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Stadt Halberstadt
Der Oberbürgermeister
Am Domplatz 51
38820 Halberstadt

http://www.halberstadt.de/

Halberstadt

160pxAbb. 1 Wappen von Halberstadt
Basisdaten
BundeslandSachsen-Anhalt
Höhe122 m
PLZ38820, 38822, 38895
Vorwahl03941, 039424, 039425, 039427
Gliederung10 Ortsteile
Adresse der VerwaltungHolzmarkt 1
38820 Halberstadt
Websitewww.halberstadt.de
OberbürgermeisterDaniel Szarata (CDU)

Halberstadt (plattdeutsch Halwerstidde) ist eine Kreisstadt des Landkreises Harz in Sachsen-Anhalt mit knapp 40.000 Einwohnern (Stand: 2020). Die Stadt liegt im nördlichen Harzvorland.

Sie ist für den mittelalterlichen Dom und die Dosenwürstchen bekannt.Im 18. Jahrhundert waren die Stadtbewohner zu einem Zehntel jüdisch. Die Innenstadt wurde am 8. April 1945 durch einen Luftangriff zu mehr als 80 % zerstört. Während die DDR wenig Interesse für den Erhalt der historischen Bausubstanz hatte, sind seit 1990 viele Bauwerke saniert worden.

Geografie

Halberstadt liegt rund 20 Kilometer nördlich des Harzes an der Holtemme und dem Goldbach. Nördlich der Stadt befindet sich der Höhenzug Huy, im Osten die Magdeburger Börde und im Süden die Spiegelsberge, Thekenberge sowie die Klusberge. Halberstadt ist größte Stadt des Landkreises Harz.

Stadtgliederung

Die Stadt Halberstadt besteht neben der Kernstadt aus folgenden Ortsteilen mit Ortschaftsrat:

Weitere Ortsteile sind:

Die Ortsteile Böhnshausen und Mahndorf gehören zur Ortschaft Langenstein.

Darüber hinaus gibt es noch die drei folgenden Stadtteile:

Nachbargemeinden

Im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend:

Klima

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge in Halberstadt beträgt 542 Millimeter. Der meiste Niederschlag fällt im Juni mit durchschnittlich 69 Millimeter, der geringste im Februar mit durchschnittlich 31 Millimeter. Die Durchschnittstemperaturen bewegen sich zwischen 0,2 °C im Januar als kältestem Monat und 17,6 °C im Juli, wo es am wärmsten ist.

Geschichte

Frühbäuerliche Siedlung (um 5000 v. Chr.)

Im Jahr 2013 wurde ein Massengrab in Halberstadt entdeckt, das aus der gleichen Zeit – aus der Linearbandkeramische Kultur – stammt, wie andere bekannte Stätten, an denen Massaker oder Hinrichtungen stattgefunden haben, wovon u. a. die Grubenanlage von Herxheim, das Massaker von Talheim, das Massaker von Kilianstädten und das Massaker von Schletz Zeugnis ablegen. In Halberstadt wurden offenbar junge Männer erschlagen und dann in einem Massengrab verscharrt. Vorstellbar sei, so die Ausgräber, dass die Männer, die aus einiger Entfernung von dem Dorf stammten, selbst Angreifer waren, die aber bei ihrem Überfall gescheitert waren.

9. bis 16. Jahrhundert

Die Herkunft des Namens Halwerstidde (bzw. Halverstidde) „erfordert eine gründliche, noch zu leistende Untersuchung“. Eine Beziehung zu halba (ahd. Seite, Hälfte) oder einem Flussabschnittsnamen Halver der Holtemme wird angenommen.

Durch Karl den Großen wurde der Missionsstützpunkt 804 zum Bischofssitz. Dem Bischof Hildeward von Halberstadt (968–996) wurde 989 von König Otto III. das Markt-, Münz- und Zollrecht verliehen. Ebenso erhielt er den Blut- und Heerbann, also die weltliche Gewalt im Harzgau und damit über die Bewohner des Ortes Halberstadt. Zudem fällt der Baubeginn des ersten Doms von Halberstadt in diese Zeit; er wurde 992 eingeweiht. 1005 begann der Bau der Liebfrauenkirche. 1036 erfolgte durch den auch politisch aktiven Bischof Burchard die Grundsteinlegung für die Kapelle St. Thomas, die später Teil des Buchardiklosters werden sollte.

1068 gab es bereits eine aufstrebende Kaufmannschaft in Halberstadt, unter der die Stadt um etwa 1105 begann, sich von der Kontrolle durch den Bischofssitz zu emanzipieren. 1134 fand in Halberstadt der Reichstag statt, auf dem Albrecht der Bär mit der Nordmark belehnt wurde. 1146 kamen möglicherweise die ersten Juden von Halle kommend nach Halberstadt. 1189 erreichten während des dritten Kreuzzugs verfolgte Juden die Stadt. Im Jahre 1261 ist für sie der erste bischöfliche Schutzbrief belegt.

