistorium in Hildesheim), das nördliche Gebiet (Superintendentur Lebenstedt) zum Land Braunschweig und damit zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig.

Mit Bildung der Stadt Watenstedt-Salzgitter 1942 wurde das ganze heutige Stadtgebiet sowohl politisch als auch kirchlich dem Land Braunschweig zugeordnet. Somit gehören heute alle Kirchengemeinden der Stadt Salzgitter zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Die beiden Superintendenturen werden heute als Propsteien bezeichnet. Die beiden Propsteien Salzgitter-Bad und Salzgitter-Lebenstedt gehören zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig; sie umfassen jedoch auch Kirchengemeinden, die nicht zur Stadt Salzgitter gehören.

Im Zusammenhang der Reichswerkegründung zogen verstärkt Katholiken in das Gebiet der heutigen Stadt, die bald gut 30 % der Bevölkerung ausmachten. Zunächst gehörte der nördliche Teil zur Pfarrgemeinde St. Petrus (Wolfenbüttel), während der südliche Stadtteil zu den Gemeinden St. Marien (Bad) und Abdon und Sennen (Ringelheim) gehörte. Gegen den Willen der damaligen Machthaber, die laut Befehl Adolf Hitlers (Juli 1939) keine weiteren Kirchenbauten zulassen wollten, gelang es der Diözese Hildesheim noch während des Krieges, insgesamt acht Gemeinden zu errichten. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Tätigkeit des späteren Ehrenbürgers der Stadt Salzgitter, Ehrendomkapitular Johannes Wosnitza († 1995). Nach dem Krieg errichtete das Bistum Hildesheim in Salzgitter ein eigenes Dekanat, das im 2007 neu errichteten Dekanat Goslar–Salzgitter aufging.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Gemeinde Gottes, eine Brüdergemeinde, eine Freie evangelische Gemeinde (FeG), eine Christengemeinde Elim und die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Ferner gibt es auch mehrere Neuapostolische Kirchen und Königreichssäle der Zeugen Jehovas in der Stadt. Durch die Zuwanderung ausländischer Arbeitnehmer in den 1970er Jahren gibt es heute zahlreiche islamische Moscheen, islamische Vereinigungen und eine alevitische Gemeinde in der Stadt.

Konfessionsstatistik

Gemäß der Volkszählung 2011 waren 40,5 % der Einwohner evangelisch, 17,7 % römisch-katholisch und 41,9 % gehörten einer sonstigen oder keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft an. Nach einer Berechnung aus den Zensuszahlen für die Personen mit Migrationshintergrund lag der Bevölkerungsanteil der Muslime in Salzgitter 2011 bei 10,3 %.

Jahr evangelisch römisch-katholisch andere / ohne
1933 85,5 % 12,2 % 2 %
1950 65,8 % 29,1 % 5,1 %
2000 44,9 % 20,2 % 34,9 %
2010 40,5 % 17,7 % 41,8 %
2020 30,6 % 14,3 % 55,1 %
2021 29,5 % 13,8 % 56,7 %
2022 28,1 % 13,2 % 58,6 %
2023 27,3 % 12,7 % 60,0 %

Politik

Rat

Zur letzten Kommunalwahl am 12. September 2021 waren rund 77.000 Wähler in Salzgitter aufgerufen, zum 18. Mal seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland den Rat als wichtigstes und oberstes Gemeindeorgan neu zu wählen. Der Rat der Stadt Salzgitter besteht aus 46 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Stadt mit einer Einwohnerzahl zwischen 100.001 und 125.000 Einwohnern. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit beginnt am 3. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.

Stimm- und sitzberechtigt im Rat ist außerdem der hauptamtliche Oberbürgermeister.

