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Stadt Meuselwitz
Rathausstr. 1
4610 Meuselwitz

http://meuselwitz.de/

Meuselwitz

160pxAbb. 1 Wappen von Meuselwitz
Basisdaten
BundeslandThüringen
Höhe170 m
PLZ04610
Vorwahl03448
GliederungKernstadt und 10 Ortsteile
Websitewww.meuselwitz.org
BürgermeisterRonny Dathe (parteilos)

Meuselwitz ist nach Altenburg und Schmölln die drittgrößte Stadt im thüringischen Landkreis Altenburger Land sowie die flächenmäßig drittgrößte Kommune des Landkreises. Die Kleinstadt liegt im Dreiländereck mit Sachsen und Sachsen-Anhalt am Südrand der Leipziger Tieflandsbucht zwischen Altenburg im Südosten und Zeitz im Nordwesten sowie Gera im Südwesten und Leipzig im Nordosten.

War der Ort seit dem 17. Jahrhundert zunächst durch das Wirken des Adelsgeschlechts von Seckendorff geprägt, wandelte sich Meuselwitz ab 1860 zur Industriestadt der Braunkohle. Aus beiden Zeiten sind verschiedene sehenswerte Gebäude erhalten, zur ersten gehören die Orangerie und der Park sowie die Stadtkirche im barocken Stil und zur letzteren das neugotische Rathaus von 1874. Seit jenem Jahr verfügt Meuselwitz auch über die Stadtrechte.

Durch Bombenangriffe 1944 und 1945 wurde ein Großteil der Stadt zerstört und 250 Menschen verloren ihr Leben.

Geografie

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind im Uhrzeigersinn die Stadt Lucka, Haselbach, Treben, Gerstenberg, die Kreisstadt Altenburg, Rositz und Kriebitzsch im Landkreis Altenburger Land, außerdem im Norden Regis-Breitingen im sächsischen Landkreis Leipzig sowie im Westen Elsteraue und die Stadt Zeitz im sachsen-anhaltischen Burgenlandkreis.

Stadtgliederung

Zu Meuselwitz gehören neben der Kernstadt mit dem historischen Stadtteil Zipsendorf folgende Ortsteile im Uhrzeigersinn von Norden beginnend:

Die Ortsteile Mumsdorf, Schnauderhainichen und Wintersdorf haben eigene Ortsbürgermeister. Zum Ortsteil Wintersdorf gehören die drei mit dem Hauptort verschmolzenen Orte Heukendorf, Pflichtendorf und Gröba, sowie Waltersdorf mit Neubraunshain und das zwischen 1954 und 1957 fast völlig abgebaggerte Ruppersdorf. Bosengröba wurde 1957 zu Wintersdorf eingemeindet. Lehma mit dem Ortsteil Trebanz gehörten seit dem 1. Januar 1996 zu Wintersdorf, wurden aber zum 30. Dezember 2008 nach Treben umgegliedert.

Geschichte

Bis zum Zweiten Weltkrieg

Das heutige Meuselwitz wurde als Rittergut „Mizleboze“ 1139 erstmals urkundlich erwähnt. Anfang des 15. Jahrhunderts befand sich das Gut im Besitz der Herren von Bünau, ab 1578 der Emigrantenfamilie Cramer von Clauspruch.

1676 wurde das Gut Meuselwitz von Veit Ludwig von Seckendorff erworben, der 1677 das Schloss Meuselwitz neu erbauen ließ. Der adlige Marktflecken Meuselwitz gehörte zum wettinischen Amt Altenburg, welches ab dem 16. Jahrhundert aufgrund mehrerer Teilungen im Lauf seines Bestehens unter der Hoheit folgender Ernestinischer Herzogtümer stand: Herzogtum Sachsen (1554 bis 1572), Herzogtum Sachsen-Weimar (1572 bis 1603), Herzogtum Sachsen-Altenburg (1603 bis 1672), Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg (1672 bis 1826). Bei der Neuordnung der Ernestinischen Herzogtümer im Jahr 1826 kam Meuselwitz wiederum zum Herzogtum Sachsen-Altenburg. Zu dieser Zeit lag Meuselwitz im Nordwesten des Herzogtums. Die heutigen Ortsteile Zipsendorf, Brossen, Falkenhain und Rusendorf gehörten bis 1815 zum Gebiet des Hochstifts Naumburg-Zeitz, das unter kursächsischer Hoheit stand. Mit dem Wiener Kongress wurden sie an Preußen abgetreten, wodurch das sachsen-altenburgische Mumsdorf eine Exklave in preußischem Gebiet wurde. Die heutigen Ortsteile Ruppersdorf und Bosengröba gehörten zu dieser Zeit zum Königreich Sachsen (bis 1806 zum Kurfürstentum Sachsen).

