| Art | Stadt |
|---|---|
| Bundesland | Bayern |
| Regierungsbezirk | Oberfranken |
| Landkreis | Bayreuth |
| Höhe | 422 |
| PLZ | 91257 |
| Vorwahl | 09241 |
| Gemeindeschlüssel | 09472175 |
| Gliederung | 49 Gemeindeteile |
| Adresse | Hauptstraße 37, 91257 Pegnitz |
| Website | www.pegnitz.de |
| Bürgermeister | Wolfgang Nierhoff |
| Amt | Erster Bürgermeister |
| Partei | PEG |
Pegnitz (; oberfränkisch: Bengatz) ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Bayreuth in Bayern. Sie liegt etwa 60 Kilometer nordöstlich von Nürnberg und etwa 30 Kilometer südlich von Bayreuth. Die Stadt gehört zur Metropolregion Nürnberg und Planungsregion Oberfranken-Ost.
Pegnitz befindet sich am Ostrand der Fränkischen Schweiz, des Nordteils der Fränkischen Alb. Die Pegnitz entspringt in der Kernstadt und wird wenige Meter unterhalb ihrer Quelle von der Fichtenohe gespeist. Direkt westlich der Stadt erhebt sich der Schloßberg und etwas nordöstlich der Zipser Berg.
In der Stadt beginnt die Bayerische Eisenstraße, die auf etwa 120 km Länge bis zur Donau bei Regensburg zahlreiche Industrie- und Kulturdenkmäler verbindet.
Es gibt 49 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Altstadt, Lohesiedlung und Maschinenfabrik zählen zum Gemeindeteil Pegnitz.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Bronn, Buchau, Büchenbach, Elbersberg (Gemarkungsteil 0), Hainbronn, Körbeldorf, Leups, Pegnitz, Penzenreuth, Trockau, Troschenreuth, Veldensteinerforst (Gemarkungsteil 0) und Zips. Die Gemarkung Pegnitz hat eine Fläche von 8,111 km². Sie ist in 4325 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1875,45 m² haben.
Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Creußen, Schnabelwaid, Kirchenthumbach, Auerbach in der Oberpfalz, Neuhaus an der Pegnitz, Betzenstein, Pottenstein und Hummeltal.
Pegnitz entstand aus zwei Siedlungen. Die eine wurde als „Begenz“ in der Stiftungsurkunde des Klosters Michelfeld vom 6. Mai 1119 erstmals urkundlich erwähnt. Ab 1293 ist die Form „Begniz“ überliefert und ab 1329 der heutige Name. 1347–1355 gründeten die Landgrafen von Leuchtenberg im Schutz einer Burg die Planstadt Pegnitz neu. 1355 verlieh ihr Kaiser Karl IV. die Stadtrechte. Mit der anderen Siedlung, der Altenstadt, wuchs sie erst Jahrhunderte später zusammen. 1357 veräußerten die Landgrafen Ulrich und Johannes von Leuchtenberg die „Stadt und Veste“ (die Neustadt) an Karl IV., der die Stadt dem Königreich Böhmen „inkorporierte“. Bis 1402 gehörte die Stadt Pegnitz zu Böhmen, woran heute noch der Name der Burg Böheimstein erinnert. Von Wenzel, dem Sohn Kaiser Karls IV., 1402 an Johann III., den hohenzollernschen Burggrafen von Nürnberg, verpfändet, blieb Pegnitz über die Jahrhunderte hinweg in hohenzollernschem Besitz, da die böhmische Krone das Pfand nicht einlösen konnte. Ab 1500 lag die Stadt im Fränkischen Reichskreis.