Die Kommunalwahl 2021 ergab das folgende Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften Anteil in %
2021
Sitze
2021
Anteil in %
2016
Sitze
2016
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,0 16 41,4 18
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,8 14 33,2 15
AfD Alternative für Deutschland 10,5 5
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 8,5 4 7,3 3
FDP Freie Demokratische Partei 5,0 2 3,7 2
Linke Die Linke 3,8 2 5,9 2
FW Partei Freie Wähler 2,6 1
M.B.S. Mündige Bürger Salzgitter 2,6 1 8,7 4
Die PARTEI Die PARTEI 1,6 1
Sonstige 0,7
OB Frank Klingebiel (CDU) 1 1
Gesamt 100 47 100 45

Bürgermeister

An die Spitze der Stadt Watenstedt-Salzgitter wurde zunächst der Goslarer Landrat Rudolf Tiedemann (NSDAP) in der Funktion eines Staatskommissars als kommissarischer Bürgermeister eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten Rat. Dieser wählte aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Daneben gab es ab 1946 einen ebenfalls vom Rat gewählten hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung.

2001 wurde in Salzgitter die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird seit 2001 direkt vom Volk gewählt. Erster direkt gewählter Oberbürgermeister wurde Helmut Knebel (SPD), der sein Amt am 1. November 2001 antrat. Er war am 23. September 2001 in einer Stichwahl mit 55,5 % der Stimmen gewählt worden.

Jetziger Amtsinhaber ist Frank Klingebiel, der am 24. September 2006 in einer Stichwahl mit 51,7 % zum Oberbürgermeister gewählt wurde. Er trat sein Amt am 1. November 2006 an. Ihm zur Seite stehen bei der repräsentativen Vertretung die zwei Bürgermeister Stefan Klein (SPD) und Christian Striese (CDU). Bei den Oberbürgermeisterwahlen 2014 und 2021 wurde Klingebiel jedes Mal im Amt bestätigt, 2014 erzielte er im ersten Wahlgang 65 % der Stimmen, 2021 wurde er im ersten Wahlgang von 55 % der Wähler gewählt.

Neben dem Oberbürgermeister gibt es weiterhin einen eigenen Vorsitzenden des Rates (seit November 2021 Wolfgang Bauer (SPD)), der nach jeder Kommunalwahl bei der konstituierenden Sitzung des Rates aus dessen Mitte gewählt wird.

Chronik der Oberbürgermeister seit 1942

Chronik der Oberstadtdirektoren 1946–2001

Seit 2001 gibt es die „Eingleisigkeit“, d. h. der Oberbürgermeister übernimmt seither die Aufgaben des Oberstadtdirektors.

Verwaltungsausschuss

Das zweitwichtigste Organ der Stadt, nach dem Rat, ist der Verwaltungsausschuss. Vorsitzender ist der jeweilige Oberbürgermeister (seit November 2006: Frank Klingebiel). Stimmberechtigt sind neben dem Oberbürgermeister zehn Ratsmitglieder als Beigeordnete. Hinzu kommen drei Grundmandatsträger ohne Stimmrecht.

Finanzen

Zum 30. November 2016 war die Stadt Salzgitter mit einer Gesamtverschuldung von 391.339.304 Euro belastet. Die Pro-Kopf-Verschuldung von 3900 Euro ist eine der höchsten der Bundesrepublik Deutschland.

Wappen

Aktuelles Wappen

Salzgitter kann auf eine bewegte Wappengeschichte zurückblicken. Im Gebiet der heutigen Stadt haben nämlich nicht weniger als fünf Wappen einander abgelöst (siehe: Alte Wappen). Der Entwurf des heutigen Kommunalwappens stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der sämtliche Wappen in der Region Hannover entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde zugleich mit der Änderung des Stadtnamens von Watenstedt-Salzgitter in Salzgitter, am 24. Januar 1951 durch den Niedersächsischen Minister des Innern erteilt.

Alte Wappen

Wappen-Salzliebenhalle (ab ca. 1750).jpg|Wappen-Salzgitter (1854-1936).jpg|Wappen-Salzgitter (1936-1942).jpg|Wappen Watenstedt-Salzgitter (1947-1949).jpg|

Stadtflagge

Die Stadtflagge ist weiß mit roten Rändern belegt mit dem Wappen.

Stadtlogo

Offiziell verwendet die Stadt Salzgitter, wie die meisten Städte, seit einigen Jahren das Stadtlogo, ein grünes Feld mit einem geschlängelten, sich zum Horizont hin verjüngenden weißen Weg. Seit dem 19. September 2007 hat die Stadt auch ein Kinderlogo, welches, orientiert am Stadtlogo, von einem Kind gemalt wurde. Dieses Kinderlogo wurde weiterentwickelt und befindet sich nun oberhalb des Stadtnamens „Salzgitter“, welcher links von der grün-weißen Grafik und unten von dem Schriftzug „Kinder fördern und Familien unterstützen“ begleitet wird.