Das Rathaus wurde 1861/1862 erbaut, eine öffentliche Wasserversorgung folgte 1874. In diesem Jahr wurde Meuselwitz von Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg das Stadtrecht verliehen. Nach der Verwaltungsreform im Herzogtum Sachsen-Altenburg gehörte Meuselwitz bezüglich der Verwaltung zum Ostkreis (bis 1900) bzw. zum Landratsamt Altenburg (ab 1900). Gerichtlich unterstand die Stadt seit 1879 dem Amtsgericht Altenburg, bis 1906 mit dem Amtsgericht Meuselwitz ein eigener Gerichtsbezirk entstand.

Meuselwitz gehörte ab 1918 zum Freistaat Sachsen-Altenburg, der 1920 im Land Thüringen aufging. 1922 kam die Stadt zum Landkreis Altenburg. Schnauderhainichen war in diesem Jahr der erste Ort, der nach Meuselwitz eingemeindet wurde.

Das Kaufhaus der Familie Fruchtmann wurde beim Novemberpogrom 1938 zerstört. Zahlreiche Juden wurden in die Vernichtungslager deportiert, andere emigrierten nach Palästina und in andere Länder. Während des Zweiten Weltkrieges bestanden die Zwangsarbeiterlager Meuselwitz I–III und V sowie der Gasthof „Lindenhof“, Firma Heymer & Pilz und Firma Karl Julius Görler, in denen eine Vielzahl von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern untergebracht waren. Diese mussten in der Grube „Phönix“ von Mumsdorf und im HASAG-Werk Meuselwitz, das dem KZ Buchenwald als Außenkommando unterstand, Zwangsarbeit leisten. Viele verloren durch die katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen ihr Leben, einige wurden bei einem Bombenangriff getötet. Die überlebenden jüdischen Frauen wurden von der SS auf einen Todesmarsch geschickt, die Männer wurden nach Theresienstadt getrieben. Auf dem Ehrenfriedhof von Mumsdorf, der unter Aufsicht der US Army angelegt wurde, wird an 290 Tote erinnert, die in Massengräbern gefunden wurden.

Meuselwitz war im Zweiten Weltkrieg zweimal von schweren Luftangriffen betroffen, am 30. November 1944 (US Air Force) und am 20. Februar 1945 (Britisches Bomber Command). Beim ersten Angriff wurden 54 Tonnen Bomben abgeworfen, beim zweiten 140 Tonnen, darunter sieben Luftminen und 550 Fünf-Zentner-Bomben. Bei diesen Angriffen starben über 250 Menschen, davon 42 Zwangsarbeiterinnen. 3000 Meuselwitzer waren nach dem zweiten Angriff obdachlos. Meuselwitz machte den Eindruck einer „Geisterstadt“. Bei beiden Luftangriffen waren im ganzen Stadtgebiet 85 Prozent der Gebäude betroffen und wurden leicht beschädigt bis zu total zerstört.

Nach 1945 bis zur Gegenwart

Am 17. April 1945 rückten amerikanische Truppen in Meuselwitz ein. Anfang Juli wurden sie durch die Rote Armee abgelöst. Damit wurde Meuselwitz – wie ganz Thüringen – Teil der SBZ und 1949 der DDR.

Mit der ersten Verwaltungsreform in der DDR wurde Meuselwitz im Jahr 1950 dem thüringischen Landkreis Altenburg zugeordnet. Zeitgleich wurde Bünauroda eingemeindet. Das bis dahin eine thüringische Exklave bildende Mumsdorf kam zum Landkreis Zeitz im Land Sachsen-Anhalt.

Unter dem Vorwurf der Bildung einer „Widerstandsgruppe“ wurden 1950 zwei Lehrer und zwei Schüler der Oberschule Meuselwitz von einem sowjetischen Militärtribunal in Weimar zum Tode verurteilt und in Moskau hingerichtet. 1952 folgten erneute Verhaftungen einer „antisowjetischen Gruppe“ von ehemaligen Schülern. Zwei von ihnen (und ein weiterer Mann) wurden durch ein Militärtribunal in Potsdam zum Tode verurteilt und in Moskau hingerichtet. Mehrere weitere frühere Schüler erhielten langjährige Arbeitslager-Strafen in einem sowjetischen Gulag. 1995/96 erfolgte die offizielle Rehabilitierung der Verurteilten durch die Russische Föderation. An das Geschehen erinnert ein Gedenkstein vor dem Veit-Ludwig-von-Seckendorff-Gymnasium mit der Inschrift: „Zum Gedenken an die Opfer der kommunistischen Diktatur und an den Widerstand an unserer Schule“ (es folgen die Namen von drei der Getöteten). Im Gymnasium gibt es zudem eine von den Schülern gestaltete Ausstellung.

