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Salzlandkreis
Der Landrat
Karlsplatz 37
6406 Bernburg

https://www.salzlandkreis.de/

Wappen

Der Salzlandkreis ist ein Landkreis im Land Sachsen-Anhalt, der im Zuge der Kreisgebietsreform am 1. Juli 2007 durch die Zusammenlegung der ehemaligen Landkreise Aschersleben-Staßfurt (ohne Falkenstein/Harz), Bernburg und Schönebeck gebildet wurde. Er ist in Sachsen-Anhalt der einzige Landkreis, der nicht an ein anderes deutsches Bundesland grenzt.

Geografie

Mit einer Flächengröße von 1.427 km² ist der Salzlandkreis der zweitkleinste Landkreis von Sachsen-Anhalt. Während im Osten die Elbe über eine Länge von 22 Kilometern die Grenze zum Nachbarkreis Anhalt-Bitterfeld bildet, liegen im Norden Teile der Stadt Schönebeck am jenseitigen Elbufer. Das Landschaftsbild ist vielfältig, der Norden wird geprägt von der ertragreichen Magdeburger Börde, und im Osten bilden Elbe und Saale eine weite Flussaue. Im Westen reicht der Landkreis bis zum Vorharzgebiet, im Süden hat die ehemalige Braunkohle- und Salzförderung ihre Spuren hinterlassen. Im Bördedorf Eickendorf liegen mit der Bodenwertzahl 100 der deutschlandweiten Bodenschätzung die ertragreichsten Landwirtschaftsflächen. Neben Elbe und Saale gehören auch die Bode und Wipper zum Flussnetz des Landkreises. Die höchste Erhebung ist der im äußersten Westen in der Nähe von Cochstedt gelegene Phillips Galgenberg mit 224 Metern. Er gehört zum Hakel, der neben dem Nachterstedter Forst und den Kiefernwäldern bei Plötzky und Pretzien eines der wenigen nennenswerten Waldgebiete des Landkreises ist. Der Landkreis hat Anteil am UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe. Hierzu gehört der mehrere Quadratkilometer große Auenwald Lödderitzer Forst.

Dialektgrenze

Quer durch das Kreisgebiet verläuft unmittelbar nördlich der Städte Aschersleben und Barby die Benrather Linie und somit der Übergang von den hochdeutschen – genauer: den ostmitteldeutschen – Dialekten zur niederdeutschen Sprache.

Geschichte

Im Mittelalter herrschten im heutigen Kreisgebiet im Wesentlichen die Bistümer Magdeburg und Halberstadt. Der Südosten gehörte seit 1170 zum askanischen Anhalt mit Bernburg als zeitweiliger Residenz. Nachdem die beiden Bistümer nach dem Dreißigjährigen Krieg säkularisiert und 1680 vom weltlichen Herzogtum Magdeburg abgelöst worden waren, kamen deren Gebiete unter die Verwaltung des Saalkreises. Das Herzogtum seinerseits war Teil des brandenburgischen Kurfürstentums, das 1701 zum Königreich Preußen wurde. Nach der preußischen Verwaltungsreform von 1815 wurde das preußische Gebiet des heutigen Kreisgebiets hauptsächlich auf die neu gebildeten Kreise Calbe und Quedlinburg sowie auf die Stadt Aschersleben aufgeteilt. Die DDR-Gebietsreform verkleinerte noch einmal die Kreise, so dass ab 1952 die Kreise Schönebeck, Bernburg, Aschersleben und Staßfurt am heutigen Kreisgebiet beteiligt waren.

Während der DDR-Zeit gehörte der nördliche Teil des Kreises zum Bezirk Magdeburg und der südliche Teil zum Bezirk Halle.

Eine Sonderstellung an der historischen Entwicklung nehmen Plötzky, Pretzien, Ranies und Elbenau, die nördlichsten Orte des Landkreises ein. Sie gehörten seit dem 12. Jahrhundert zum Kurfürstentum Sachsen und waren bis 1808 dem sächsischen Amt Gommern unterstellt. Während der französischen Besetzung von 1807 bis 1813 gehörten diese Orte zum einzigen Brückenkopf Napoleons am östlichen Elbufer und wurden dem Königreich Westphalen angegliedert. Sie wurden erst 1818 preußisch und gehörten bis 1945 zum Landkreis Jerichow I.

Namensgebung

Der Name Salzlandkreis nimmt Bezug auf die jahrhundertelange Salzgewinnung in der Region, vornehmlich im einstigen Groß Salze, dem heutigen Bad Salzelmen. Die Salzerzeugung in Bad Salzelmen wurde 1967 zwar eingestellt, aber die Sole ist heute immer noch Bestandteil des Kurbetriebes. Außerdem gilt die Region mit den Kalischächten in Staßfurt als Ursprung des Kalibergbaus.

