
| Art | Stadt |
|---|---|
| Bundesland | Sachsen-Anhalt |
| Landkreis | Saalekreis |
| Höhe | 104 |
| PLZ | 06231 |
| Vorwahl | 03462 |
| Gemeindeschlüssel | 15088020 |
| Website | www.badduerrenberg.de |
| Bürgermeister | Christoph Schulze (CDU) |
Die Solestadt Bad Dürrenberg (bis 1935 Dürrenberg) ist eine Kleinstadt im Saalekreis im Land Sachsen-Anhalt und staatlich anerkannter Erholungsort.
Die Solestadt Bad Dürrenberg liegt an der Saale zwischen Leipzig, Merseburg und Weißenfels. Im Süden der Stadt mündet der Ellerbach rechtsseitig in die Saale.
| Ortschaft | Einwohner | Ortsteile | |
|---|---|---|---|
| Bad Dürrenberg | 10.805 | Dürrenberg, Balditz, Goddula, Goddulasiedlung, Vesta, Keuschberg, Kirchdorf, Fährendorf, Lennewitz, Klein- und Großostrau, Porbitz, Poppitz | |
| Nempitz | 293 | Nempitz, Oetzsch und Treben | |
| Oebles-Schlechtewitz | 209 | Oebles-Schlechtewitz | |
| Tollwitz | 1.175 | Ellerbach, Kauern, Ragwitz, Teuditz, Tollwitz und Zöllschen |
Nachbargemeinden sind Leuna im Norden, Markranstädt (Landkreis Leipzig) im Osten, Lützen (Burgenlandkreis) im Süden und Weißenfels (Burgenlandkreis) im Westen.
Aus der Ur- und Frühgeschichte Bad Dürrenbergs ist die Bestattung einer Schamanin mit Kind aus dem Mesolithikum bekannt. Diese wurde im Jahr 1934 im Zuge von Kanalbauarbeiten am Kurpark geborgen und ist heute im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle ausgestellt. Bad Dürrenberg wurde selbst erst mehrere Tausend Jahre später gegründet.
Der Stadtteil Keuschberg ist der älteste Teil der Stadt. Am 5. Juli 993 wurde der Ort durch Otto III. erstmals urkundlich erwähnt. Vesta, ein mit Wällen befestigter Königshof, wurde 1197 im Naumburger Urkundenbuch erstmals genannt. Für die anderen Stadtteile von Bad Dürrenberg sind folgende Ersterwähnungsdaten überliefert: Kirchdorf: 1248, Goddula (später: Klein- und Groß-Goddula): 1263, Lennewitz: 1267, Balditz: 1317 und Fährendorf: 1320. Zu dieser Zeit muss bereits eine namensgebende Fähre in Fährendorf existiert haben. Das Standesamt, das ehemalige Salzamt, ist das älteste Steingebäude der Stadt und ist bereits in Urkunden aus dem Hochmittelalter als Königsgut nachgewiesen.
Das Gebiet der heutigen Ortschaft Bad Dürrenberg gehörte bis 1815 zum Gebiet des Hochstifts Merseburg, das seit 1561 unter kursächsischer Hoheit stand und zwischen 1656/57 und 1738 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Merseburg gehörte. Während Dürrenberg, Balditz, Keuschberg, Vesta, Groß- und Klein-Goddula zum Amt Lützen gehörten, unterstanden Kirchdorf, Fährendorf, Lennewitz, Ostrau, Porbitz und Poppitz der Verwaltung des Amts Merseburg. 1741 unternahm der kurfürstlich-sächsische Bergrat Johann Gottfried Borlach bei Keuschberg Bohrversuche. Die Bohrung war erst 1763 erfolgreich, seitdem gibt es dort einen ständigen Solefluss mit 10,63 % Salzgehalt. Über diesem ersten Solebrunnen entstand 1765 ein wuchtiger Soleförderturm, der nach ihm benannte Borlachturm befindet sich in unmittelbarer Nähe der Gradierwerke. Das Museum im Turm würdigt die Leistungen von Borlach und dokumentiert die Geschichte der Salzgewinnung, die Verarbeitung der Dürrenberger Sole zu Siedespeisesalz und die Entwicklung Dürrenbergs zum Badeort.
Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen die zwölf Orte der heutigen Ortschaft Bad Dürrenberg im Jahr 1815 zu Preußen. Sie wurden 1816 dem Kreis Merseburg im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt. Im 19. Jahrhundert wurden folgende Orte erwähnt, die aus mehreren Orten entstanden sind: Kirchfährendorf (aus Kirchdorf und Fährendorf), Porbitz-Poppitz (aus Porbitz und Poppitz), Goddula (aus Groß-Goddula, Klein-Goddula und Vesta).
Erstmals an das Eisenbahnnetz angebunden werden sollte der Ort im Jahr 1826 mit der Errichtung einer Pferdeeisenbahn von Leipzig nach Dürrenberg; die Pläne wurden jedoch verworfen. Im Jahr 1836 wurde die 4,5 Kilometer lange Tollwitz-Dürrenberger Eisenbahn mit einer Spurweite von 585 mm und der erste, 133 m lange Eisenbahntunnel Deutschlands errichtet. Am 22. März 1856 nahm die Bahnstrecke von Leipzig nach Corbetha über Barneck, Markranstädt, Kötschau und Dürrenberg ihren Betrieb auf.
Die Errichtung des ersten Badehauses erfolgte 1845, die erste Saalebrücke wurde 1920 erbaut. Im selben Jahr wurde die Rössener Straßenbahnstrecke in Etappen über Daspig und Spergau bis Fährdorf verlängert, sechs Jahre später dann bis zum Bahnhof Bad Dürrenberg.
Das Bäder-Adressbuch warb in der Weimarer Republik für Dürrenberg a. d. Saale mit Hinweis auf die vorhandenen Gradierwerke (1821 m Länge) um Badegäste zum „Aufenthalt in mit Salz durchtränkter staubfreier, ozonreicher Luft“ und bezeichnete den Kurort als „Solbad“.
Die „Großgemeinde Dürrenberg“ entstand am 1. Juli 1930 durch Zusammenschluss der Landgemeinden Dürrenberg, Keuschberg, Porbitz-Poppitz, Ostrau, Lennewitz und Balditz. Seit der Verleihung des Prädikates „Bad“ im Jahr 1935 nennt sich Dürrenberg Bad Dürrenberg. Während des Zweiten Weltkriegs wurden ausländische Zwangsarbeiter bei Firmen in Bad Dürrenberg beschäftigt. Am 30. November 1946 wurde der Gemeinde Bad Dürrenberg das Stadtrecht verliehen. Die Verkündung nahm Bezirkspräsident Otto Gotsche in der Stadtverordnetensitzung am 6. Januar 1946 vor. Die Urkunde wurde an Bürgermeister Paul Drese übergeben. Am 15. April 1947 bekam die Stadt ihr heutiges Wappen verliehen. Am 1. Juli 1950 wurden die Orte Kirchfährendorf und Goddula-Vesta nach Bad Dürrenberg eingemeindet.
Von 1952 bis 1994 lag Bad Dürrenberg im Kreis Merseburg (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Halle, dann im Land Sachsen-Anhalt). Nach der Kreisreform 1994 gehörte die Stadt zum Landkreis Merseburg-Querfurt, seit der Kreisreform 2007 ist sie Teil des Saalekreises.
Die Verwaltungsgemeinschaft Bad Dürrenberg mit Oebles-Schlechtewitz, Tollwitz sowie seit 1998 Spergau und seit 2006 Nempitz wurde 1994 gebildet.
Der Badebetrieb in Bad Dürrenberg wurde 1964 eingestellt, die Produktion von Siedesalz bereits ein Jahr zuvor. Trotz Erhalt der Bezeichnung als „Bad“ wurde der Ort in der DDR nicht mehr als Kurort geführt.