1542 verlieh Markgraf Albrecht Alcibiades das an Anwesen gebundene Braurecht. Damit waren alle Bürger mit einem Anwesen innerhalb der Grenzen des heutigen Stadtzentrums brauberechtigt. Um den Absatz der Pegnitzer Biere zu gewährleisten, durfte in der Altstadt und im Umland nicht gebraut werden. Um 1900 wurden noch mehr als 100 Brauberechtigte gezählt. Da das Bier im Sommer nicht lange Zeit frischgehalten werden konnte und sich Klagen über sauer gewordenes Bier häuften, erließ der Magistrat 1728 eine feste Ordnung. Von Mai bis September durften die brauberechtigten Bürger in einer bestimmten Reihenfolge immer nur für eine Woche ihr Bier im eigenen Haus anbieten, was als „flindern“ bezeichnet wurde. Brauer, die im Brauhaus brauten, waren von dieser Regelung ausgenommen. Im Jahr 1843 waren 57 Brauberechtigte, von denen keiner hauptberuflich Brauer war, in 21 Wochen als Flinderer eingeteilt.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Pegnitz aus 125 Häusern und 79 Scheunen. Dazu gehörten 750 Tagewerk Acker, 270 Tagewerk Wiesen, 21 Tagewerk Gärten und 69 Tagewerk Wald.
Das ehemalige Obervogtamt des 1792 preußisch gewordenen Fürstentums Bayreuth fiel mit diesem im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich. Mit dem Fürstentum Bayreuth wurde es zunächst unter französische Militärverwaltung gestellt und 1810 gegen eine finanzielle Entschädigung dem Königreich Bayern übergeben.
Von 1797 bis 1810 unterstand Pegnitz dem Justiz- und Kammeramt Pegnitz. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1812 der Steuerdistrikt Pegnitz gebildet, zu dem Altstadt gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Munizipalgemeinde Pegnitz, ein Magistrat III. Klasse. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schnabelwaid (1842 in Landgericht Pegnitz umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Pegnitz. Ab 1862 gehörte Pegnitz zum Bezirksamt Pegnitz (1939 in Landkreis Pegnitz umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Pegnitz (1879 in Amtsgericht Pegnitz umgewandelt).
In Pegnitz bestand im 14. Jahrhundert ein Eisenhammer, der vom Wasser der Pegnitz betrieben wurde. Im Jahr 1890 erfolgte die Errichtung der Eisengießerei Pegnitzhütte.
Während des Zweiten Weltkriegs waren im Werk Pegnitz der Amag-Hilpert-Pegnitzhütte 1790 Zwangsarbeiter, vorwiegend aus Frankreich und Belgien, eingesetzt. Der 1854 in Nürnberg gegründete Installationsbetrieb hatte sich zu einem Großunternehmen für Armaturen, Rohre und Pumpen entwickelt. Wegen der Gefahr von Luftangriffen wurden 1941 weitere Produktionsabteilungen und 1943 die gesamte Verwaltung nach Pegnitz verlegt.
Im April 1945 flog die vorrückende US-Armee eine Reihe von Tieffliegerangriffen. Am 14. April erfolgte der Einmarsch in die Stadt, im Zuge dessen auch der Wasserhochbehälter am Zipser Berg beschossen wurde, in irrtümlicher Annahme es handle sich um einen Hochbunker.
Bürgermeister Christian Sammet, der in der Nachkriegszeit über 20 Jahre das Amt bekleidete, setzte insbesondere auf den Neu- und Wiederaufbau der Bildungseinrichtungen der Stadt. So kam es in den 50er Jahren einerseits zum Wiederaufbau der Landwirtschafts-, Berufs- und Volksschule und andererseits zur Neueröffnung einer Realschule und des Pegnitzer Gymnasiums.
Beim Absturz eines Hubschraubers CH-47 bei Pegnitz am 18. August 1971 starben 37 US-Soldaten, als ein Transporthubschrauber des Typs CH-47 Chinook der US Army bei der Fischelhöhe nahe der Bundesautobahn 9 abstürzte.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 die Gemeinden Buchau, Büchenbach, Körbeldorf, Penzenreuth, Troschenreuth eingegliedert. Am 1. Januar 1976 kam Bronn hinzu. Hainbronn, Leups und der Markt Trockau sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Elbersberg und Zips folgten am 1. Mai 1978.
