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Landratsamt
Wittenberg
Breitscheidstr. 3
6886 Lutherstadt Wittenberg

http://www.landkreis-wittenberg.de

Landkreis Wittenberg

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Wittenberg
Basisdaten
BundeslandSachsen-Anhalt
VerwaltungssitzLutherstadt Wittenberg
Adresse des LandkreisesBreitscheidstraße 3
06886 Lutherstadt Wittenberg
Websitewww.landkreis-wittenberg.de
LandratChristian Tylsch (CDU)

Der Landkreis Wittenberg ist eine Gebietskörperschaft im Osten des deutschen Landes Sachsen-Anhalt. Er liegt an den Flüssen Elbe und Schwarze Elster. Kreisstadt und zugleich mit knapp 50.000 Einwohnern größte Gemeinde ist Lutherstadt Wittenberg.

Nachbarkreise sind im Norden die brandenburgischen Landkreise Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming, im Osten der ebenfalls brandenburgische Landkreis Elbe-Elster, im Süden der sächsische Landkreis Nordsachsen und im Westen der Landkreis Anhalt-Bitterfeld und die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau.

Der Landkreis Wittenberg gehört zur Metropolregion Mitteldeutschland und grenzt an die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg.

Geographie

Die Elbe durchfließt auf einer Länge von 52 km in einer über große Abschnitte naturnahen Auenlandschaft den Landkreis. Im Norden erstrecken sich von Ost nach West die waldreichen Höhenzüge des Fläming und seiner Ausläufer. Im Süden liegt das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteldeutschlands, die Dübener Heide.

Der Waldanteil ist mit 39,8 Prozent der Gesamtfläche der größte aller Landkreise in Sachsen-Anhalt.

Geschichte

Der Landkreis besteht in der heutigen Ausdehnung seit 2007.

Verwaltungsgeschichte

Politik

Kreistag

Aus dem rechts dargestellten Ergebnis der Kreistagswahl vom 26. Mai 2019 ergab sich folgende Sitzverteilung für den Kreistag:

Ergebnisse der Kommunalwahlen zwischen 1994 und 2019
Parteien und Wählergemeinschaften 2019 2014 2007 2004 1999 1994
Prozent Sitze Prozent Sitze Prozent Sitze Prozent Sitze Prozent Sitze Prozent Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 25,7 12 33,2 16 36,1 18 37,9 18 42,9 21 32,8 16
FREIE WÄHLER FREIE WÄHLER 20,0 10 14,7 7 - - - - - - - -
AfD Alternative für Deutschland 16,4 8 2,6 1 - - - - - - - -
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 13,8 7 16,9 8 19,3 9 19,5 10 24,0 12 28,7 14
DIE LINKE. DIE LINKE. 12,8 6 21,5 10 21,0 10 25,7 12 19,1 9 16,5 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 4,6 2 2,6 1 2,7 1 2,5 1 1,9 1 6,0 3
AdB Allianz der Bürger 2,8 1 4,5 2 - - - - - - - -
FDP Freie Demokratische Partei 2,5 1 1,6 1 4,8 2 7,0 3 5,2 3 6,7 3
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 1,0 1 0,9 1 - - - - - - - -
BBP Bürgerbewegung Landkreis Wittenberg - - 1,4 1 1,2 1 3,9 2 3,5 2 8,7 4
FWW Freie Wähler für Wittenberg - - - - 9,9 5 - - - - - -
Offensive D Offensive D - - - - 2,7 1 2,9 2 - - - -
DP Deutsche Partei - - - - 1,5 1 - - - - - -
Tierschutz-partei Die Tierschutzpartei - - - - - - 0,7 - - - - -
WG LUN Landwirtschaft, Umwelt und Natur - - - - - - - - 1,0 - - -
DVU Deutsche Volksunion - - - - - - - - 0,8 - - -
STATT Partei Statt Partei - - - - - - - - 0,4 - - -
WG BDM Bürgerverein für Dorfentwicklung „Mühlengrund“ - - - - - - - - 0,4 - - -
WG SCM Sozial Christliche Mitte - - - - - - - - 0,4 - - -
WG VBI/LSA Verband der Bürgerinitiativen für Kommunalabgaben des Landes Sachsen-Anhalt - - - - - - - - 0,4 - - -
EB Einzelbewerber 0,4 - - - 0,7 - - - - - 0,5 -
Sonst. Sonstige - - - - - - - - - - 0,1 -
Gesamt 100 48 100 48 100 48 100 48 100 48 100 48
Wahlbeteiligung 56,7 % 47,0 % 36,6 % 46,6 % 55,3 % 67,6 %

Im Kreistag haben sich folgende Fraktionen gebildet: CDU (incl. FDP, 13 Mitglieder), FREIE WÄHLER/AdB (11 Mitglieder), AfD (8 Mitglieder), SPD (7 Mitglieder), DIE LINKE. (6 Mitglieder). Es gibt drei fraktionslose Kreistagsmitglieder (2 GRÜNE, 1 NPD).