Mit der zweiten Gebietsreform in der DDR erfolgte 1952 die Zuordnung von Meuselwitz zum Kreis Altenburg im Bezirk Leipzig. Ruppersdorf mit Bosengröba wechselten dabei vom Kreis Borna in den Kreis Altenburg. Am 4. Dezember 1952 wechselten die Gemeinden Zipsendorf mit Brossen, Mumsdorf und Falkenhain mit der Flur von Rusendorf vom Kreis Zeitz im Bezirk Halle in den Kreis Altenburg, wodurch sich das Umland von Meuselwitz im Westen und Norden vergrößerte. 1973 erfolgte die Eingemeindung von Zipsendorf mit Brossen und von Neupoderschau.

Mit der Neugründung des Freistaats Thüringen im Jahr 1990 wurde Meuselwitz dem thüringischen Landkreis Altenburg angegliedert. 1993 erfolgte die Eingemeindung von Mumsdorf und 1994 von Falkenhain mit der Flur von Rusendorf. Im gleichen Jahr kam Meuselwitz zum Landkreis Altenburger Land. Die Gemeinde Wintersdorf mit den Ortsteilen Heukendorf, Pflichtendorf, Gröba, der Flur von Ruppersdorf, Bosengröba, Waltersdorf, Neubraunshain, Trebanz und Lehma wurde 2007 eingemeindet. Trebanz und Lehma wurden jedoch im Jahr 2008 nach Treben umgegliedert.

Eingemeindungen und Einwohnerentwicklung

Eingemeindungen

Nach Meuselwitz wurden im Jahr 1922 Schnauderhainichen, 1950 Bünauroda, 1973 Zipsendorf (mit Brossen) und Neupoderschau, 1993 Mumsdorf, 1994 Falkenhain und 2007 Wintersdorf seinen Ortsteilen eingemeindet. Ende 2008 wechselten Trebanz und Lehma nach Treben (Verwaltungsgemeinschaft Pleißenaue).

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bosengröba Eingemeindung nach Ruppersdorf
Brossen 01.07.1950 Eingemeindung nach Zipsendorf
Bünauroda 01.07.1950
Falkenhain 08.03.1994
Gröba 1923 Eingemeindung nach Wintersdorf
Heukendorf 1923 Eingemeindung nach Wintersdorf
Lehma 01.01.1996
30.12.2008
Eingemeindung nach Wintersdorf
Umgliederung nach Treben
Mumsdorf 16.10.1993
Neubraunshain 01.07.1950 Eingemeindung nach Waltersdorf
Neupoderschau 01.01.1957
01.01.1973
Zusammenschluss mit Altpoderschau zu Poderschau
Umgliederung nach Meuselwitz
Pflichtendorf 1923 Eingemeindung nach Wintersdorf
Ruppersdorf 01.01.1957 Eingemeindung nach Wintersdorf
Schnauderhainichen 01.10.1922
Trebanz 01.07.1950
30.12.2008
Eingemeindung nach Lehma
Umgliederung nach Treben
Waltersdorf 01.01.1973 Eingemeindung nach Wintersdorf
Wintersdorf 01.12.2007
Zipsendorf 01.01.1973

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1583 bis 1842
  • 1583: 440
  • 1615: 650
  • 1644: 340
  • 1690: 712
  • 1817: 1.273
  • 1831: 1.448
  • 1842: 1.646
1880 bis 1994
  • 1880: 3.402
  • 1946: 10.6881
  • 1950: 10.5292
  • 1960: 10.501
  • 1981: 11.997
  • 1984: 11.545
  • 1994: 10.991
1995 bis 2001
  • 1995: 11.035
  • 1996: 10.911
  • 1997: 10.795
  • 1998: 10.643
  • 1999: 10.538
  • 2000: 10.365
  • 2001: 10.134
2002 bis 2008
  • 2002: 9.949
  • 2003: 9.787
  • 2004: 9.717
  • 2005: 9.547
  • 2006: 9.410
  • 2007: 12.1023
  • 2008: 11.594
2009 bis 2015
  • 2009: 11.385
  • 2010: 11.261
  • 2011: 10.858
  • 2012: 10.690
  • 2013: 10.521
  • 2014: 10.392
  • 2015: 10.233
ab 2016
  • 2016: 10.230
  • 2017: 10.118
  • 2018: 10.065
  • 2019: 9.954
  • 2020: 9.881
  • 2021: 9.897
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik129. Oktober
231. August
331. Dezember (nach Eingemeindungen)

