Der Landkreis Nordhausen ist der nördlichste Landkreis von Thüringen. Der 1952 in der DDR gegründete Kreis Nordhausen ist deckungsgleich mit dem heutigen Landkreis Nordhausen. Von 1816 bis 1952 gehörte der überwiegende Teil der Region zum Landkreis Grafschaft Hohenstein. Er ist der einzige Landkreis in den Neuen Ländern, der seit der Wiedervereinigung unverändert besteht.
Im Norden wird der Landkreis vom Harz begrenzt, im Süden von den Höhenzügen des Dün, der Hainleite und der Windleite. Die höchste Erhebung befindet sich mit im Harz, an der Grenze zu Niedersachsen.
Es ist der einzige Thüringer Landkreis, der Anteil am Harz hat.
Nachbarkreise sind im Norden und Osten die beiden sachsen-anhaltischen Landkreise Harz und Mansfeld-Südharz, im Süden der Kyffhäuserkreis, im Westen der Landkreis Eichsfeld und im Nordwesten die niedersächsischen Landkreise Göttingen und Goslar.
Die größten Flüsse sind die Helme, die Zorge und die Wipper.
Außerdem befinden sich noch einige mit Wasser gefüllte Karsterscheinungen wie das Große Seeloch bei Kleinwechsungen im Landkreis Nordhausen.
Die erwähnenswertesten Standgewässer sind die Kiesteiche zwischen Nordhausen und Heringen, die Laugenstapelbecken bei Wipperdorf, der Speicher bei Schiedungen, die Talsperre Neustadt und zwei Teiche am Riedgraben bei Werther.
Die Südharzer Karstlandschaft in den Kreisen Nordhausen, Mansfeld-Südharz und dem Altkreis Osterode am Harz ist einzigartig und für den Naturschutz und die nachhaltige Regionalentwicklung von großer Bedeutung. Sie ist daher in Teilen als Biosphärenreservat ausgewiesen. Außerdem existiert dazu der Karstwanderweg.
Im Jahr 2024 befinden sich 16 ausgewiesene Naturschutzgebiete im Landkreis.
Mittelpunkt und Verwaltungssitz ist die Stadt Nordhausen, die von 1220 bis 1802 Freie Reichsstadt war. Im Mittelalter bestanden auf dem Gebiet des heutigen Landkreises neben der Reichsstadt Nordhausen die Grafschaften Lohra, Klettenberg und Hohnstein; die Grafen von Hohnstein nahmen bis zu ihrem Aussterben im Mannesstamm 1593 eine dominierende Stellung ein.
Durch den Westfälischen Frieden fiel das Kreisgebiet 1648 zum Großteil an Kurbrandenburg. Im Jahre 1802 verlor Nordhausen seinen Reichsstadtstatus. 1816 entstand ein Kreis Nordhausen innerhalb der neugebildeten preußischen Provinz Sachsen. 1888 wurde der Kreis in Kreis Grafschaft Hohenstein umbenannt. Nordhausen war von 1882 bis 1945 kreisfreie Stadt.
Im April 1945 wurde das Kreisgebiet von der US-Armee besetzt, darauf der Sowjetischen Besatzungszone zugeschlagen und gehörte ab 1949 der DDR an. In diesem Zusammenhang wurde im Juli 1945 die Stadt Bad Sachsa in den Landkreis Osterode eingegliedert, kam also in die Britische Besatzungszone, dem späteren Niedersachsen. Grund war der Wunsch, die Bahnlinie Northeim–Nordhausen zumindest bis Ellrich durchgängig befahrbar zu lassen.
Im Oktober 1945 wurde Nordhausen Kreisstadt des nun wieder in Landkreis Nordhausen umbenannten Kreises. Daraus ging bei der Auflösung der Länder 1952 der Kreis Nordhausen hervor, der Teil des Bezirks Erfurt wurde.
Seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 gehört der Kreis, wie schon von 1945 bis 1952 als Landkreis Nordhausen, dem Land Thüringen an. Als einziger Kreis blieb er von der Thüringer Kreisreform 1994 unberührt.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1994 | 102.405 |
| 1995 | 101.870 |
| 1996 | 101.309 |
| 1997 | 100.743 |
| 1998 | 100.112 |
| 1999 | 99.355 |
| 2000 | 98.609 |
| 2001 | 97.685 |
| 2002 | 96.628 |
| 2003 | 95.620 |
| 2004 | 94.519 |
| 2005 | 93.612 |
| 2006 | 92.630 |
| 2007 | 91.762 |
| 2008 | 91.120 |
| 2009 | 90.357 |
| 2010 | 89.963 |
| 2011 | 89.192 |
| 2012 | 85.921 |
| 2013 | 85.380 |
| 2014 | 85.055 |
| 2015 | 85.355 |
| 2016 | 85.098 |
| 2017 | 84.697 |
| 2018 | 83.822 |
| 2019 | 83.416 |
| 2020 | 82.456 |
| 2021 | 81.687 |
| 2022 | 81.811 |
| 2023 | 81.502 |
| 2024 | 80.762 |
:Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember