| Art | Markt |
|---|---|
| Bundesland | Bayern |
| Regierungsbezirk | Unterfranken |
| Landkreis | Würzburg |
| Höhe | 280 |
| PLZ | 97204 |
| Vorwahl | 0931 |
| Gemeindeschlüssel | 09679147 |
| Gliederung | 1 Gemeindeteil |
| Website | hoechberg.de |
| Bürgermeister | Alexander Knahn |
| Amt | Erster Bürgermeister |
| Partei | parteilos |
Höchberg ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Würzburg.
Höchberg grenzt im Osten direkt an Würzburg, im Westen an Waldbüttelbrunn. Höchberg besteht aus zwei Siedlungen, dem Altort und dem sogenannten "Hexenbruch". Darüber hinaus sind Neubaugebiete, z. B. Mehle und Mehle II entstanden.
Außer dem Hauptort Höchberg gibt es keine weiteren Gemeindeteile.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet nur die Gemarkung Höchberg. Sie hat eine Fläche von 7,546 km² und ist in 6342 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1189,86 m² haben.
Der Name „Höchberg“ wird volksetymologisch auf die Lage des Ortes, eine „Ansiedlung auf einem hohen Berg“, zurückgeführt.
Die Schreibweise „huegbur“ des Ortsnamens im Jahr 748 ist zeitgenössisch nicht überliefert; sie basiert auf der Chronik des Lorenz Fries (1498–1550). Die erste schriftliche Erwähnung von Häusern auf heutiger Höchberger Gemarkung findet sich in der zweiten Würzburger Markbeschreibung aus dem Jahr 779/780. Der Germanist Norbert Wagner erläuterte huohhobura als Kompositum aus ahd. huohh
Bis Ende des 19. Jahrhunderts sind die beiden Schreibweisen „Höchberg“ und „Hüchberg“ gängig. Die Einheimischen nennen ihren Ort bis heute „Hüchberch“.
|
|
Seine Existenz verdankt Höchberg vermutlich der strategisch bedeutenden Lage an der Grenze des Hochstifts Würzburg. Bis zur Säkularisation 1803 bestimmte das Ritterstift St. Burkard in Würzburg als Grundherr und damit oberste Verwaltungsbehörde die Geschicke des Ortes. Im Frieden von Preßburg 1805 fiel das Hochstift Würzburg an Erzherzog Ferdinand von Toskana (Großherzogtums Würzburg), 1814 ging es an das Königreich Bayern über.
Aufgrund seiner topographischen Lage versorgte Höchberg jahrhundertelang die Würzburger Festung Marienberg mit Trinkwasser. Bis 1670 leitete das natürliche Gefälle über einen Höhenunterschied von 26 Metern das Wasser in den Innenhof der Festung.
Vor allem im 17. und 18. Jahrhundert behauptete die Pfarrkirche „Mariä Geburt“ ihre Stellung als bedeutende Wallfahrtstätte im Umkreis von Würzburg.
Einen wesentlichen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens bildete seit ca. 1660 die jüdische Gemeinde. Zu nennen ist vor allem Leopold Sonnemann, der Begründer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der 1831 in Höchberg geboren wurde. 1828 wurde die Stelle eines bezahlten Ortsrabbiners eingerichtet, der erste Amtsinhaber war Lazarus Ottensoser. Zeugnisse der jüdischen Vergangenheit sind die Synagoge, errichtet 1721, ein barocker Gartenpavillon sowie der jüdische Friedhof, angelegt 1821. Die stattlichen Barockhäuser einiger jüdischer Einwohner prägen bis heute das Höchberger Ortsbild. Eines dieser Wohnhäuser, Sonnemannstraße 15, beherbergte von 1865 bis 1931 die 1861 begründete Israelitische Präparandenschule. Sie bereitete jüdische Schüler aus ganz Bayern auf den Lehrerberuf vor. Beim Novemberpogrom am 10. November 1938 brachen SA-Männer die Synagoge auf, zertrümmerten die Inneneinrichtung und zerrissen die Torarollen; nur eine Torarolle und einige zuvor versteckte Ritualien konnten gerettet werden. Ein Hinweisstein am Eingang des jüdischen Friedhofs nennt als Belegungszeit die Jahre 1821 bis 1942. Das Synagogengebäude wurde 1951 von der evangelischen Kirchengemeinde erworben und dient seither als evangelische Kirche. Hinweistafeln an der ehemaligen Synagoge und am jüdischen Friedhof sowie ein Gedenkstein an der ehemaligen Präparandenschule erinnern heute an die jüdische Geschichte des Ortes.
Am 27. Juli 1990 verlieh das Bayerische Staatsministerium des Inneren der Gemeinde die Bezeichnung Markt.
Im heutigen Ortsteil Hexenbruch wurde am 21. Juni 1749 der enthauptete Leichnam von Maria Renata Singer von Mossau, der letzten vermeintlichen Hexe Frankens, in einem aufgelassenen Steinbruch nahe dem Höchberger Wald an der Stadtgrenze von Würzburg verbrannt (Vgl. auch Hexenprozesse in Würzburg). Sie war eines der letzten Opfer der Hexenverfolgung auf deutschem Boden. In den 1950er Jahren begann die Bebauung des Ortsteils. Vorher wurde das Gebiet militärisch genutzt. Außerdem wurde in mehreren mittlerweile zugeschütteten Steinbrüchen bis Anfang des 20. Jahrhunderts Muschelkalk abgebaut. Der Name Hexenbruch wird erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts verwendet.