Politik

Stadtrat

Seit der Kommunalwahl vom 26. Mai 2019 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:

Bürgermeister

Bürgermeister war von 1994 bis 2004 Johannes Matuszewski (CDU). Aus der Stichwahl am 24. Oktober 2004 ging die CDU-Politikerin Barbara Golder als Siegerin hervor, die 2010 im Amt bestätigt wurde. Sie beendete ihre Amtszeit 2016. Die Stichwahl am 24. Januar 2016 gewann Udo Pick, zu diesem Zeitpunkt von der Initiative Bürger für Meuselwitz, bei einer Wahlbeteiligung von 53,3 % (+ 0,7 %p gegenüber dem 1. Wahlgang) und einer Mehrheit von 56,2 %.

Wappen und Flagge

Blasonierung: „Geteilt durch eine silberne Leiste von Schwarz über Blau und zeigt oben einen silbernen Schlägel gekreuzt mit einem silbernen Hammer und unten einen goldenen Webschützen. Das Wappen ist bedeckt von einem silbernen, rot ausgeschlagenen, golden bekrönten Spangenhelm, darauf eine rote Lindenlaubschlinge mit je vier parallel stehenden roten Blättern, die Helmdecken sind goldschwarz.“

Die Stadt trägt mit der Verleihung des Stadtrechts 1874 die festgelegten Fahnenfarben schwarz – blau.

Städtepartnerschaft

Es besteht eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Lauffen am Neckar.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bei dem Bombardement am 20. Februar 1945 wurde das Schloss nur beschädigt, aber nach dem Krieg und im Rahmen der Bodenreform gesprengt und abgerissen. Die Orangerie brannte aus, ihre Kuppel brach 1954 zusammen. Das erhaltene barocke Schlosstor und die (bei dem Luftangriff beschädigten) historischen Wirtschaftsgebäude wurden ebenfalls beseitigt.

Bei dem Bombenangriff auf das Schloss am 20. März 1945 brannte auch die Orangerie aus, ihre Kuppel stürzte 1954 ein. Danach begannen Sicherung und Wiederaufbau, 1963 auch der Ausbau der Innenräume. Beim Außenbau wurden die Metopenfüllungen nicht wiederhergestellt. Zwei Torhäuser aus dem 18. Jahrhundert wurden ebenfalls rekonstruiert. 1969 wurden die Orangerie als Museum und der Konzertsaal wieder eröffnet. Von 1991 bis 1998 wurde das gesamte Bauwerk umfassend saniert und vor dem Verfall bewahrt. Seit dem Sommer 1998 befinden sich in der Orangerie ein Café und Restaurant sowie ein Festsaal. Die früheren Flächen des beseitigten Rittergutes werden heute als Parkplatz genutzt. Die wieder aufgebaute Orangerie ist der einzige erhaltene Bau des Schlosskomplexes.

Denkmäler

Vereine und Sport

In Meuselwitz und seinen Ortsteilen gibt es über 80 Kultur- und Interessenvereine.

Der größte Verein ist der Fußball-Regionalligist ZFC Meuselwitz, der seine Heimspiele in der Bluechip-Arena im Ortsteil Zipsendorf austrägt. Ein weiterer Fußballverein ist der FSV Meuselwitz, dessen Herrenmannschaft in der Kreisliga spielt. Dieser Verein verfügt zudem über eine aktive Lauf- und Triathlon-Sektion. Seit 1922 gibt es in Meuselwitz eine Handballmannschaft. Die Herrenmannschaft des heutigen Handballvereins Meuselwitz, der aus der BSG Motor Meuselwitz hervorgegangen ist, trägt ihre Spiele in der Schnaudertalhalle aus. Daneben ist in der Stadt der traditionsreiche Schützenverein PSG Meuselwitz aktiv.