Heinrich der Löwe zerstörte 1179 im Zuge einer Fehde Stadt, Dom und Domburg durch das Legen eines Großbrandes. 1192 kamen die Templer nach Halberstadt und gründeten im Burchardikloster eine Kommende. 1199 wird erstmals der Bau der Stadtmauer erwähnt, der bis 1236 andauerte. 1223 wurde der Siechenhof eingerichtet, die erste Einrichtung für Erkrankte in der Stadt, wenngleich der Bau mehr Quarantänestation als Krankenhaus war. Zwischen 1236 und 1239 wurde dann mit dem Neubau des Domes begonnen, der 1491 geweiht wurde. Für 1241 ist erstmals ein Rathaus für die Stadt erwähnt; zudem führte die Stadt zu diesem Zeitpunkt bereits ein eigenes Siegel. Einige Jahre vor 1297 kam der Bettelorden der Serviten nach Halberstadt und gründete hier ein Kloster in der Neuen Stadt vor dem Wassertor. 1343 wurden die Juden von den Grafen von Mansfeld und Regenstein überfallen und flohen, ein Jahrzehnt später wurde das neue sog. „Judendorf“ die erste geschlossene Judenansiedlung in der Stadt.

1326 schloss sich die Stadt mit Aschersleben und Quedlinburg bis 1477 zum Halberstädter Dreistädtebund zusammen. Das Beitrittsdatum Halberstadts zur Hanse lässt sich nicht mit Sicherheit ermitteln, fällt mutmaßlich in die Zeit zwischen 1235 und 1358, spätestens aber 1387. 1363 erwarb die Stadt vom Stift Quedlinburg die angrenzenden Klusberge. Für 1408 verzeichnet die Stadtchronik ein Erdbeben. 1423 begann die Halberstädter Schicht: Die Stadt wurde von „Aufrühern“ der Handwerksgilden rund um Matthias von Hadeber („Langer Matz“) kontrolliert. 1425 gelang es dem Bischof Johann von Hoym, die alte Ordnung in der Stadt wiederherzustellen; im Anschluss wurde eine neue Stadtverfassung verabschiedet. 1433 erfolgte die Aufstellung des Stadt-Rolands. 1486 wurde die Stadt allerdings von Ernst II. von Sachsen unterworfen, und Rat und Stadt verloren die bislang genossenen Freiheiten wieder.

Ab 1521 begannen die ersten Predigten von reformatorischen Kräften in Halberstadt, diese wurden aber bereits 1523 wieder vertrieben. Durch den ersten protestantischen Halberstädter Bischof Heinrich Julius wurde dann 1591 am Halberstädter Dom die protestantische Lehre eingeführt. Er vertrieb erneut die Juden. Noch bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 hielt sich ein gemischtkonfessionelles Domkapitel.

In den Jahren 1577, 1597 und 1611 gab es Pestausbrüche in Halberstadt.

Von Wallenstein bis zur Industrialisierung

1606 nahm Heinrich Julius die Juden wieder in seinen Schutz, sie durften eine erste Synagoge erbauen, die aber 1621 bei einer Revolte gegen jüdische und christliche Wechsler zerstört wurde.

1625 und 1629 ließ Wallenstein seine Truppen die Stadt besetzen. Der kaiserliche Oberfeldherr machte Dom und Liebfrauenstift mit Hilfe des Restitutionsedikts kurzfristig wieder katholisch. Am 18. Januar 1630 weilte Wallenstein persönlich im Ort.

Das Fürstbistum Halberstadt wurde im Zuge des Friedensschlusses 1648 ein protestantisches Herzogtum und Teil Brandenburg-Preußens. Kurfürst Friedrich Wilhelm erließ 1650 für die Halberstädter Juden ein „Privilegium“, wonach sie gegen ein jährliches „Geleitgeld“ von acht Talern in der Stadt bleiben konnten.

Während der Hexenverfolgungen wurden in Hexenprozessen etwa 24 Menschen in Halberstadt zum Tode verurteilt.Monika Lücke, Walter Zöllner: Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit auf dem Gebiet von Sachsen-Anhalt. In: Elke Stolze (Hrsg.): FrauenOrte, Frauengeschichte in Sachsen-Anhalt. Band 1, Halle 2008, S. 35–36.
Monika Lücke, Dietrich Lücke: Hexenprozesse im Territorium des Bistums Halberstadt. In: Geschichte und Kultur des Bistums Halberstadt. Symposium, Protokollband. 2006, S. 679–686.
In dieser Zeit wirkte in Halberstadt von 1650 bis 1660 als Syndikus der Landstände der evangelische Advokat und Diplomat Justus Oldekop (1597–1667). Er war ein Frühaufklärer und trat zwei Jahre nach Friedrich Spee in deutscher (und nicht anonym in lateinischer) Sprache für einen wesentlich humaneren Strafvollzug ein. Dabei bezog er sich auch auf Hexenprozesse.