In den Nachkriegsjahren wuchs die Bevölkerungszahl sprunghaft durch den Zuzug von Geflüchteten aus den ehemaligen Ostgebieten und stieg von knapp 4000 Einwohnern zu Kriegsbeginn auf über 9000 Ende der 1960er Jahre. Im Zeitraum von 1988 bis 2018 verringerte sich die Einwohnerzahl von 13.294 auf 13.244 bzw. um 0,4 %. Ein Höchststand wurde am 31. Dezember 1995 mit 14.447 Einwohnern erreicht.
Gemeinde Pegnitz
| Jahr | 1987 | 1995 | 2007 | 2010 | 2013 | 2016 | 2019 | 2022 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 13282 | 14447 | 13885 | 13599 | 13331 | 13294 | 13263 | 13561 |
| Häuser | 3043 | 3680 | 3692 | 3763 | 3808 | |||
| Quelle |
Ort Pegnitz (=Gemeinde Pegnitz bis zur Gebietsreform)
| Jahr | 1799 | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 682 | 1159 | 1443 | 1495 | 1501 | 1469 | 1505 | 1612 | 2281 | 1774 | 1673 | 1651 | 1830 | 2158 | 2309 | 2499 | 2683 | 2667 | 2789 | 3950 | 6378 | 6825 | 8143 | 8850 | 7865 |
| Häuser | 125 | 252 | 243 | 244 | 257 | 323 | 682 | 1056 | 1694 | ||||||||||||||||
| Quelle |
Bei den Kommunalwahlen in Bayern 2020 verteilten sich die 24 Sitze des Stadtrats wie folgt:
Bei den letzten Kommunalwahlen wurde Wolfgang Nierhoff von der Pegnitzer Gemeinschaft (PEG) zum Bürgermeister gewählt. Er gewann die Stichwahl mit 61,4 % gegen Werner Lappat von der CSU, der 38,5 % der Stimmen erreichte. Im ersten Wahlgang ausgeschieden waren Uwe Raab (SPD) mit 22,7 %, Thomas Schmidt von der Freien Wählergemeinschaft Pegnitz (12,0 %) und Sandra Huber von den Grünen mit 9,2 %.
Partnerstädte von Pegnitz sind:
;Wappen
;Flagge
Die Gemeindeflagge ist schwarz-weiß gestreift.
Der gesamte erhaltene innere Stadtkern steht als Ensemble unter Denkmalschutz.
Beim fränkischen Bratwurstgipfel in Pegnitz messen sich seit 2011 Metzger aus allen drei fränkischen Regierungsbezirken (Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken) in den Kategorien „Klassische Bratwürste“ und „Kreativbratwürste“. Der Gesamtsieger aus beiden Kategorien erhält den Titel Fränkischer Bratwurstkönig. Wegen der Corona-Krise konnte der Bratwurstgipfel 2020 nicht wie bisher als Großveranstaltung stattfinden wie der 9. Bratwurstgipfel 2019 mit rund 20 000 Teilnehmern. Deshalb wurde vom Veranstalter, dem Verein zur Förderung der fränkischen Bratwurstkultur (VFFB) am 25. Juli 2020 als Ersatz der 1. Tag der Fränkischen Bratwurst durchgeführt.
Sportvereine:
2019 gab es 5600 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort, 5754 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort und 205 Arbeitslose. Im verarbeitenden Gewerbe gab es sieben Betriebe, darunter ein Werk der KSB Aktiengesellschaft und die Firma Baier und Köppel (BEKA), im Bauhauptgewerbe sieben.