Am 1. Mai 1978 wurde ein Gebiet von etwa 155 ha Größe im hinteren Steinbachtal an die Stadt Würzburg abgetreten. Die dort befindliche Roßbergsiedlung hatte zu dem Zeitpunkt 470 Einwohner. In den amtlichen Ortsverzeichnissen wird dieses Gebiet als Gemeindeteil Steinbachtal geführt.
|
|
Die Gemeinderatswahl am 15. März 2020 führte zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung des Marktgemeinderates von Höchberg:
| Parteien und Wählergemeinschaften | 2020 | ||
|---|---|---|---|
| Anteil | Sitze | ||
| CSU | Christlich-Soziale Union in Bayern | 26,21 | 5 |
| Grüne | Bündnis 90/Die Grünen | 25,77 | 5 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 23,21 | 5 |
| UWG | UWG Höchberg | 12,34 | 2 |
| FW | Höchberger Mitte – Die Freien Wähler | 8,58 | 2 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 3,89 | 1 |
| Gesamt | 100,0 | 20 | |
| Wahlbeteiligung in % | 69,0 | ||
Seit 2020 ist Alexander Knahn (* 23. Juli 1975; parteilos) Erster Bürgermeister. Bei der Bürgermeisterwahl am 15. März 2020 wurde er mit 58,48 % der gültigen Stimmen gewählt. Das Amt des Zweiten Bürgermeisters hat seit 2020 Sven Winzenhörlein (Bündnis 90/Die Grünen) inne. Dritter Bürgermeister ist seit 2008 Bernhard Hupp (SPD).
| Amt | Name | Partei |
|---|---|---|
| 1. Bürgermeister | Alexander Knahn | Parteilos |
| 2. Bürgermeister | Sven Winzenhörlein | Die Grünen |
| 3. Bürgermeister | Bernhard Hupp | SPD |
| Amtszeit | Name | Partei |
|---|---|---|
| 1912 – 1933 | Andreas Seubert | SPD |
| 1945 – 1964 | Ernst Keil | SPD |
| 1964 – 1970 | Alois Medon | SPD |
| 1970 – 1994 | Werner Hillecke | SPD |
| 1994 – 2020 | Peter Stichler | SPD |
In der folgenden Tabelle sind die Ergebnisse von Bundestags-, Landtags- und Europawahlen in Höchberg dargestellt.
| Jahr | Wahl | Wahlbeteiligung | Sonst. | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2025 | Bundestagswahl | 89,7 | |35,20 | 20,00 | 15,50 | 5,40 | 10,20 | 13,70 |
| 2024 | Europawahl | 75,9 | |36,50 | 18,20 | 12,20 | 6,00 | 7,70 | 19,40 |
| 2023 | Landtagswahl | 79,7 | |37,60 | 24,70 | 12,10 | 3,60 | 8,50 | 13,50 |
| 2021 | Bundestagswahl | 85,8 | |30,10 | 21,60 | 22,00 | 10,70 | 4,80 | 10,80 |
| 2020 | Kreistagswahl | 68,8 | 29,90 | | 31,59 | 16,41 | 4,69 | 3,95 | 13,46 |
Höchberg unterhält Partnerschaften mit der französischen Gemeinde Luz-Saint-Sauveur (seit 1977) und mit der italienischen Gemeinde Bastia Umbra (seit 1990).
Die Gestaltung der Brunnengasse macht den Verlauf der früheren mittelalterlichen Wasserleitung zur Festung sichtbar. Die unterirdischen Quelle sind als Verbindung von oberem und unterem Brunnen oberirdisch geführt.
Katholische Pfarrkirche Mariä Geburt.
Im oberen Bereich des Wasserlaufs der Brunnengasse befindet sich ein stattliches barockes Wohnhaus, das viele Jahre lang als israelitische Präparandenschule genutzt wurde.
Neben der Präparandenschule und dem Geburtshaus von Leopold Sonnemann (Begründer der Frankfurter Zeitung, dem Vorläufer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) gibt es als weiteres Zeugnis der früheren jüdischen Bevölkerung Höchbergs den jüdischen Friedhof Am Trieb.
2017 gab es in der Gemeinde 2156 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 3251 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 1095 Personen größer als die der Einpendler. 81 Einwohner waren arbeitslos.
Durch Höchberg führen die Bundesstraßen 8 und 27, teilweise als ortsumgehende Ausbaustrecke. Nächste Autobahnanschlussstelle ist Würzburg-Kist an der A 3.
Außerdem ist Höchberg von Würzburg aus gesehen der zweite Ort an der Romantischen Straße. Durch Höchberg führen der Fränkische Marienweg, der Radweg Romantische Straße sowie der Aalbach-Radweg, der Würzburg mit Wertheim verbindet.
An der Haltestelle Karwinkel, die an der Hauptstraße liegt, halten viele Buslinien, die in den westlichen und südlichen Landkreis Würzburg fahren. Nach Höchberg selbst fahren vom Würzburger Busbahnhof die Buslinien 17 und 18, die im Taktverkehr von 20 bzw. 30 Minuten verkehren.
Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Höchberg.
Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.
Wikipedia® ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.