In den Jahren 1681/82 wütete erneut die Pest in der Stadt; 2197 Menschen starben daran. Nach dem Edikt von Fontainebleau siedelten sich 1685 Hugenotten in Halberstadt an und begründeten eine Handschuhindustrie. 1712 weihten sie ihre eigene „Franzosenkirche“ ein.

Issachar Berend Lehmann erwarb ein riesiges Vermögen und stiftete die 1712 eingeweihte Synagoge – eine herausragende Barocksynagoge im Reich. Außerdem richtete er ein Rabbinerseminar, die Klaussynagoge, ein. Sein Wirken machte die jüdische Gemeinde zur größten Gemeinde in Mitteldeutschland. Ca 10 Prozent der Einwohner waren Juden.

Ab etwa 1750 machte der Domsekretär Johann Wilhelm Ludwig Gleim sein Haus zu einem Kommunikationszentrum der deutschen Aufklärung (größte Originalbibliothek und Briefesammlung zur deutschen Aufklärung im Gleimhaus, jetzt Deutschlands zweitältestes Literaturmuseum). Daneben gab es von 1785 bis 1810 die Literarische Gesellschaft Halberstadt.

Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) wurde Halberstadt mehrfach besetzt und geplündert; am schwersten 1758. Nur knapp konnte eine vollständige Zerstörung abgewendet werden. Direkt nach Friedensschluss erwarb Ernst Ludwig Christoph von Spiegel die Spiegelsberge und gestaltete sie zu einem Landschaftspark um. 1778 gründete Friedrich Eberhard von Rochow in Halberstadt das erste Landschullehrerseminar Deutschlands. Ab dem 18. Oktober 1806 war Halberstadt durch französische Truppen besetzt und wurde 1807 Teil des durch Napoleon geschaffenen Königreichs Westphalen und Sitz einer Präfektur sowie Hauptstadt des Saaledepartements. Im fünften Koalitionskrieg zog erst am 5. Mai ein Stoßtrupp der Schillschen Jäger durch; drei Monate darauf eroberte in einem blutigen Kampf am 29. Juli 1809 die Schwarze Schar des Herzogs von Braunschweig die Stadt und zog mit 2000 Gefangenen weiter. Beide Gruppen wurden, allerdings verfrüht, als Befreier gefeiert, tatsächlich behielten die Franzosen langfristig die Oberhand, und konnten etwa noch 1810 die französische Wohnhausnummerierung mit fortlaufenden Nummern einführen. Nach der Enteignung des Kirchenbesitzes im selben Jahr konnte so 1812 im Nicolaikloster Halberstadt das erste Halberstädter Theater eröffnet werden. Am 30. Mai 1813 erfolgte die Befreiung durch den russischen General Tschernitschew.

Nach dem Wiener Kongress kam Halberstadt an Preußen zurück und wurde Teil der neuen Provinz Sachsen. Im Rahmen der Kreisbildung im Regierungsbezirk Magdeburg wurde 1816 der Stadtkreis Halberstadt eingerichtet, der neben der eigentlichen Stadt auch die umliegenden Dörfer umfasste. Der Stadtkreis Halberstadt wurde 1825 um Teile der Kreise Oschersleben und Osterwieck erweitert und in einen normalen Landkreis mit Halberstadt als Kreisstadt umgewandelt.

Mit der Eröffnung der Bahnstrecke nach Magdeburg durch die Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn 1843 erhielt Halberstadt Anschluss an das sich ständig erweiternde Eisenbahnnetz. Friedrich Heine gründete 1883 die Halberstädter Wurstfabrik. 1890 entstand die Badeanstalt. 1892 fand in Halberstadt der erste deutsche Gewerkschaftskongress statt. 1891 schied Halberstadt aus dem Landkreis aus und bildete wieder einen eigenen Stadtkreis.

20. und 21. Jahrhundert

Wegen der vielen Fachwerkhäuser galt Halberstadt als „Rothenburg des Nordens“. 1903 erhielt Halberstadt eine elektrische Straßenbahn. Das Stadttheater und das Städtische Museum wurden 1905 gegründet. Schon seit 1812 hatte es im ehemaligen Nicolaikloster eine der ersten bürgerlichen Sprechbühnen Deutschlands gegeben.

Ab 1912 bauten die Deutschen Bristol-Werke in Halberstadt Flugzeuge. Während des Ersten Weltkriegs produzierte das in Halberstädter Flugzeugwerke umbenannte ehemalige deutsch-britische Gemeinschaftsunternehmen Flugzeuge für die Fliegertruppe des Deutschen Heeres. Nach dem Ende des Krieges im November 1918 musste aufgrund der Bedingungen der Versailler Verträge der Flugzeugbau im Deutschen Reich der Weimarer Republik ganz eingestellt werden und das nun zur Berlin-Halberstädter Industriewerke AG gehörende frühere Flugzeugwerk ging Anfang 1926 in die Insolvenz.