Städtepartnerschaften und Städtepatenschaft

Die Stadt Salzgitter unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Die Stadt Salzgitter übernahm 1951 eine Städtepatenschaft für die oberschlesische Stadt Katowice und deren schlesische Bevölkerung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Salzgitter verfügt über kein festes Theater beziehungsweise entsprechendes Gebäude. Kulturveranstaltungen finden an verschiedenen Orten statt. In Salzgitter-Lebenstedt befindet sich die Kulturscheune, welche für Veranstaltungen aller Art multifunktional ausgerüstet ist. Im Süden der Stadt in Salzgitter-Bad befindet sich die im 15. Jahrhundert erbaute Kniestedter Kirche. Seit 1985 wird sie als Veranstaltungshaus genutzt. Aber auch auf den Bühnen der Aulen in den Gymnasien Fredenberg und Salzgitter-Bad treten Ensembles auf. Daneben gibt es eine multifunktionale Eissporthalle, den Salzgittersee und den Schlosshof vom Schloss Salder. Von der Kleinkunstbühne, der Theatergruppe und dem Theaterverein werden Theateraufführungen angeboten.

Kinos

In Salzgitter gibt es zwei Kinos: Ein Kino mittlerer Größe ist das Kultiplex in der Berliner Straße (in Lebenstedt) mit drei Kinosälen. Es verfügt über den größten Kinosaal in Salzgitter sowie die seltene 7-Kanal Digitaltontechnik. Das kleine Programmkino Cinema, in dem regelmäßig auch anspruchsvollere Filme gezeigt werden, befindet sich in der Angerpassage im Stadtteil Salzgitter-Bad. Ein weiteres, sehr bekanntes Kino war die Filmpassage (Focus Cinemas) im CityTor in Lebenstedt, welche 2021 den Betrieb eingestellt hat.

Museen

Das Museum zur Stadtgeschichte gliedert sich in drei Abteilungen. In dem Museum können Besucher von den geologischen Anfängen, über die Ur- und Frühgeschichte, das Mittelalter und die Neuzeit bis hin zur Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert Eindrücke sammeln. Im „Museum für Industrie, Technik, Arbeit und Mobilität“ wird die Industrie- und Technikgeschichte Salzgitters und der Region zwischen Harz und Heide seit dem 19. Jahrhundert dargestellt. Star der Abteilung Geologie ist ein Fischsaurier, der Ichthyosaurier, der in der Unterkreidezeit vor 115 Millionen Jahren lebte, und dessen Skelett 1941 im in Salzgitter beginnenden Erzbergbau unter Tage entdeckt wurde. Im Museum zur Geschichte der Kindheit besteht eine in der Region einzigartige Spielzeugsammlung aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Ziel der Ausstellung ist es auch, Einblicke in Lebensumstände der Kinder in dieser Region zu vermitteln. Neben den Dauerausstellungen tragen eine Vielzahl an Wechsel- und Sonderausstellungen zum Museumsleben bei. Außerhalb der Museumsgebäude sind neben dem alten Backhaus und der Osterlinder Bockwindmühle im Mühlengarten Plastiken und Objekte von anerkannten Bildhauern zu sehen. Auf 2000 m2 wurde der Außenbereich Eiszeitgarten am 2. Juni 2006 fertiggestellt. Dieser zeigt die Lebensumstände der Neandertaler, die, wie die Funde an der Krähenriede in Salzgitter belegen, zu Beginn der letzten Eiszeit im nördlichen Vorharzland auf Jagd gingen. Der ehemalige Kuhstall des Schlosses ist zur Kunsthalle der Stadt Salzgitter ausgebaut worden. Regelmäßig werden dort Werke aus der Städtischen Kunstsammlung zum Thema Arbeitswelt und Wechselausstellungen der modernen bildenden Kunst gezeigt. Der alljährlich veranstaltete Salon Salder zeigt Arbeiten aus den Ateliers niedersächsischer Künstler. Im oder vor dem Schloss Salder finden auch folgende Veranstaltungen statt: Kindergeburtstage, Museumsfest/Mühlentag, Internationaler Museumstag, Stadtfrühstück, Kultursommer. Im Jahr 2008 wurde der 400. Jahrestag des Schlosses mit einem umfangreichen Jubiläumsprogramm gefeiert.