Im Werk Pegnitz des Frankenthaler Pumpen- und Armaturenherstellers KSB waren 2021 rund 1500 Personen tätig. Das zweitgrößte Werk dieses Unternehmens baut für große Industrieanlagen, Bergwerke, Schiffe, Kraftwerke etc. rund 50.000 Pumpen im Jahr.
Bis zum 31. Dezember 1967 war Pegnitz Bergbaustadt. In der Grube Kleiner Johannes wurde Eisenerz gefördert, das mit der Bahn täglich zum Stahlwerk der Voestalpine in Linz transportiert wurde.
Pflaums Posthotel war über Jahrzehnte eines der führenden Luxushotels in Deutschland. Zu den Gästen gehörten u. a. Michael Jackson, Michail Gorbatschow, Andy Warhol und Kardinal Joseph Ratzinger sowie viele klassische Musiker wie James Levine und Leonard Bernstein. Das Hotel wurde 2007 geschlossen und das Gebäude ist mittlerweile vollständig abgebrochen. An selber Stelle ist ein Wohnkomplex mit mehreren Wohneinheiten entstanden.
Der Windpark Büchenbach wurde 2012/2013 errichtet. Mit dem Kauf durch die Stadt Pegnitz wurde er zum größten kommunalen Windpark Bayerns. Die Stadt Pegnitz hat auch den zweiten Windpark Buchau für 13,5 Millionen Euro gekauft.
Der Anteil an erneuerbarer Energie für das Jahr 2013 setzte sich wie folgt zusammen: 29% Windenergie, 0,13 % Wasserkraft, 7 % Photovoltaik und 5 % Bioenergie. Der Gesamtstromverbrauch betrug 81.568 Megawatt.
Im Energiemonitor lässt sich der aktuelle regionale Energiemix beobachten.
Als „Schulstadt“ bietet Pegnitz heute alle Schularten:
Für die Kleinkinderbetreuung gibt es:
Es gibt vier Fachschulen:
Durch Pegnitz führen gebündelt die Bundesstraßen 2 und 85, die unmittelbar westlich des Ortes an die Bundesautobahn 9 anschließen. Die B 85 führt über Schnabelwaid nach Creußen (11 km nordöstlich) bzw. über Weidensees nach Hiltpoltstein (19 km südwestlich). Die Staatsstraße 2403 führt nach Troschenreuth (4 km östlich). Die Staatsstraße 2162 führt über Hainbronn und Nasnitz nach Michelfeld zur B 85 (7 km südlich). Die Kreisstraße BT 26 führt die A 9 unterquerend über Körbeldorf und Prüllsbirkig nach Haselbrunn zur Staatsstraße 2163 (9 km nordwestlich). Die Kreisstraße BT 41 führt die A 9 unterquerend über Willenberg und Willenreuth nach Elbersberg (6,5 km westlich). Die Kreisstraße BT 23 führt über Buchau nach Leups (5,5 km nördlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Zips (3,3 km nordöstlich) und über Nemschenreuth nach Horlach (2 km südlich).
Der Bahnhof Pegnitz liegt an der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb und wird von den Regionalexpress-Linien RE 30, RE 31, RE 32 und RE 33 bedient. Durch die Flügelung der zwischen Nürnberg und Pegnitz gemeinsam verkehrenden Triebzüge der Linien RE 30 und RE 31 ist Pegnitz werktags tagsüber einmal pro Stunde mit Marktredwitz und Hof verbunden; dank der zusätzlichen Linien RE 32 und RE 33 werden Nürnberg und Bayreuth mindestens zweimal stündlich erreicht. Pegnitz gehört zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN).
Luftfahrzeuge bis 2/4 t MTOW können am Flugplatz Pegnitz-Zipser Berg abgefertigt, be- und entladen sowie betankt werden.
Pegnitz ist Namenspatron eines Minensuchboots der deutschen Marine (Ensdorf-Klasse, Kennung M1090), im Dienst seit dem 8. März 1990.
Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Pegnitz_(Stadt).
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