Zeit des Nationalsozialismus

Im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht wurde 1935 auf einem Teil des ehemaligen Werksgeländes in der Halberstädter Klusstraße 30–38 ein Zweigwerk der Dessauer Junkers-Flugzeugwerke in Betrieb genommen, das Tragflächen für die Ju 88 fertigte. Dieses Werk war im Zweiten Weltkrieg mehrfach das Ziel amerikanischer Bomber. (→ Big Week).

Die in barocken Baustil 1712 gestiftete Synagoge in der Bakenstraße gehörte zu den schönsten Europas. In der Pogromnacht vom 9. November 1938 wurde sie durch die Nationalsozialisten geplündert, und alle Torarollen wurden auf der Straße verbrannt. Da sie eng in die bestehende Fachwerkbebauung eingebunden war, vermied man die Brandschatzung und zwang die Jüdische Gemeinde dazu, ihre Synagoge eigenhändig abzureißen. Vor der Deportation wurde das jüdische Altersheim in der Wilhelmstraße zum letzten Domizil der Juden. Im Laufe des Jahres 1942 wurden die letzten Mitglieder der Gemeinde deportiert: Der erste Transport mit 101 Juden verließ Halberstadt am 12. April 1942 vermutlich nach Warschau; nach Theresienstadt wurden am 23. November 1942 die letzten Mitglieder der jüdischen Gemeinde deportiert.

Während des Zweiten Weltkrieges richtete die SS im Stadtgebiet mehrere KZ-Außenlager ein, darunter 1944 im Junkers-Werk an der Harslebener Straße ein Außenlager des KZ Buchenwald für 400 bis 900 Häftlinge, die dort Zwangsarbeit leisten mussten. Ein Außenlager des KZ Langenstein-Zwieberge bestand unterhalb der Wehrstedter Brücke im Reichsbahnausbesserungswerk (RAW), wo bis zu 200 Häftlinge eingesetzt wurden.

Am 8. April 1945 zerstörten 218 US-amerikanische Bomber der 1st Air Division der 8th Air Force vom Typ B-17 „Flying Fortress“ mit 595 Tonnen Spreng- und Brandbomben in einem verheerenden Flächenbombardement 82 Prozent der Innenstadt. 239 Begleitjäger eskortierten an diesem Tag die 1st Air Division, deren Hauptziel Halberstadt war. Bei dem Angriff kamen etwa 2500 Menschen ums Leben. 600 Fachwerkhäuser wurden zerstört, die Trümmermenge betrug etwa 1,5 Millionen Kubikmeter. Am 11. April besetzten US-amerikanische Bodentruppen die Stadt. Am 18. Mai übergaben die Amerikaner die Stadt an die Briten und diese Ende Juni 1945 an die Rote Armee.

SBZ/DDR

So wurde Halberstadt Teil der SBZ und ab 1949 der DDR. Von 1949 bis 1989 wurde die zu großen Teilen zerstörte Innenstadt teilweise neu und in „sozialistischem Bauverständnis“ wiederaufgebaut; der noch erhaltene Bestand an Fachwerkhäusern in der Altstadt wurde geplant dem Verfall preisgegeben und 600 davon großflächig abgerissen. Auch die Ruine der romanisch-gotischen Paulskirche wurde beseitigt. Zur Wende 1989 existierten nur noch kleine Teile der Altstadt mit 447 Häusern. „Fachwerkhäuser, die im Privatbesitz waren, konnten wegen der staatlich reglementierten geringen Mieten nicht instand gehalten werden. Aber auch die Stadt kümmerte sich nicht mehr um Fachwerkhäuser, die ihr gehörten. Gezielte ‚Entmietung‘ wurde betrieben.“ (Rolf Heydecke)

Am 17. Juni 1953 schlugen sowjetische Truppen mit „Mannschaftswagen und Feldhaubitzen“ (Karl Dilßner) den Aufstand nieder, der sich in einer Versammlung auf dem Fischmarkt zeigte.

1989 fanden in der Martinikirche Gebete für den Frieden statt. Unter dem Motto „Schwerter zu Pflugscharen“ versammelten sich im Herbst des Jahres tausende Bürger. Von der Kirche ausgehend fanden Demonstrationen statt, die auch in Halberstadt die friedliche politische Wende einleiteten. Eine Forderung war die Beendigung von Abrissarbeiten in der Innenstadt. Ein schlichtes Denkmal an der Turmseite der Kirche erinnert an diese Ereignisse.

Ab 1990

Nach 1990 erfolgte die Restaurierung der verbliebenen Teile der Altstadt sowie ab 1995 der Aufbau eines modernen Stadtzentrums auf den Grundmauern und der Maßstäblichkeit des historischen Stadtkerns. Das neue Stadtzentrum im Bereich der Marktplätze wurde 1998 mit dem Bau des neuen Rathauses fertiggestellt. Es gab eine Fülle von Rückübertragungen von Grundstücken und Häusern.