Bibliotheken

Die Stadtbibliothek Salzgitter hat im Stadtteil Lebenstedt ihre Hauptstelle sowie Zweigstellen am Marktplatz in der Altstadt von Salzgitter-Bad und im Schulzentrum Fredenberg. Der Gesamtbestand an Medien betrug (Stand 2016) 119.000 Exemplare. Die Stadtbibliothek wurde zweimal mit dem Niedersächsischen Bibliothekspreis (1. Platz und 2. Platz) ausgezeichnet.

Bauwerke

Kirchen

Evangelisch-Lutherische Kirchenbauten

Katholische Kirchenbauten

Sonstige Kirchenbauten

Weitere Bauwerke

Viele der aufgeführten Bauwerke stellen auch anerkannte Kulturdenkmale dar. Weitere sind die Doppelschleuse am Stichkanal, das ehemalige Gästehaus (heute Hotel am See), das Verwaltungsgebäude der heutigen Salzgitter AG (mit Paternosteraufzug), die Bockwindmühle am Schloss Salder, die Gebäude der Fachhochschule und der Ratskeller in Salzgitter-Bad.

Seen und Naturschutzgebiete

In Salzgitter gibt es fünf Naturschutzgebiete („Heerter See und Waldgebiet Heerter Strauchholz“, „Köppelmannsberg“, „Mittleres Innerstetal mit Kanstein“, „Speckenberg“ und „Tagebau Haverlahwiese“). Das größte Gebiet umfasst den Heerter See und das Waldgebiet Heerter Strauchholz (etwa 323 ha). Der Heerter See ist wie zwei weitere Seen (Reihersee, Salzgittersee) durch menschliche Eingriffe entstanden. Er ist heute Naturschutzgebiet und beherbergt seltene Pflanzen- und Vogelarten. Sein salzhaltiges Wasser bietet Lebensraum für spezielle Pflanzenarten und die flachen Uferzonen sind ideal für Watvögel. Zu beobachten sind unter anderem Kraniche, Pfeif- und Samtenten, Singschwäne und viele Strandläuferarten. Der Heerter See diente einst der Eisenerzwäsche als Schlammabsetzteich. Die Kreisgruppe Salzgitter des Naturschutzbundes (NABU) stellte hier in Bestandserhebungen 288 Vogelarten fest; 112 von ihnen sind in ihrem Bestand bedroht. Zu ihnen zählen unter anderem Kranich, Fischadler, Kormoran und Flussuferläufer, die den See als Trittstein auf dem Weg in die Überwinterungs- oder Brutgebiete nutzen.

Salzgitter zählt rund 3700 ha Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Hervorgehoben ist das Innerstetal, eine naturbelassene Flussraumlandschaft mit Schwermetallvegetation, die ihren Ursprung im jahrhundertelangen Harzer Bergbau hat. Auf einer Fläche von 13.500 m2 hat Salzgitter auch einen Natur- und Bienenlehrpfad.

Siehe auch:

Das gesamte Stadtgebiet von Salzgitter ist Lebensraum für eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Im Salzgitter-Höhenzug gibt es Halbtrocken- und Trockenrasenflächen, Nährboden für Orchideen- und Enzianarten. Zudem ist Salzgitter Heimat der Wechselkröte, die in der Stadt ihre nördlichste Verbreitung hat. Ein weiterer See in Salzgitter ist der Reihersee im Salzgitter-Höhenzug, welcher aus einem Klärteich entstanden ist. Der Salzgitter-Höhenzug stellt das weitaus größte Landschaftsschutzgebiet dar. Es gibt noch acht weitere in Salzgitter.