Ein neuer Solebrunnen wurde am 24. Juni 2000 in Betrieb genommen. 2003 sanierte man die ehemalige Trinkhalle im Kurpark, die anschließend wieder für Soleanwendungen geöffnet wurde. Das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“ wurde der Stadt 1994 vorläufig und 2008 dauerhaft verliehen.
Unter dem Motto „Salzkristall & Blütenzauber“ bewarb sich die Stadt Bad Dürrenberg um die Ausrichtung der 5. sachsen-anhaltischen Landesgartenschau im Jahr 2022 und erhielt am 28. März 2017 den Zuschlag. Die Landesgartenschau wurde wegen der Corona-Pandemie auf das Jahr 2024 verschoben (19. April bis 13. Oktober). Sie konnte über 460.000 Besucher zählen.
Im Jahr 1741 unternahm der kursächsische Bergrat Borlach erste bergbautechnische Maßnahmen zur Erschließung von Sole- und Kohlevorkommen in Mitteldeutschland. So fanden Bohrversuche bei Keuschberg statt, einem Ortsteil von Bad Dürrenberg. Im Jahr 1744 begann er mit dem Täufen nach Sole, dies musste 1757 kurzzeitig wegen des Siebenjährigen Krieges unterbrochen werden. Im Jahr 1763 endete nach 19 Jahren erfolgreich die Erschließung der Solequelle, die als Borlachschacht bezeichnet wird.
Im Jahr 1800 erkundet Georg Philipp Friedrich von Hardenberg die Kohlevorkommen um Bad Dürrenberg. Es erfolgte der Abbau von Braunkohle in verschiedenen Ortsteilen im offenen Tagebauverfahren. Im Ortsteil Tollwitz begann man um 1830 mit dem Abbau unter Tage. Im August 1935 endete die Braunkohleförderung am Schacht Nr. 7.
Der Salinenbetrieb zur Speisesalzproduktion wurde 1963 eingestellt.
Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Goddula-Vesta und Kirchfährendorf eingegliedert. Oebles-Schlechtewitz wurde am 1. Juli 2008 in die Stadt Bad Dürrenberg eingemeindet. Am 1. Januar 2010 folgten die Eingemeindungen von Nempitz und Tollwitz, was die Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Bad Dürrenberg nach sich zog.
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Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Der Stadtrat von Bad Dürrenberg besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Stadt aus 28 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:
| Partei / Wählergruppe || Stimmenanteil 2019 || Sitze 2019 |
Stimmenanteil 2024 || Sitze 2024 |
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|---|---|---|---|---|
| CDU | 30,1 % | 8 | 33,6 % | 9 |
| AfD | 14,6 % | 3 | 28,5 % | 8 |
| FDP | 16,6 % | 5 | 11,1 % | 3 |
| PRO Bad Dürrenberg | 6,4 % | 2 | 9,3 % | 3 |
| Die Linke | 10,3 % | 3 | 6,3 % | 2 |
| Wählergruppe der Handwerker und Gewerbetreibenden | 6,1 % | 2 | 5,2 % | 1 |
| SPD | 4,0 % | 1 | 3,5 % | 1 |
| Bündnis 90/Die Grünen | – | – | 2,5 % | 1 |
| Unabhängige Wählergemeinschaft | . | 2 | – | – |
| Allgemeine Freie Liste Tollwitz-Nempitz | . | 1 | – | – |
| NPD | 1,0 % | – | – | – |
| Insgesamt | 100 % | 27 | 100 % | 28 |
Bei der Wahl 2019 entfielen auf die AfD vier Sitze, von denen einer unbesetzt blieb, weil die Partei nur drei Kandidaten nominiert hatte.
Schulze wurde im März 2015 zum neuen Bürgermeister gewählt. Am 13. März 2022 wurde er mit 77,0 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt. Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.