Bundesweites Aufsehen erregte am 8. Juni 2007 ein Überfall auf eine Schauspieler-Truppe, bei der fünf Schauspieler derart verletzt wurden, dass sie in die Halberstädter Klinik eingeliefert werden mussten. Die Polizei unterließ es, die Personalien der Täter aufzunehmen, obwohl diese sich noch am Tatort befanden. Vier der Täter, die der rechtsextremistischen Szene angehörten, erhielten zudem nur äußerst milde Gerichtsurteile.

Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Militärgeschichte

Von 1623 bis 1994 war Halberstadt 372 Jahre lang fast ununterbrochen Garnisonstadt.

Von 1815 bis 1919 war Halberstadt Garnison der Halberstädter Kürassiere (Kürassier-Regiment „von Seydlitz“ (Magdeburgisches) Nr. 7). Prominentester Angehöriger des Regiments war der spätere Reichskanzler Otto von Bismarck, der oft die Uniform dieser Einheit trug, und so auch auf Anton von Werners Gemälde Die Proklamierung des deutschen Kaiserreiches (18. Januar 1871) erscheint.

Ein Fliegerhorst mit Fliegerschule wurde südlich der Stadt vor und im Ersten Weltkrieg angelegt. 1913 entstanden die Halberstädter Flugzeugwerke. Beides musste nach dem Krieg demontiert werden.

In der Zeit der Weimarer Republik waren in Halberstadt der Regiments-Stab und das Ausbildungs-Bataillon des 12. Infanterie-Regiments der Reichswehr stationiert. Dieses lag in der Prinz-Ferdinand-Kaserne in der Harmoniestraße. Weiter gab es die Bismarck-Kaserne in der Kürassierstraße mit dem 4. Artillerie-Regiment und das Standort-Lazarett an der Quedlinburger Straße.

Ab 1935 gab es eine Luftwaffen-Garnison in Halberstadt. Am Fliegerhorst entstand die „Fliegerhorst-Kaserne“. Am 11. April 1944 wurden die Anlagen durch Bombenangriffe beschädigt.

Von April bis Mai 1945 gab es eine amerikanische, von Mai bis Juni eine britische Garnison in Halberstadt.

Zu DDR-Zeiten waren in Halberstadt Truppen der GSSD stationiert (zum Beispiel 197. Gardepanzerregiment und 112. Aufklärungsbataillon). Diese Truppenteile, allesamt der 3. Stoßarmee unterstellt (siehe: Struktur der WGT 1991), lagen in der einstigen Fliegerhorstkaserne in Garnison. Zum Standort gehörte auch ein Standortübungsplatz mit Panzerschießbahnen.

Das Kasernengelände liegt noch heute brach; die ehemals von der Sowjetarmee genutzten Baulichkeiten sind mittlerweile fast vollständig abgerissen. Ebenfalls abgerissen ist die Kasernenanlage Martin-Schwantes, die bis 1990 Sitz der DDR-Grenztruppen (unter anderem Grenzregiment 20) war. Ein Teil des Geländes wird heute unter anderem von der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk genutzt. Die Kasernenanlage Martin Hoop, frühere Ausbildungskaserne der Grenztruppen (Grenzausbildungsregiment 7), beheimatet heute die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber in Sachsen-Anhalt einschließlich Unterbringungsmöglichkeiten.

Am 29. Dezember 1994 wurde das Luftwaffenmaterialdepot 52 der Bundeswehr, das sich in der ehemaligen Untertageanlage (UTA) bzw. Stollensystem MALACHIT nahe Langenstein befand und so 1989/1990 das Komplexlager 12 (Malachit) der NVA übernahm, aufgelöst. Damit endete nach 371 Jahren die Garnisonsgeschichte Halberstadts.

Im Stadtgebiet finden sich heute noch Zeugnisse der einstigen Garnisonsstadt Halberstadt. Diese sind unter anderem der Ebereschenhof (größtenteils abgerissen), das Gelände des Landratsamtes sowie die Florian-Geyer-Straße.

Eingemeindungen

Am 1. Mai 1995 wurde Emersleben eingemeindet. Am 1. Januar 1996 kam Klein Quenstedt hinzu. Aspenstedt, Athenstedt, Langenstein, Sargstedt und das Schachdorf Ströbeck gehören seit dem 1. Januar 2010 zu Halberstadt.

Einwohnerentwicklung

Halberstadt 2011.png|mini|Bevölkerungspyramide für Halberstadt (Datenquelle: Zensus 2011<ref>Zensusdatenbank</ref>)">Halberstadt 2011.png|mini|Bevölkerungspyramide für Halberstadt (Datenquelle: Zensus 2011<ref>Zensusdatenbank</ref>)

Jahr Einwohner
1695 12.000
1830 13.000
1852 20.395
1871 25.431
1875 27.757
1880 31.260
1885 34.025
1890 36.786
1895 41.307
1900 42.810
1905 45.529
1910 46.481
1920 48.715
1930 48.439
1940 54.000
1960 44.973
1980 47.834
Jahr Einwohner
1990 45.364
2000 41.417
2005 39.749
2006 39.318
2007 38.964
2008 38.531
2010 42.680
2013 41.537
2014 40.440
2016 42.980
2018 40.256
2020 39.221

Politik

Oberbürgermeister

Oberbürgermeister von Halberstadt ist seit dem 1. Januar 2021 Daniel Szarata (CDU), der am 19. Juli 2020 in der Stichwahl mit 58,26 % der Stimmen gewählt wurde. Auf den bisherigen Oberbürgermeister Andreas Henke (Die Linke) entfielen bei dieser Wahl 41,74 % der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 35,5 %.