Das größte Einzelgewässer ist der Salzgittersee, ein überregional bekanntes Naherholungszentrum. Mit 75 ha Wasserfläche und einer Nord-Süd-Ausdehnung von 2120 m kann er auch für einige Wassersportarten genutzt werden; es besteht ein Verbot für Antriebsmotoren. Er gilt mit seiner guten Wasserqualität als Revier für Schwimmer, Angler, Taucher, Segler, Surfer, Ruderer, Kanuten und Modellbootfreunde. Auf knöchelschonendem Untergrund lädt auch eine in der Region einmalige Finnlaufbahn zum Joggen ein. Vor einigen Jahren hat an der Westseite eine kommerzielle Wasserskianlage ihren Betrieb aufgenommen; in der Nähe finden sich auch Basketballplätze, Bolzplätze und eine Eissporthalle. Mitten im Salzgittersee liegt eine über eine Brücke erreichbare 25 ha große parkartige Insel, welche von den diversen Aktivitäten weitgehend verschont bleibt und der Ruhe und Erholung beim Spazierengehen dient. Seit seiner Freigabe für den Bade- und Wassersportbetrieb im Mai 1963 erlangte der See eine ständig steigende Bedeutung als Naherholungsgebiet mit der Möglichkeit einer vielseitigen Freizeitgestaltung. Ende der 1950er Jahre wurden planerische Überlegungen für die Anlage dieses künstlichen Sees, die 20 Jahre zuvor im Rahmen der Errichtung einer Großsiedlung erfolgt waren, wieder aufgenommen, Baubeginn war im Jahr 1960.

Freizeit

Salzgitter besitzt ein Wanderwegenetz von 150 km im Salzgitter-Höhenzug. Außerdem gibt es 120 km Radwanderwege.

Die Eissporthalle am Salzgittersee wurde 1978 errichtet. Als Revier für Segler, Surfer, Ruderer und Kanuten gilt der Salzgittersee, mit seinen 75 ha und einer Nord-Süd-Ausdehnung von 2120 m (Regatta-Strecke).

Im Thermalsolbad in Salzgitter-Bad sprudelt aus 243 m Tiefe eine 25-prozentige Naturthermalsole, eine der stärksten in Mitteleuropa, die bereits 1125 urkundlich erwähnt wurde. Sie wird aus dem Rosengarten in das Thermalsolbad gefördert. Die Sole eignet sich zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen und von Atmungsorganen, bei Nachbehandlungen nach Operationen und Unfallverletzungrollen am Bewegungsapparat, Frauenleiden und bei Hauterkrankungen. Durch eine private Bürgerinitiative wurde im Rosengarten von Salzgitter-Bad ein kleines Schau-Gradierwerk errichtet, das am 23. Oktober 2009 eingeweiht wurde. Es soll an die Tradition des Kur- und Salzortes Salzgitter anknüpfen.

Des Weiteren sind zwei Geopfade angelegt, zwei Minigolfplätze und ein 18-Loch Golfplatz. Darüber hinaus wird die Möglichkeit einer Hüttenwerksbesichtigung bei der Salzgitter AG angeboten.

Vereine

Die Stadt ist Mitglied in dem eingetragenen Verein Braunschweigische Landschaft mit Sitz in Braunschweig. Dieser wurde 1990 zur Pflege kultureller Einrichtungen in der Region gegründet. Am 15. Juni 2002 wurde die Bürgerstiftung Salzgitter von elf Privatpersonen und elf Firmen ins Leben gerufen, die soziale und kulturelle Aktivitäten fördern soll.

Sport

Rund einhundert Vereine bilden die Basis für Breiten- und Leistungssport mit nationalen und internationalen Erfolgen, vor allem im Trampolinturnen. Salzgitters Vereinssportler haben Meisterschaften gewonnen, allen voran Henrik Stehlik (Doppelweltmeister im Trampolinturnen und Olympia-Bronze in Athen 2004) sowie Gerhard Weidner (mehrfacher Welt- und Europameister im Gehen). Im Jahr 2007 wurde das 100.000. Sportabzeichen in Salzgitter erreicht.

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Jahre 2016 erbrachte Salzgitter ein Bruttoinlandsprodukt von 5,077 Milliarden €. Das BIP pro Kopf lag im selben Jahr bei 49.597 € (Niedersachsen: 34.812 €, Deutschland 38.180 €). 2016 verzeichnete die Wirtschaft von Salzgitter eine Wachstumsrate von 15,9 %. In der Stadt gab es 2016 ca. 57.100 erwerbstätige Personen. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2018 bei 8,7 % und damit über dem niedersächsischen Durchschnitt von 5,0 %.

Die Wirtschaft in Salzgitter wird geprägt durch die Großindustrie. Neben der Salzgitter AG haben auch weitere große Unternehmen in Salzgitter, dem drittgrößten Industriestandort Niedersachsens, ihren Firmensitz oder betreiben Niederlassungen. Aber auch der Mittelstand nimmt eine bedeutende Stellung ein, so z. B. als Zulieferer für die Automobilbranche und diverse andere Industriezweige.

Im Zukunftsatlas 2016 belegte die kreisfreie Stadt Salzgitter Platz 212 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.

Unternehmen

Großunternehmen

Weitere ansässige Unternehmen

Einzelhandel

In Salzgitter gibt es eine Reihe von kleinen und mittleren Einkaufszentren für die Nahversorgung. Größere Projekte sind bzw. waren:

Öffentliche Einrichtungen

Salzgitter ist bzw. war Sitz folgender Institutionen und Einrichtungen:

Bildung

Seit 1993 befindet sich in Salzgitter ein Standort der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, die 1971 durch Zusammenschluss der Staatlichen Ingenieurschule Wolfenbüttel mit der Höheren Fachschule für Sozialarbeit des Landes Niedersachsen entstanden war. Hier gibt es die Fakultät Karl-Scharfenberg-Salzgitter mit den Studiengängen Transport- und Logistikmanagement, Logistik- und Informationsmanagement, Wirtschaftsingenieurwesen mit der Studienrichtung Verkehrsmanagement, Tourismusmanagement, Sportmanagement, Medienmanagement und Mediendesign. Außerdem gibt es den Weiterbildungsstudiengang Multimedia und die weiterbildenden Fernstudiengänge Umwelt- und Qualitätsmanagement sowie Vertriebsmanagement.

Daneben gibt es in Salzgitter das komplette Angebot an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen:

Außerdem gab es in Salzgitter von 2003 bis 2012 die in Deutschland einzigartige Internationale Junior-Universität, eine außerschulische Bildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche zwischen fünf und achtzehn Jahren. Sie förderte den wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchs in der Region.

Im Jahre 1997 hat sich in Salzgitter die Initiative Partnerschaft für Lehrstellen e. V. (Lehrstellenfuchs) gegründet, die sich deutschlandweit für Ausbildungsplätze einsetzt. Es werden Firmen und Ausbildungssuchende zusammengeführt. Viele Unternehmen im gesamten Bundesgebiet nutzen diesen Service. Einige Preise und Auszeichnungen hat dieses Bündnis mittlerweile bekommen.

Es gibt auch einen Weiterbildungsverbund, der sich auf Initiative der Stadt Salzgitter im Jahr 1998 gegründet hat. Diesem gehören unter anderem das Berufsfortbildungswerk (bfw), die Deutsche Angestellten-Akademie, das Teutloff Bildungszentrum, die Bildungsvereinigung Arbeit und Leben, die Oskar Kämmer Schule und die Volkshochschule der Stadt an.

In Salzgitter besteht ein Studienseminar für das Lehramt am Gymnasium. Es ist eines von insgesamt achtzehn gymnasialen Studienseminaren in Niedersachsen.

Staatlich geprüfte Techniker werden an der Technikerschule in der Berufsbildenden Schule Fredenberg ausgebildet. Abschlüsse können als staatlich geprüfter Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechniker sowie staatlich geprüfter Sanitärtechniker erworben werden. Eine Ergänzungsausbildung Umweltschutztechnik wird außerdem angeboten. Die Fachhochschulreife wird mit bestandener Abschlussprüfung erworben.

Die Musikschule der Stadt Salzgitter unterhält ein umfassendes Unterrichtsangebot in den Bereichen Klassik, Popularmusik und musikalische Grundausbildung. Sie ist Mitglied im Verband deutscher Musikschulen (VdM).

Eine Weiterbildungseinrichtung mit einem ganztägigen Angebot für Erwachsene ist die Städtische Volkshochschule (VHS). Die evangelische und katholische Familienbildungsstätte bietet auch ein breites Weiterbildungsangebot an.