Landräte

Vorsitzende des Rates des Kreises Wittenberg 1952–1990

Landräte ab 1990

Wappen

Blasonierung:

Dies war das Amtswappen der Herzöge von Sachsen-Wittenberg als Erzmarschälle des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Das Wappen geht direkt auf die historische Reichsrennfahne zurück.

Flagge

Die Flagge des Landkreises zeigt die Farben Schwarz-Rot mit geführtem Wappen längs und quer gehisst.

Wirtschaft

Die Branchen chemische Industrie (SKW Piesteritz, PCI, PTE), Maschinenbau (Krafotec, MMW), Spezialfahrzeugbau (Feldbinder, Empl, Annaburger), Verpackungsmittelindustrie (SIG Combibloc) und die Nahrungs- und Genussmittelproduktion (Lieken, Upfield, Wikana, Ditsch, Jütro, Himmelsberger) sind im verarbeitenden Gewerbe strukturbestimmend.

Die Lutherstadt Wittenberg ist mit 270.435 Übernachtungen (2017) insbesondere auch eine bedeutende Tourismusdestination, Tagungs- und Kongressort.

Oranienbaum-Wörlitz zieht mit dem Wörlitzer Park – als Teil des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs – Tagestouristen an.

In der Kurstadt Bad Schmiedeberg (Eisenmoorbad, Reha-Zentrum) stellt die Gesundheitswirtschaft einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor dar.

Gräfenhainichen generiert unter anderem Einnahmen aus dem Freilichtmuseum Ferropolis, der „Stadt aus Eisen“, die zudem als Veranstaltungsort für mehrere überregional bekannte Musikfestivals (Melt!, splash!) dient.In Jessen (Elster) gibt es produzierendes Gewerbes (Industrie und Handwerk) mit Branchenschwerpunkten in der Lebensmittelverarbeitung und dem Metall- und Maschinenbau.

Der Jessener Ortsteil Holzdorf ist mit dem Fliegerhorst Schönewalde/Holzdorf ein 400 Bedienstete umfassender Standort der Luftwaffe der Bundeswehr.

Etwa 50 % der Fläche des Kreises werden ferner landwirtschaftlich genutzt.

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Wittenberg noch Platz 395 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählte damit zu den Regionen mit „sehr hohen Zukunftsrisiken“.

Im Zukunftsatlas 2019 belegte der Landkreis Wittenberg bereits Platz 385 von 401 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählte damit zu den Regionen mit „hohen Zukunftsrisiken“, gehörte gleichzeitig allerdings zu den kontinuierlichen Aufsteigern in diesem Ranking. Die Tendenz der letzten Jahre zeigte hier einen Aufstieg um drei Stufen, wie dies auch im Falle der nahen Metropolen Berlin und Leipzig zu konstatieren ist.

Bei der Dynamik lag der Landkreis Wittenberg in diesem Ranking auf Platz 279 und damit im gesamtdeutschen Mittelfeld.

Die Selbstständigenquote im Landkreis Wittenberg lag in den Jahren 2015 bis 2019 zwischen 10,7 % und 9,5 % und damit regelmäßig über dem Landesdurchschnitt (9,1 % bis 8,2 %) und positionierte den Kreis durchgehend in der Spitzengruppe unter den sachsen-anhaltischen Landkreisen.

Seit dem Bestehen des Landkreises Wittenberg in seiner aktuellen Form und Ausdehnung hat sich die Arbeitslosenquote von 14,2 % (Juli 2007) auf 7,1 % (April 2021) halbiert, wobei diese vor der Corona-Pandemie mit 5,7 % im September und Oktober 2019 einen Tiefpunkt erreichte, als damit nahezu Vollbeschäftigung bestand.

Sowohl die Zahl der Berufsausbildungsstellen als auch – nicht ganz so stark – die Zahl der Bewerber sind im Landkreis Wittenberg in den Jahren 2019 bis 2022 weiterhin kontinuierlich gestiegen. Die Stellenauswahl für die Bewerber nahm dabei weiter zu, so dass 2021/2022 auf jeden Bewerber rund zwei freie Berufsausbildungsstellen kamen. Die Ausbildungsplatzversorgung im Landkreis Wittenberg lag im Mai 2022 mit 47 Bewerbern auf 100 Stellen – genau gleichauf etwa mit dem südbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen – im vorderen Sechstel aller Landkreise in Deutschland.