Bei der vorangegangenen Wahl 2013 wurde der seit 2007 amtierende Henke bereits im ersten Wahlgang mit 53,65 % der Stimmen wiedergewählt. Auf den CDU-Kandidaten Daniel Szarata entfielen bei dieser Wahl 34 % der Stimmen. Lediglich 8,94 % wählten Peter Köpke (SPD). Der parteilose Volkmar Hofmann erreichte einen Stimmanteil von 3,41 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 39,8 %.

Stadtrat

Das Ergebnis der Kommunalwahl vom 26. Mai 2019, die Sitzverteilung der 40 Sitze im Stadtrat und die Wahlbeteiligung sind im Folgenden dargestellt (mit Vergleichszahlen der beiden vorigen Wahlen). Die Wahlbeteiligung lag bei 47,71 % (2014: 35,3 %).

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze 2014 2009
CDU 30,46 % 12 40,0 %, 16 Sitze 30,4 %, 12 Sitze
Die Linke 18,31 % 7 22,2 %, 9 Sitze 25,7 %, 10 Sitze
AfD 13,44 % 5
SPD 9,85 % 4 12,7 %, 5 Sitze 11,9 %, 5 Sitze
Bürger unseres Kreises ohne Parteibuch (BUKO) 8,53 % 3 6,9 %, 3 Sitze
Bündnis 90/Die Grünen 6,96 % 3 3,7 %, 1 Sitz 2,6 %, 1 Sitz
Freie Wähler (FW) 6,64 % 3
FDP 4,33 % 2 2,0 %, 1 Sitz 3,2 %, 1 Sitz
Emerslebener Wählergemeinschaft (EWG) 1,48 % 1 1,6 %, 0 Sitze
Wahlbeteiligung 47,71 % 35,3 % 33,6 %

Wappen

Städtepartnerschaften

Halberstadt pflegt Städtepartnerschaften mit

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Das bei dem Luftangriff am 8. April 1945 ausgebrannte Stadttheater wurde 1949 abgerissen und durch das neugebaute „Volkstheater“ ersetzt. Heute bespielt das Nordharzer Städtebundtheater das Große Haus sowie die Kammerbühne und die kleine Spielstätte „Alte Kantine“, ferner die Bühnen von Quedlinburg und dem Bergtheater Thale sowie weitere Bühnen der Region.

Museen

Das Heineanum ist eines der größten vogelkundlichen Museen Deutschlands mit über 18.000 Bälgen, mehr als der Hälfte aller Vogelarten überhaupt, darunter seltene ausgestorbener Exemplare. Das Gleimhaus ist eines der ältesten Literaturmuseen in Deutschland. Des Weiteren gibt es noch das Städtische Museum, das Berend-Lehmann-Museum für jüdische Geschichte und Kultur, den Dom und den Domschatz sowie das Schraube-Museum, in dem bürgerliche Wohnkultur um 1900 ausgestellt ist.Die Neueröffnung des Domschatzes wurde am 13. April 2008 mit einem Festgottesdienst, unter anderem mit Bundespräsident Horst Köhler, gefeiert.

Musik

Neben dem Nordharzer Städtebundtheater (Drei-Spartentheater mit großer und kleiner Bühne) wird seit dem 5. September 2001 in der St.-Burchardi-Kirche das Orgelwerk ORGAN²/ASLSP von John Cage (1912–1992) mit einer Gesamtspieldauer von 639 Jahren aufgeführt. Die Aufführung ist als langsamstes und längstandauerndes Musikstück der Welt konzipiert, indem die achtseitige Partitur auf die angestrebte Spieldauer hochgerechnet wurde – da das Stück mit einer Pause beginnt, war der erste Orgelton erst Februar 2003 zu hören. Seit 2012 wird in St. Martini die Gröninger Orgel von David Beck aus dem Jahr 1596 rekonstruiert, deren Prospekt noch erhalten ist.

Bauwerke

Die wichtigsten Bauwerke Halberstadts befinden sich am Domplatz, einem historischen Ensemble, das im Osten vom Dom und im Westen von der Liebfrauenkirche begrenzt wird. An der Nordseite befinden sich die historischen Domherrenkurien, in denen sich heute das Städtische Museum, die Dombauhütte, das Heineanum und das Gleimhaus befinden. Im Süden stehen das ehemalige Domgymnasium und die Dompropstei, die beide zur Hochschule Harz gehören, sowie das neoromanische Postgebäude. An der Nordwestseite befinden sich der Petershof und die Peterstreppe. Die Kulturdenkmäler Halberstadts sind im Halberstädter Denkmalverzeichnis aufgeführt.