Verkehr

Straßenverkehr

Durch das nördliche Stadtgebiet von Salzgitter führt die Bundesautobahn A 39 von Braunschweig. An ihr hat die Stadt fünf Anschlussstellen bis zum Dreieck Salzgitter (Übergang zur A 7 Kassel–Hannover). Östlich der Stadt Salzgitter führt die A 36 Braunschweig–Vienenburg vorbei, hier ist sie über vier Anschlussstellen zu erreichen. Ferner führen die Bundesstraßen B 6 und B 248 durch die Stadt. Die beiden größten Stadtteile Lebenstedt im Norden und Salzgitter-Bad im Süden verbindet die Nord-Süd-Straße.

Wasserstraße und Hafen

Salzgitter hat den umschlagstärksten Binnenhafen in Niedersachsen. Der Binnenhafen Salzgitter-Beddingen ist über einen 18 km langen Stichkanal in Nord-Süd-Ausrichtung an den Mittellandkanal angebunden. Somit gibt es eine direkte Verbindung über Wasser zum Dortmund-Ems-Kanal, zur Elbe und dem Elbe-Havel-Kanal sowie zu den großen Häfen an Nordsee und Ostsee. Direkt am Stichkanal liegt das Güterverkehrszentrum.

Schienenverkehr

Eisenbahn

Einen offiziellen Hauptbahnhof hat Salzgitter nicht. Der Bahnhof Ringelheim wurde der Knotenpunkt der 1856 eröffneten Bahnstrecke Börßum–Kreiensen mit der 1875 von der Hannover-Altenbekener Eisenbahn-Gesellschaft in Betrieb genommenen Bahnstrecke Hildesheim–Goslar. Der Haltepunkt Lebenstedt bedient den größten Stadtteil Lebenstedt an der Bahnstrecke Salzgitter-Drütte–Derneburg. Er wird von den Linien RB44 und RB48 als Endhaltepunkt von und nach Braunschweig bedient.

Heute führen drei Eisenbahnlinien durch Salzgitter: Eine Regionalbahn von Herzberg/Seesen über die Bahnstrecke Leiferde–Salzgitter-Bad nach Braunschweig macht stündlich Halt in Ringelheim und Bad. Ein Regional-Express von Hannover nach Bad Harzburg über Goslar hält ebenfalls stündlich in Ringelheim. Von Lebenstedt nach Braunschweig fährt halbstündlich eine Regionalbahn. Diese hält auch in Thiede sowie stündlich zusätzlich in Immendorf und Watenstedt. Alle diese Strecken werden auch aus der Gegenrichtung mit derselben Taktung befahren. Der außerhalb des Stadtgebietes von Salzgitter gelegene Bahnhof Lengede-Broistedt an der Bahnstrecke Hildesheim–Braunschweig hieß einige Jahre lang Broistedt-Salzgitter Nord.

Geschichte des Eisenbahnnetzes

Das Eisenbahnnetz wurde zwischen 1938 und 1958 wegen des Aufbaus einer bedeutenden Schwerindustrie völlig umgestaltet.

Im Süden des Stadtkreises Salzgitter berührte die 1856 von Braunschweig über Börßum in Richtung Kreiensen herangeführte Staatsbahnlinie die Stationen Salzgitter – heute „Salzgitter-Bad“ – sowie Ringelheim (Harz). Erst im Zuge der Umgestaltung des Netzes eröffnete die Deutsche Reichsbahn 1941 die Strecke von Leiferde bis Salzgitter-Drütte und 1956 die Deutsche Bundesbahn die weitere Verlängerung bis Salzgitter-Bad, die den Weg von Braunschweig her abkürzte.

Die Bahnstrecke Groß Ilsede–Broistedt wurde ab 1940 über Salzgitter-Engelnstedt mit dem Stahlwerk verbunden, wo sie Anschluss an die neu gebaute Salzgitter-Eisenbahn nach Salzgitter-Calbecht und Salzgitter-Bad (Finkenkuhle) sowie die Grube Haverlahwiese fand.