Bevölkerung

Jahr Einwohner
2007 219.222
2010 209.579
2015 196.695
2020 187.457
Jahr Einwohner
2021 185.495
2022 183.727
2023 182.296
2024 180.771

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres

Politik

Kreistag

;Wahlergebnisse vergangener Wahlen

Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2024
Sitze
2024
Prozent
2019
Sitze
2019
Prozent
2014
Sitze
2014
Prozent
2007
Sitze
2007
Prozent
2004
Prozent
1999
AfD Alternative für Deutschland 30,2 16 17,0 9
CDU Christlich Demokratische Union 26,9 15 26,4 14 36,3 22 30,8 19 38,1 39,9
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 11,1 6 14,5 8 18,5 11 20,4 12 18,6 26,0
LINKE Die Linke 8,1 4 15,1 8 22,4 13 19,4 12 21,9 18,1
FDP Freie Demokratische Partei 6,6 4 9,9 5 5,4 3 11,0 7 9,0 7,0
WIDAB Wählerinitiative „Die Aschersleber Bürger“ 5,0 3 5,4 3 4,3 3 3,8 2 2,9 1,3
WsGS Wahlbündnis für soziale Gerechtigkeit Salzlandkreis 3,0 2
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 2,6 1 5,8 3 3,9 2 2,4 2 2,4 2,3
WG E-S-W Wählergemeinschaft Elbe-Saale-Winkel 2,3 1 1,6 1 1,4 1
UBvS Unabhängige Bürgervertretung Staßfurt 1,6 1 0,9 1
FB Saale-Wipper Freie Bürger Saale-Wipper-Wählergruppe 0,8 1 0,8
N.E.U. Nienburg.Ehrlich.Unabhängig 0,7 0
WGH Wählergemeinschaft Hecklingen 0,6 0
EB Einzelbewerber 0,4 0 0,1 0 0,3 0,7
ALC Alternative Liste Calbe 1,1 1 1,7 1 1,1 1 0,9
FW FREIE WÄHLER 0,9
UWGE Unabhängige Wählergemeinschaft Egeln 0,7 1 1,7 1 0,7
UWG
Salzland
Unabhängige Wählergemeinschaft Salzland 3,3 2 0,8 1
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 2,8 2 2,9 2 0,3
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft Schönebeck 1,5 1 0,8 1,1
WASG Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit 0,7 0
Offensive D Offensive D 0,5 0 0,9
WGH Wählergemeinschaft Hecklingen 0,5 0
Cönneraner UWG Cönneraner Unabhängige Wählergemeinschaft 0,5 0 0,8 0,3
REP Die Republikaner 0,4 0
Sb Stf Sauberes Staßfurt 0,4 0 0,7 0,7
FWG Biere Freie Wählergemeinschaft Biere e. V. 0,3 0 0,4 0,4
Tierschutz Partei Mensch Umwelt Tierschutz 0,3 0
DSU Deutsche Soziale Union 0,2 0 0,8 1,2
KPD Kommunistische Partei Deutschlands 0,2 0
FBG Freie Bürger Giersleben 0,1 0
Sonst. Sonstige 0,4 1,0
Gesamt 100 54 100 54 100 60 100 60 100 100
Wahlbeteiligung 57,4 % 49,6 % 40,7 % 34,6 % 37,6 % 47,2 %

Landrat

Bauer wurde bei der Landratsstichwahl am 15. Juni 2014 mit 52,6 % der gültigen Stimmen gewählt. Bei der Landratswahl am 24. Januar 2021 wurde er mit 65,2 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt. Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.

Wappen

Das Wappen wurde am 29. Oktober 2007 durch das Ministerium des Innern von Sachsen-Anhalt genehmigt.

Gestalter des Wappens sind Joachim Grossert (Inhalt) und Kathrin Telle (Grafik).

Flagge

Die Flagge ist rot-weiß (1:1) bestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Landkreiswappen belegt.

Logo

Das Logo bildet das Wappen des Salzlandkreises ab im Zusammenhang mit dem Schriftzug des Landkreisnamens und einem roten Unterstrich als Kennzeichen der Landkreis-Farben (Rot-Weiß). Einrichtungen des Salzlandkreises können ihre Bezeichnung unter der roten Linie einfügen.

Symbol

Das Symbol enthält in leicht abgewandelter Form die Motive des Wappens in lockerer Anordnung in einem transparenten Wappenschild, in dessen Hintergrund die Flagge des Landkreises abgebildet ist. Der Schriftzug des Landkreisnamens bekrönt den Wappenschild.

Das Symbol kann von jedermann benutzt werden, um einen Zusammenhang mit dem Salzlandkreis visuell herzustellen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Salzlandkreis Platz 390 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „hohen Zukunftsrisiken“. Der Zukunftsatlas 2019 listet den Salzlandkreis auf demselben Platz.

Auf dem fruchtbaren Bördeboden im Norden des Landkreises dominiert die Landwirtschaft. In Könnern steht die neben Klein Wanzleben (Landkreis Börde) und Zeitz (Landkreis Burgenlandkreis) dritte Zuckerfabrik Sachsen-Anhalts. In Gatersleben wird Pflanzenbiotechnologie erforscht und betrieben.

Schwerpunkte der Industrie des Landkreises liegen in den vier größten Städten des Kreises, so in Bernburg (Zement-, Salz-, Chemie und Pharmazieproduktion), in Aschersleben (Vliesstoffproduktion, Werkzeugmaschinen- und Anlagenbau), in Schönebeck (Maschinen- und Anlagenbau, Sportmunition), sowie in Staßfurt (Fernsehgeräte und Satellitenreceiver, Sodaproduktion, Maschinen- und Anlagenbau).

Verkehr

Die nördlichste Stadt Schönebeck (Elbe) liegt ebenso wie Calbe (Saale) an der überregionalen Bahnstrecke Magdeburg–Leipzig, außerdem wird das Kreisgebiet von den Bahnstrecken Halle–Vienenburg und Berlin–Blankenheim erschlossen. Die Kreisstadt Bernburg liegt an der Nebenstrecke Köthen–Aschersleben.

Der Busverkehr wird von der Kreisverkehrsgesellschaft Salzland durchgeführt.

Ein der wichtigsten Verkehrsadern im Landkreis ist die Bundesautobahn 14, die ihn von Nord nach Süd durchschneidet. Parallel dazu verläuft die Bundesstraße 71, die den regionalen Verkehr aufnimmt. Die im Norden des Harzes verlaufende Bundesautobahn 36 verbindet den Landkreis mit den Autobahnen 7 und 9.

Durch den Salzlandkreis führen verschiedene internationale und überregionale Radfernrouten. Dazu zählen die Eurovelo Hauptstadt-Route (EV2) (verlaufsgleich mit Europaroute (D3) und Europaradweg R1) sowie die D-Routen Elberadweg (D10), Ostsee–Oberbayern (D11) und der Radweg Deutsche Einheit.

Die Bundeswasserstraße Elbe bildet anfangs die östliche Kreisgrenze und durchfließt im weiteren Verlauf den Kreis.

Der ehemalige Cochstedter Militärflugplatz ist zum Regionalflughafen Magdeburg-Cochstedt umgestaltet worden, der jedoch nicht im regulären Flugverkehr betrieben wird.

Gesundheitswesen

Im Salzlandkreis befinden sich in Staßfurt, Aschersleben, Bernburg und Schönebeck Kliniken der AMEOS-Gruppe sowie das Saale-Krankenhaus Calbe. In Bernburg sind außerdem mit der Waldklinik Bernburg und der Fachklinikum Bernburg zwei Spezialkliniken vertreten.

Schutzgebiete

Im Landkreis befinden sich 13 ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand: Februar 2017).

Gemeinden

Einheitsgemeinden
(Städte sind fett hervorgehoben)
(* Sitz des Landkreises)

Wappen Gemeinde Einwohner
Fläche
in km²
Aschersleben
Barby
Bernburg (Saale) *
Bördeland
Calbe (Saale)
Hecklingen
Könnern
Nienburg (Saale)
Schönebeck (Elbe)
Seeland
Staßfurt

Verbandsgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden
(* Sitz der Verbandsgemeinde)

Wappen Mitgliedsgemeinde Einwohner
Fläche
in km²
Bördeaue
Börde-Hakel
Borne
Egeln *
Wolmirsleben
Alsleben (Saale)
Giersleben
Güsten *
Ilberstedt
Plötzkau

Gebietsänderungen

Die Anzahl der Gemeinden verringerte sich von 1. Januar 2008 bis 15. Juli 2009 von 76 auf 53.

Veränderungen auf Gemeindeebene

Gemeindeneugründungen

Eingemeindungen

Veränderungen bei Verwaltungsgemeinschaften

Somit verringerte sich die Anzahl der Verwaltungsgemeinschaften von 29. Dezember bis 15. Juli 2009 von elf auf sieben.

Am 1. Januar 2010 wurden die verbliebenen sieben Verwaltungsgemeinschaften aufgelöst und zwei Verbandsgemeinden neu gegründet.

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 2007 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen SLK zugewiesen. Seit dem 29. November 2012 sind auch die Unterscheidungszeichen ASL (Aschersleben), BBG (Bernburg (Saale)), SBK (Schönebeck(Elbe)) und SFT (Staßfurt) erhältlich.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Salzlandkreis.

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