Kirchen

(siehe auch Religionen)

Allgemeine Friedhöfe

Jüdische Friedhöfe

In Halberstadt gibt es drei jüdische Friedhöfe:

Denkmale

Freizeit- und Sporteinrichtungen

Freizeit

Parkanlagen

Sporteinrichtungen

Kulinarische Spezialitäten

Die Halberstädter Würstchen sind als besondere Spezialität der Stadt bekannt. Das Halberstädter Würstchen war weltweit das erste Würstchen in der Dose.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Die Wirtschaft Halberstadts wird durch kleine und mittlere Unternehmen geprägt. Die Stadtverwaltung hat drei Gewerbegebiete und ein Industriegebiet im Osten der Stadt ausgewiesen, in dem neue Gewerbebetriebe angesiedelt werden. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Harz liegt mit 4,7 Prozent (Stand: September 2019) etwas niedriger als im Durchschnitt des Landes Sachsen-Anhalt (6,7 % September 2019).

Überregional bekanntes Produkt sind die Halberstädter Würstchen der Halberstädter Würstchen- und Konservenvertriebs-GmbH. Daneben gibt es eine Reihe kleinerer Unternehmen, unter anderem des Maschinenbaus, des Landmaschinenbaus, der Kunststoff- und Medizintechnik (Primed), ein Möbelwerk (HMW) und als ältestes Industrieunternehmen ein Gummiwerk (Teguma). Halberstadt ist Verwaltungsstandort mit überregionaler Bedeutung.

Zu DDR-Zeiten war vor allem der Maschinenbau Halberstadt in den Hallen des ehemaligen Flugzeugwerkes und das Reichsbahn-Ausbesserungswerk (RAW) von Bedeutung. Das Werk hatte maßgeblichen Anteil an Entwurf und Fertigung der UIC-Z- und Mitteleinstiegswagen der DR, den „Halberstädtern“. Das Werk wird seit 2002 als VIS Verkehrs Industrie Systeme GmbH weiter betrieben und arbeitet am Neubau und der Ausbesserung von Schienenfahrzeugen. So wurden z. B. die Innenausbauten der Züge des Harz-Elbe-Express (HEX) und der Service für die Abellio Dieseltriebwagen von VIS vorgenommen.

Am Stadtrand befindet sich das weithin sichtbare Getreidesilo Halberstadt.

Gericht

Seit 1849 bestand das Kreisgericht Halberstadt. 1879 wurde dies aufgehoben und stattdessen das Amtsgericht Halberstadt, das zum Landgerichtsbezirk Magdeburg und zum Oberlandesgerichtsbezirk Naumburg gehört, geschaffen. Zwischen 1952 und 1992 bestand in der DDR stattdessen das Kreisgericht Halberstadt.

Verwaltung

In Halberstadt gibt es die folgenden Behörden und Einrichtungen mit über die Grenzen der Stadt hinausgehender Bedeutung:

Verkehr

Straße

Die Stadt liegt an den Bundesstraßen B 79, B 81 und B 245 sowie in räumlicher Nähe zur Bundesautobahn 36 (Braunschweig–Bernburg (Saale)).

Eisenbahn

Bahntechnisch ist Halberstadt größter Verkehrsknotenpunkt im Nordharz mit stündlichen Direktverbindungen in Richtung Magdeburg, Halle (Saale), Goslar über Wernigerode, Blankenburg (Harz) und Thale über Quedlinburg, die im Personenverkehr von Abellio Rail Mitteldeutschland gefahren werden. Am Wochenende kommen mit dem Harz-Berlin-Express Direktverbindungen nach Berlin hinzu. Der Bahnhof Halberstadt wurde, nach Kauf und Sanierung durch die Stadt, 2011 zum „Bahnhof des Jahres“ gekürt.

Busverkehr

Der öffentliche Personennahverkehr wird unter anderem durch den PlusBus des Landesnetzes Sachsen-Anhalt erbracht. Folgende Verbindung führt ab Halberstadt:

Den Busverkehr im Landkreis Harz betreiben die Harzer Verkehrsbetriebe. Südöstlich des Bahnhofs befindet sich der Busbahnhof, von dem im laufenden Fahrplan 9 Linien verkehren.

Straßenbahn

In Halberstadt verkehren seit 1903 elektrische Straßenbahnen, deren Zukunft nach den erfolgten Sanierungsarbeiten in der Friedrich-Ebert-Straße und der Beschaffung fünf fabrikneuer Niederflurstraßenbahnen des Typs „Leoliner“ (NGTW6-H) zwischen Oktober 2006 und Februar 2007 zunächst gesichert ist.

