
| Bundesland | Niedersachsen |
|---|---|
| Landkreis | Emsland |
| Höhe | 13 |
| PLZ | 49762 |
| Vorwahl | 05933 |
| Gemeindeschlüssel | 03454029 |
| Gliederung | 5 Ortsteile |
| Website | lathen.de |
| Bürgermeister | Norbert Holtermann |
| Partei | CDU |
Lathen ist eine Gemeinde im Landkreis Emsland, Niedersachsen. Sie ist der Verwaltungssitz der Samtgemeinde Lathen.
Lathen liegt zwischen Papenburg und Meppen bzw. zwischen Dörpen und Haren an der Ems und am Dortmund-Ems-Kanal, der Bundesstraße 70, der Eisenbahnstrecke Münster–Emden (Emslandstrecke) und nahe der Bundesautobahn 31.
Acht Kilometer östlich des Ortskerns beginnt der Hümmling, ein waldreicher Geestrücken.
Neben dem Hauptort Lathen gehören Kathen-Frackel, Hilter, Kathen-Siedlung, Dünefehn, sowie Lathen-Wahn zum Gemeindegebiet.
Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinden Fresenburg und Renkenberge, im Osten die Gemeinde Sögel in der gleichnamigen Samtgemeinde, im Süden die Stadt Haren und im Westen die Gemeinden Oberlangen, Sustrum und Niederlangen.
Das Gemeindegebiet liegt hydrologisch im Flusssystem der Ems und wird vor allem durch die Ems sowie den Dortmund-Ems-Kanal geprägt. Die Ems verläuft westlich des Ortskerns in Süd-Nord-Richtung. Der Dortmund-Ems-Kanal durchquert das Gemeindegebiet parallel zur Ems.
Neben diesen Hauptgewässern existieren im Gemeindegebiet zahlreiche kleinere Entwässerungsgräben und Vorfluter. Das Gemeindegebiet liegt in der Emsniederung und ist durch ausgedehnte Moor- und Feuchtgebietslandschaften geprägt. Historisch gehörten große Teile der Umgebung zum Bourtanger Moor, einem ehemals zusammenhängenden Hochmoorkomplex entlang der deutsch-niederländischen Grenze.
Im Bereich der Emsniederung westlich des Ortskerns befinden sich Feuchtgrünländer, Altarme, Niedermoorflächen und periodisch überflutete Senken. Diese Gebiete dienen zahlreichen Wiesenvogelarten als Lebensraum und sind teilweise Bestandteil des europäischen Vogelschutzgebiets „Emstal von Lathen bis Papenburg“.
Zu den charakteristischen Feuchtgebieten zählt auch der Bereich Flaarsee, einem verlandenden Stillgewässer innerhalb der Niederungslandschaft. Östlich und südlich der Gemeinde liegen weitere entwässerte Moorgebiete, die heute überwiegend landwirtschaftlich genutzt werden. Reste naturnaher Hochmoor- und Feuchtheideflächen sind nur kleinräumig erhalten.
Auf dem Gemeindegebiet befinden sich Teile mehrerer naturschutzrechtlich geschützter Gebiete. Das bedeutendste Naturschutzgebiet ist die „Tinner Dose-Sprakeler Heide“ (NSG WE 177), ein großflächiges Hochmoor- und Heidelandschaftsgebiet südöstlich des Ortskerns. Das Schutzgebiet erstreckt sich über die Gemeinden Lathen und Stavern sowie die Städte Haren (Ems) und Meppen. Es umfasst Hochmoorreste, Feuchtheiden, Moorgewässer und Sandheiden und gehört zugleich zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000. Teile des Gemeindegebiets gehören zum Naturschutzgebiet „Stillgewässer bei Kluse“ (NSG WE 309). Dieses kleinere Schutzgebiet liegt in den Gemeinden Kluse, Renkenberge und Lathen. Das Gebiet ist zugleich als FFH-Gebiet ausgewiesen.
Die Schutzgebiete besitzen besondere Bedeutung für gefährdete Vogelarten der Moor- und Heidelandschaften sowie für den Erhalt naturnaher Hochmoor- und Feuchtlebensräume im Emsland.
Lathen taucht erstmals 854 als „Lodon“ auf. Es gehört zu den sehr alten Ortschaften und war schon vor dem Übergang des Nordlandes an Corvey 834 und zur Zeit der Christianisierung unter Karl dem Großen von Bedeutung. Es ist anzunehmen, dass Lodon in der unter Leitung des Missionsbischofs von Osnabrück erfolgenden Bekehrung des Agredingo durch die Missionszelle in Meppen den Hauptort und Mittelpunkt des Gaues darstellt. Dafür spricht,
Die älteste Benennung Lodon, zu der um 1000 Lodun tritt, kann Lode, Schössling, bedeuten, sodass on oder un als Grundwort und lod als Bestimmungswort aufzufassen wäre. Man kann aber ebenso gut trennen: lo-don, also Gehölz oder Lichtung im Gehölz auf oder bei einer Düne. Don und dun kommen im Altniederdeutschen nebeneinander vor. Die Schreibweise Loten findet sich erst in späteren Corveyer Aufzeichnungen, deren Einzelheiten nicht genau zu datieren sind und von rund 1100 bis 1400 reichen können.