Wirtschaft und Infrastruktur

Braunkohlebergbau

Bereits 1670 wurde in der Nähe von Meuselwitz Braunkohle gefunden. Um 1780 wurde ein erster Versuch gemacht, Braunkohle unter Tage abzubauen. Nach 1860 wurden mehrere große Kohlevorkommen nördlich der Stadt erschlossen, die zunächst noch im Pfeilerabbau unter Tage ausgebeutet, später jedoch großflächig als Tagebaue aufgeschlossen wurden. Eine Folge davon war, dass sich die Einwohnerzahl zwischen 1842 und 1880 mehr als verdoppelte.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden um Meuselwitz, dem Zentrum des Meuselwitz-Altenburger Braunkohlereviers, weiterhin zahlreiche Brikettfabriken. Große Tagebaue existierten bis 1968 vor allem im Westen, Norden und Osten der Stadt mit den Tagebauen Zipsendorf-West und Süd, Ruppersdorf und mehreren Tagebauen mit dem Namen Phönix. Dadurch verschwanden auf dem heutigen Stadtgebiet die Orte Rusendorf und Ruppersdorf und ein Teil von Schnauderhainichen. In den 1980er Jahren war die Wiederaufnahme des Braunkohleabbaus geplant, welche aber nicht zur Ausführung kam. Dem geplanten „Tagebau Meuselwitz“ zwischen Meuselwitz und Rositz hätten mehrere Orte im Osten und Süden von Meuselwitz weichen müssen. Nach der Renaturierung der Tagebaue entstanden im Umfeld von Meuselwitz unter anderem der Rusendorfer See und der Hainbergsee.

Unternehmen

Strukturbestimmende Unternehmen des Wirtschaftsstandortes Meuselwitz:

Verkehr

;BahnstreckenAm 18. April 1872 erhielt Meuselwitz mit der Eröffnung der Bahnstrecke Altenburg-Zeitz einen Bahnanschluss, am 7. September 1874 wurde die Bahnstrecke nach Leipzig (Meuselwitz-Gaschwitz) und 17. Oktober 1887 die Bahnstrecke Meuselwitz–Ronneburg eröffnet. Durch den Aufschluss der Tagebaue Zwenkau und Groitzscher Dreieck wurde die Strecke nach Leipzig in den 1970er Jahren zwischen Lucka und Groitzsch unterbrochen und abgetragen. Anfang 2004 wurde der Personenverkehr zwischen Altenburg und Zeitz eingestellt. Auf dem Teilstück Zeitz (Profen) und Meuselwitz verkehrten bis 2013 noch Kohlezüge zur Versorgung des Kraftwerkes in Mumsdorf und vereinzelte Züge zur Schotterrecyclinganlage Kriebitzsch.

Somit sind alle diese Strecken stillgelegt. Die Kohlebahn Meuselwitz–Haselbach–Regis-Breitingen wird im Museumsbetrieb befahren.

;BusDurch eine LandesBus-Linie besteht eine Verbindung von/nach Zeitz, wo Anschluss an die Züge der Erfurter Bahn und Burgenlandbahn bestehen, sowie durch eine PlusBus-Linie von/nach Altenburg, hier besteht wiederum Anschluss zu den Zügen der S-Bahn Mitteldeutschland und des Regionalexpresses der DB. Zusätzlich fahren noch Linien in die umliegenden Dörfer, womit man besser an den ÖPNV angeschlossen ist. Meuselwitz besitzt zwar kein Schienennetz, aber die Stadt besitzt die besten Direkt-Anschlüsse nach Zeitz, Leipzig, Borna, Altenburg, Dobitschen, Kayna sowie nach Groitzsch. Die Linien-Nummern sind 352,356,401,404,405,406,409,412,413,414,+416,416.

;StraßenDurch die Stadt verläuft die Bundesstraße 180 (Altenburg–Naumburg) sowie die Landesstraße 1361 (Schmölln–Lucka). Die Anschlussstelle 61 Schmölln der A 4 befindet sich ungefähr 24 km südlich von Meuselwitz. Die A 9-Anschlussstelle 21a Naumburg ist zirka 28 km westlich. Ungefähr genauso weit entfernt ist die nördlich liegende Anschlussstelle 31 Leipzig-Süd der A 38. Im Osten sind es zirka 24 km zur A 72-Anschlussstelle Borna-Nord.

Wasserver- und Abwasserentsorgung

Die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung erledigt die Stadt Meuselwitz noch eigenständig. Hierzu bedient sie sich beim städtischen Eigenbetrieb Stadterwerke-Schaudertal. Die zur Abwasserbehandlung errichtete Kläranlage ging am 9. September 1993 in Betrieb und wird derzeit mit 19.190 Einwohnergleichwerten belastet. In dieser erfolgt eine mechanische, biologische und gegebenenfalls chemische (Phosphatfällung) Behandlung des Abwassers.

Bildung

In Meuselwitz existieren eine Grundschule, eine Regelschule, das Veit-Ludwig-von-Seckendorff-Gymnasium (Europaschule) sowie die Schauspiel- und Stunt-Schule der Medienakademie Thüringen als staatlich anerkannte Berufsfachschule.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Meuselwitz

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.

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