Den Stadtverkehr betreibt die Halberstädter Verkehrs-GmbH, bestehend aus zwei Straßenbahnlinien und sechs Buslinien, davon eine sogenannte Nachtbuslinie. Zentraler Umsteigepunkt ist neben dem Hauptbahnhof die Haltestelle Holzmarkt, die sich direkt im Stadtzentrum befindet und an der sich die Linien treffen.

Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung

Das Trinkwasser für Halberstadt wird durch die Halberstadtwerke an die Endverbraucher abgegeben. Es handelt sich um ein Mischwasser aus zwei unterschiedlichen Quellen: Ein Teil wird über vier 40 Meter tiefe Brunnen aus Grundwasser gewonnen und im Kluswasserwerk aufbereitet. Dieses wird von der Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH betrieben. Der andere Teil stammt aus der Rappbode-Talsperre im Harz und wird im Wasserwerk Wienrode aufbereitet, welches der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz gehört. Die Halberstadtwerke verteilen über ein 288 Kilometer langes Leitungsnetz jährlich 1,6 Mio. m³ Trinkwasser.

Die Gesamthärte liegt mit 12,0 °dH im Härtebereich „mittel“. Der Brutto-Verbrauchspreis beträgt 2,11 €/m³.

Die Abwasserentsorgung übernimmt die Abwassergesellschaft Halberstadt. Mit dem Bau des 300 Kilometer langen Kanalnetzes wurde Ende des 19. Jahrhunderts begonnen. Gut drei Viertel des Stadtgebietes werden im Trennsystem entwässert (separate Kanäle für Schmutzwasser und Regenwasser). Das Wasser wird in der zentralen Kläranlage „Am Bullerberg“ gereinigt. Sie wurde 1906 in Betrieb genommen und zuletzt im Jahr 2000 ausgebaut. Die Anlage hat eine Kapazität von 60.000 Einwohnerwerten. Das gereinigte Abwasser (2,5 Mio. m³ pro Jahr) wird in die Holtemme eingeleitet.

Das bei der Faulung des anfallenden Klärschlamms entstehende Klärgas wird zur Stromerzeugung verwendet. So kann die Anlage inzwischen knapp die Hälfte ihres Energiebedarfs selbst decken.

Forschungs- und Bildungseinrichtungen

Grundschulen

Sekundarschulen

Gymnasien

Förderschulen

Sonstige Schulen

Religionen

Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Halberstadt gehört zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Dazu gehört in Halberstadt der Dom St. Stephanus, sowie die Kirchen St. Johannis, Liebfrauen, St. Martini und St. Moritz, ferner die Cecilienstift-Kapelle und das Kirchenmusikalische Seminar Halberstadt. Weitere evangelische Kirchen befinden sich in eingemeindeten Ortschaften.

Das katholische Dekanat Halberstadt gehört zum Bistum Magdeburg. Dazu gehört in Halberstadt die Pfarrei St. Burchard mit der Pfarrkirche St. Katharina u. Barbara, der Kirche St. Andreas sowie den katholischen Kirchen in Adersleben und Gröningen sowie ehemals Langenstein (Kirche jetzt evangelisch). An der Kirche St. Andreas befindet sich ein Kloster der Franziskaner, an der Kirche St. Katharina u. Barbara ein Konvent der Karmelitinnen vom Göttlichen Herzen Jesu.

Der neuapostolische Bezirk Halberstadt gehört zur Neuapostolischen Kirche Mitteldeutschland. Zu ihm gehört in Halberstadt die gleichnamige Gemeinde mit ihrer Kirche an der Gleimstraße.

Die Zionsgemeinde Halberstadt gehört zur Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Die Gemeinde trifft sich in der Kapelle im Campestift, ihre Zionskapelle fiel im April 1945 einem Bombenangriff zum Opfer und wurde nicht wieder aufgebaut.

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Halberstadt (Baptisten) gehört zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, die Pfingstgemeinde Halberstadt zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden. Auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) ist mit einer Gemeinde in Halberstadt vertreten.

Das im 17. oder 18. Jahrhundert gegründete Ursulinenkloster bestand bis 1810 und wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Das ehemalige Kloster St. Burchardi wird heute für verschiedene kulturelle und wirtschaftliche Aktivitäten genutzt. Die mittelalterliche Siechenhofkapelle St. Georg ist als Ruine erhalten und steht seit 1992 unter Denkmalschutz.

Halberstadts Einwohner waren zeitweise im 18. Jahrhundert zu 8 % Juden. Der berühmte Hoffaktor Issachar Berend Lehmann lebte hier. Die Synagoge wurde 1938 abgebrochen, die letzten Mitglieder der jüdischen Gemeinde Halberstadts wurden 1942 deportiert. An die jüdische Geschichte in Halberstadt erinnern die drei jüdischen Friedhöfe (siehe Abschnitt „Jüdische Friedhöfe“) sowie seit 1995 die Moses-Mendelssohn-Akademie mit ihren Einrichtungen.

Persönlichkeiten

Weblinks

Belege

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Halberstadt

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