Verkehr

Autoverkehr

Die Bundesautobahn 9 (Berlin-München) führt im Nordwesten und Westen durch das Gebiet des Landkreises. Die Anschlussstellen 7 (Köselitz), 8 (Coswig) und 9 (Vockerode) liegen im Kreisgebiet.

Durch das Landkreisgebiet führen die Bundesstraßen 2 und 187, die sich in der Kreisstadt kreuzen. Südlich der Elbe enden die Bundesstraßen 100 und 182 an der Bundesstraße 2 im Ortsteil Eutzsch der Stadt Kemberg. Die Bundesstraße 107 führt von der brandenburgischen Landesgrenze nördlich des Coswiger Ortsteils Göritz bis zur Einmündung in die B187 in Coswig.

Zum 1. Januar 2014 waren hier 89.810 Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter 5.651 Krafträder, 74.290 PKW, davon 5.164 gewerbliche PKW, 6.212 LKW sowie 1.991 Zugmaschinen in der Land- und Forstwirtschaft.

Schienenverkehr

Durch den Landkreis Wittenberg führen zwei überregionale Eisenbahnstrecken, die sich im Wittenberger Hauptbahnhof kreuzen: An der Bahnstrecke Berlin–Halle/Leipzig–München gibt es dort jeweils alle zwei Stunden einen Halt der Intercity-Express-Linien 11 und 28 – es resultieren stündliche ICE-Abfahrten von Lutherstadt Wittenberg Hbf gen Norden nach Berlin (Südkreuz und Hbf) und gen Süden nach Leipzig Hbf, die für die Pendlervernetzung in der Region von besonderer Bedeutung sind. Es verkehren darüber hinaus Regionalexpress-Züge nach Berlin sowie die Linien S2 und S8 der S-Bahn Mitteldeutschland. In West-Ost-Richtung wird der Landkreis durch die Strecke Dessau-Roßlau–Falkenberg mit stündlich verkehrenden Regionalbahnen erschlossen. Fast alle Nahverkehrsleistungen werden von DB Regio erbracht, in deren Zügen der Tarif des Mitteldeutschen Verkehrsverbunds (MDV) gilt.

Der Landkreis wird im Osten von der Bahnstrecke Jüterbog–Riesa tangiert: Auf dem Kreisgebiet liegen die Bahnhöfe Linda (Elster) und Holzdorf (Elster). Auf der eingleisigen Bahnstrecke Pratau–Torgau mit ihrer Zweigstrecke nach Eilenburg über Bad Schmiedeberg findet nur noch in geringem Umfang saisonaler Verkehr statt. Die Bahnhöfe Wörlitz und Oranienbaum der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn werden nur in der Sommersaison bedient.

Historisch erwähnenswert sind weitere Bahnstrecken:

Busverkehr

Der öffentliche Personennahverkehr wird seit dem 1. Januar 2007 durch den Unternehmensverbund Neuer Wittenberger Busverkehr durchgeführt. Dieser setzte sich in einem europaweiten Bieterwettbewerb durch. Der Unternehmensverbund wird durch mehrere regionale Busunternehmen gebildet.

Gemeinden

Einheitsgemeinden
(Städte sind fett hervorgehoben)
(* Sitz des Landkreises)

Wappen Gemeinde Einwohner
Stand: 31.12.2021
Fläche
in km²
Annaburg
Bad Schmiedeberg
Coswig (Anhalt)
Gräfenhainichen
Jessen (Elster)
Kemberg
Oranienbaum-Wörlitz
Lutherstadt Wittenberg*
Zahna-Elster

Schutzgebiete

Im Landkreis befinden sich 19 ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Februar 2017).

Gebietsänderungen

Veränderungen auf Gemeindeebene

Die Anzahl der Gemeinden verringerte sich von 108 auf 9 (Landkreis Wittenberg seit dem 1. Juli 1994 und inkl. Kreisreform).

Veränderungen bei Verwaltungsgemeinschaften

Somit verringerte sich die Anzahl der Verwaltungsgemeinschaften von 14 auf 0 (inkl. Kreisreform).

Namensänderungen

Kfz-Kennzeichen

Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen WB, das bis heute ausgegeben wird. Durch die Kennzeichenliberalisierung sind seit dem 29. November 2012 auch die Unterscheidungszeichen GHC (Gräfenhainichen) und JE (Jessen) erhältlich.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Wittenberg

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