Ein wichtiger Übergabebahnhof zum öffentlichen Schienennetz (Bahnhof Beddingen) befindet sich zwischen dem namensgebenden Salzgitter-Beddingen und Groß Gleidingen im Südosteck des Landkreises Peine. Dort besteht Anschluss an die Bahnstrecken Hildesheim–Groß Gleidingen und Hannover–Braunschweig. Dieser Rangierbahnhof besitzt als Besonderheit auf seiner Südhälfte eine vollständige Querteilung der Gleisfelder, zum einen zur Salzgitter-Eisenbahn zum Stahlwerk Salzgitter, zum anderen zum nahegelegenen Volkswagenwerk Salzgitter. Die ehemalige Bahnstrecke Groß Gleidingen–Wolfenbüttel über Hoheweg wurde 1941 durch die Verbindungsstrecke von Wolfenbüttel zum Bahnhof Salzgitter-Drütte an der Bahnstrecke Leiferde–Salzgitter-Bad ersetzt. Diese kurze Verbindungsstrecke wurde ab spätestens 1980 kaum noch genutzt und Ende der 1990er Jahre stillgelegt und abgebaut.

Die ursprünglich im Raum Salzgitter verkehrende Braunschweigische Landes-Eisenbahn-Gesellschaft hatte 1886 die Bahnstrecke Braunschweig Nord–Lichtenberg–Derneburg und die Zweiglinie Hoheweg–Wolfenbüttel dem Verkehr übergeben. Die Gesellschaft wurde 1938 verstaatlicht, und ihre Strecken wurden völlig verändert oder abgebaut, durch die schon erwähnte Bahnstrecken Wolfenbüttel–Salzgitter-Drütte sowie 1953/54 durch die Strecke von Salzgitter-Drütte nach Salzgitter-Lichtenberg, wo die ursprüngliche Trasse der Bahnstrecke Braunschweig Nord–Derneburg wieder erreicht wurde.

Radverkehr

Der Alltagsradverkehr in Salzgitter verbindet die insgesamt 31 Stadtteile durch das in weiten Teilen ländlich, teilweise auch großindustriell geprägte Umland. Insbesondere in den drei einwohnerstärksten Stadtteilen Lebenstedt, Bad und Thiede hat der Radverkehr auch eine maßgebliche innerörtliche Verbindungsfunktion. Von der nördlich angrenzenden Stadt Braunschweig ist ein Radschnellweg mit einem Y-Abzweig über Thiede bis zum Volkswagenwerk Salzgitter geplant. In radtouristischer Hinsicht sind der Radweg Berlin-Hameln, der durch das südwestliche Stadtgebiet verlaufende Innerste-Radweg sowie ein dichtes Netz an Freizeitrouten erwähnenswert.

Die Stadt Salzgitter will sowohl den Alltags- wie auch den touristischen Radverkehr stärken und hat dazu ein Radverkehrskonzept in Auftrag gegeben. Über den Regionalverband Braunschweig ist Salzgitter indirektes Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft ''Fahrradfreundliche Kommunen Niedersachsen/Bremen'' (AGFK Niedersachsen/Bremen). Hervorzuheben ist auch noch eine vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geförderte Stiftungsprofessur Radverkehrsmanagement an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Salzgitter. Bei den zweijährlich stattfindenden Fahrradklimatests des ADFC hat Salzgitter zwischen 2012 und 2020 ziemlich konstant Gesamtbewertungen zwischen 4,0 und 4,2 (nach Schulnotensystem 1–6) erhalten.

Öffentlicher Nahverkehr

Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen hauptsächlich Linien der KVG Kraftverkehrsgesellschaft Braunschweig und einige Linien der RBB Regionalbus Braunschweig im Verbundtarif Region Braunschweig (VRB).

Luftverkehr

Zwischen dem Stadtteil Drütte und der Salzgitter AG befindet sich der Flugplatz Salzgitter-Drütte. Der größte Flugplatz befindet sich nur einen Kilometer außerhalb des Stadtteils Gitter, am Flugplatz Schäferstuhl wird Motor- und Segelflug betrieben. Direkt am Salzgitter-See befindet sich ein weiterer Segelflugplatz. Der nächste Flughafen mit nationalem und internationalem Flugangebot befindet sich in Hannover.

Persönlichkeiten

Berühmte Persönlichkeiten aus dem heutigen Stadtgebiet von Salzgitter sind unter anderem der Arzt und Anatom Friedrich Schlemm, der Diplomat Wilhelm Wassmuss, der Althistoriker Hans-Joachim Gehrke und der Mathematiker Jörg Brüdern.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Salzgitter

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