Das Wappen wurde am 15. April 1947 durch den Minister des Innern der Provinzialregierung Sachsen-Anhalt genehmigt.
Blasonierung: „In Rot über blauem Wasser ein silbernes Gebäude mit turmartigem Dach, schwarzen Fenstern, Tür und silberner Eingangstreppe.“
Das Gebäude im Wappen der Stadt stellt das Wahrzeichen von Dürrenberg, den sogenannten Kunst- oder Borlachturm dar. Die Wellen deuten die geografische Lage der Stadt an der Saale an.
Die Flagge der Stadt Bad Dürrenberg ist weiß - rot (1:1) gestreift.
Bad Dürrenberg unterhält Partnerschaften zu Caudebec-lès-Elbeuf in Frankreich, Ciechocinek in Polen, Encs in Ungarn und Melle in Niedersachsen.
Bad Dürrenberg verfügt über einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Leipzig–Großkorbetha, der stündlich von der S-Bahnlinie S6 (Leipzig Hbf–Weißenfels–Naumburg Hbf) und zweistündlich vom Regional-Express RE15 (Leipzig–Saalfeld) bedient wird. Zudem ist die Stadt mit der Straßenbahnstrecke Halle-Ammendorf–Bad Dürrenberg (Halle–Schkopau–Merseburg–Leuna–Bad Dürrenberg) an den Nahverkehr der Halleschen Verkehrs-AG (HAVAG) im 30-Minuten-Takt angebunden. Die darauf verkehrende Linie 5 ist mit ca. 30 Kilometern die längste Straßenbahnlinie in den neuen Bundesländern. Busverbindungen gibt es unter anderem nach Markranstädt, Merseburg, Günthersdorf und Kleinkorbetha.
Die Stadt liegt direkt an der A 9, an der sie eine eigene Anschlussstelle hat.
In Bad Dürrenberg gibt es eine Saaleschleuse.
Das ehemalige Salzamt wurde zum Hotel umgebaut, ebenso das frühere Badehaus. Daneben gibt es zwei weitere Hotels sowie Ferienwohnungen und private Gästezimmer. Außerdem gibt es das Sole Spa (Gesundheit, Wellness und Entspannung) direkt im Kurpark und das Gesundheitszentrum mit Sole Bewegungsbad (Veranstaltungs- und Dienstleistungszentrum Bad Dürrenberg gGmbH).
Die Freiwillige Feuerwehr der Solestadt Bad Dürrenberg besteht folgenden Ortsfeuerwehren:
In den drei Feuerwehren leisten ausschließlich ehrenamtliche Mitglieder ihren Dienst. Gesamtstädtisch werden ca. 300 Einsätze pro Jahr geleistet. Das Gebiet des Hauptorts sowie die nahegelegene Bundesautobahn 9 werden hauptsächlich durch die Einheiten aus Bad Dürrenberg und Tollwitz betreut. Die Einheit Nempitz übernimmt in der Hauptsache den Schutz des eigenen Ortsteils sowie logistische Sonderaufgaben.
Die Einheiten Bad Dürrenberg und Tollwitz unterhalten zudem seit 2019 jeweils eine First Responder-Gruppe zum Einsatz bei medizinischen Notfällen in ihrem jeweiligen Einsatzbereich. In der Einheit Bad Dürrenberg ist ebenfalls eine Drohnengruppe beheimatet, welche auch überörtlich eingesetzt wird. Die Einheit Tollwitz hält als Besonderheit zwei Tanklöschfahrzeuge mit einem Gesamtvolumen von 18.500 Litern Wasser vor, welche regelmäßig in die benachbarten Gemeinden ausrücken.
Neben den drei Standorten der Feuerwehr existiert zudem noch eine Rettungswache der Johanniter-Unfallhilfe (im Stadtgebiet), ein Polizeiposten (im Stadtgebiet) sowie einen Stützpunkt der Wasserwehr Bad Dürrenberg (im Ortsteil Nempitz).
Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Dürrenberg.
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