Vom 18. Jahrhundert bis 1942 bestand eine jüdische Gemeinde in Lathen. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge in Lathen zerstört.
Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinden Hilter (Ems) und Kathen-Frackel eingegliedert.
Datei:2013-05-03 Fotoflug Leer Papenburg DSCF6967.jpg|Luftbild von Lathen (2013)
Datei:Haus_Sankt_Marien_Lathen-2013-05-03-DSCF6969.jpg|ehem. Krankenhaus Marienheim (jetzt Pflegeheim)
Datei:2013-05-03 Fotoflug Leer Papenburg DSCF6968.jpg|SV Rasensport Lathen, Meppener Straße
Der Rat der Gemeinde Lathen setzt sich aus 19 Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.
Die Gemeindewahl am 12. September 2021 führte in Lathen zu den Ergebnissen, die in den Diagrammen dargestellt sind.
Die vergangenen fünf Kommunalwahlen in Lathen führten zu folgenden Ergebnissen:
| Partei | 2021 | 2016 | 2011 | 2006 | 2001 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| % || Sitze || % || Sitze || % || Sitze || % || Sitze || % || Sitze | |||||||||||
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 54,78 | 10 | 57,15 | 11 | 64.97 | 11 | 72,54 | 12 | 69,73 | 13 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 27,57 | 5 | 36,27 | 7 | 28,97 | 5 | 22,38 | 4 | 25,85 | 4 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 9,44 | 2 | 6,58 | 1 | 4,17 | 1 | — | — | — | — |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 8,21 | 2 | – | – | 1,88 | 0 | 5,08 | 1 | 4,42 | 0 |
| Gesamt | 100 | 19 | 100 | 19 | 100 | 17 | 100 | 17 | 100 | 17 | |
| Wahlbeteiligung | 48,21 % | 48,93 % | 48,82 % | 49,13 % | k. A. | ||||||
Lathen hat einen Bahnhof für Regional-Express-Züge (RE 15) an der Bahnstrecke Rheine–Norddeich Mole (Emslandstrecke). In Lathen zweigt die Bahnstrecke Lathen–Werlte ab.
| Linie | Verlauf | Takt | Betreiber |
|---|
Vom Bahnhof fahren auch Busse nach Sögel und in die zur Samtgemeinde Lathen gehörenden Dörfer.
Durch das Gemeindegebiet von Lathen führen mehrere Radfernwege sowie lokale Radrundwege.
Transrapid 08.jpg|Transrapid 08 auf der Versuchsanlage
Hilter Windmühle.JPG|Windmühle Hilter
Lathen Osterbrunnen.JPG|Österlich geschmückter Marktbrunnen (2011)
Lathen Osternest Rathaus.jpg|Rathaus Lathen (Ostern 2018)
Ehrenbürgerin Lathens ist Erna de Vries. Die 1923 in Kaiserslautern geborene Überlebende des Holocaust war mit dem in Lathen geborenen Josef de Vries, der als Jude sechs Jahre in deutschen Konzentrationslagern verbrachte, verheiratet.
Am 17. Mai 1991 wurde erstmals das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Lathen verliehen. Damals übergaben Heinrich Middendorf, Bürgermeister bis 1997, und Verwaltungschef Wilhelm Eiken die Urkunde und den Ehrenring an Hermann Frerker (1912–1993) in „Würdigung seiner Verdienste um die Erforschung der Heimatgeschichte“.
In der Ems-Zeitung vom 21. Mai 1991 war weiter zu lesen, dass „der Lebensweg des weit über die Grenzen des Emsorts hinaus bekannten Mediziners in Ankum begann...1950 ließen sich die Frerkers in Lathen nieder, Dr. Hermann Frerker eröffnete hier eine Praxis...In dem engagierten Bemühen um die Erforschung von Heimat- und Familiengeschichte begann Dr. Frerker Aufzeichnungen anzufertigen und Dokumente zu sammeln. In Staatsarchiven und im Archiv des Klosters Corvey war er Stammgast. So füllten sich Ordner um Ordner, und schnell wurde das ‚Frerkersche Archiv‘ zu einem unentbehrlichen Nachschlagewerk heimischer Kultur und Geschichte...Kaum jemand, der sich mit Orts-, Kirchen-, Familien- oder Vereinsgeschichte befasste, kam ohne den fachmännischen Rat von Dr. Frerker aus...“.
Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Lathen.
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