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http://www.waldbroel.de/

Waldbröl

160pxAbb. 1 Wappen von Waldbröl
Basisdaten
BundeslandNordrhein-Westfalen
KreisOberbergischer Kreis
Höhe280 m
PLZ51545
Vorwahl02291, 02292 (Helzen), 02295 (Geilenkausen, Neuenhähnen, Propach, Pulvermühle, Wippenkausen), 02296 (Dickhausen, Grünenbach, Rölefeld)
Gliederung64 Ortsteile
Websitewww.waldbroel.de
BürgermeisterinLarissa Weber (parteilos)

Waldbröl ist eine Kleinstadt im Süden des Oberbergischen Kreises in Nordrhein-Westfalen (Deutschland). Sie trägt den Zusatznamen „Marktstadt“.

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt liegt an den Hängen des Nutscheids und gehört zum Naturpark Bergisches Land. Die Stadt Köln liegt 64 Kilometer und die Stadt Bonn 55 Kilometer westlich von Waldbröl.

Nachbargemeinden

Der Hauptort Waldbröl ist weit größer als die Hauptorte aller Nachbarkommunen und dient diesen als Einkaufs- und Dienstleistungsstadt. Im Uhrzeigersinn beginnend im Norden sind das Reichshof, Morsbach, Wissen (Sieg), Windeck, Ruppichteroth und Nümbrecht. Im Süden stellt die Stadtgrenze auch die Bundeslandgrenze zu Rheinland-Pfalz mit seiner Verbandsgemeinde Wissen dar.

Stadtgliederung

Neben dem Kernort mit etwa 11.000 Einwohnern gibt es 64 Ortsteile:

A Alfenzingen – Altehufen
B Baumen – Bech – Bettenhagen – Bettingen – Beuinghausen – Biebelshof – Bladersbach – Bohlenhagen – Brenzingen – Bröl – Brölerhütte – Bruchhausen
D Dahl – Dickhausen – Diepenthal – Diezenkausen – Drinhausen
E Escherhof – Eichen
F Fahrenseifen
G Geilenkausen – Geiningen – Großenseifen – Grünenbach – Grunewald
H Hahn – Happach – Heide – Helten – Helzen – Herfen – Hermesdorf – Hillesmühle – Hochwald – Hoff – Hufen
K Krahwinkel
L Luetzingen
M Mühlenbach
N Neuenhähnen – Niederhausen – Niederhof
P Propach – Puhl – Pulvermühle
R Rölefeld – Romberg – Rossenbach – Rottland – Ruh
S Schnörringen – Schönenbach – Seifen – Spurkenbach
T Thierseifen
V Vierbuchen – Vierbuchermühle
W Wehn – Wies – Wilkenroth – Wippenkausen
Z Ziegenhardt

Geschichte

1131 wurde der Ort als Waltprugele in einer päpstlichen Besitzbestätigung für das Stift St. Cassius in Bonn das erste Mal urkundlich erwähnt. Papst Innozenz II. bestätigte in der Urkunde den Besitz der Kirche und des Zehnten in Waldbröl. Die Siedlung gehörte zu dieser Zeit zum Einflussbereich der ersten Grafen von Berg wie auch der Sayner. Im gleichen Jahr begann man auch mit dem Bau einer neuen Kirche, deren Turm heute noch steht (evangelische Kirche). 1174 kam Waldbröl an die Herrschaft Homburg, die den Grafen von Sayn gehört. Die Besitzverhältnisse zwischen den Grafen von Berg und von Sayn blieben jedoch umstritten.

1212 fand der erste Einwohner von Waldbröl in einer Schenkungsurkunde Erwähnung, als der hier ansässige Priester Wolradus Besitztum an die Siegburger Abtei Michaelsberg überträgt. 1261 wurden die Rittergeschlechter von Isengarten, im Jahr 1300 von Diezenkausen und im Jahr 1323 von Beuinghausen das erste Mal genannt. Sie waren lange Zeit Ministeriale der Grafen von Sayn und von Berg und empfingen von den Grafen im Bereich der heutigen Stadt Lehensbesitz.

1314 erlebte Waldbröl eine Pestepidemie und eine große Hungersnot. Die ersten heutigen Ortsteile von Waldbröl wurden im Jahr 1316 erwähnt. 1575 fanden sich fast alle heutigen Ortsteile auf einer Karte von Arnoldus Mercator wieder.

Im Jahr 1604 fiel Waldbröl durch den Siegburger Vergleich an das Herzogtum Berg und wurde dem Amt Windeck zugeschlagen. Als Johann Wilhelm, der letzte Herzog von Jülich-Kleve-Berg, im Jahr 1609 starb, erhielt das Wittelsbacher Herzogtum Pfalz-Neuburg im Vertrag von Xanten Berg und damit auch Waldbröl zugeschrieben.

Von 1816 bis 1932 war Waldbröl Landratssitz des zu jener Zeit bestehenden preußischen Landkreises Waldbröl.

1912 besuchte der damals noch wenig bekannte englische Romancier D. H. Lawrence die in Waldbröl lebende Kusine Hannah Krenkow. Neben zahlreichen Briefen an seine Geliebte Frieda von Richthofen verfasste Lawrence in Waldbröl Teile des Romans „Sons and Lovers“ („Söhne und Liebhaber“), der im Jahr darauf erschien und den Weltruhm des Autors begründete.

1913 erhielt die Stadt Besuch von Kaiser Wilhelm II., ihm zu Ehren wurde die Hauptstraße in „Kaiserstraße“ umbenannt.

Der aus Niederbreidenbach bei Nümbrecht stammende Robert Ley, einer der führenden Repräsentanten des Nationalsozialismus, beabsichtigte, aus Waldbröl die „größte Stadt zwischen Köln und Kassel“ zu machen. Geplant wurden unter anderem die so genannten „Volkstraktorenwerke“, eine „Adolf-Hitler-Schule“ und ein KdF-Hotel. Mit den Planungen wurde Clemens Klotz beauftragt. Umgesetzt wurde davon nichts bis auf das Hotel nach einem Entwurf von Karl Preus, das aber auch nicht fertig wurde. Die Einwohnerzahl sollte auf bis zu 300.000 steigen. Es sollten eine U-Bahn, Kasernen, ein Theater, ein Kino sowie eine Autobahnanbindung eingerichtet werden. Die Planungen liefen bis zum Herbst 1944, blieben jedoch aufgrund der Kriegsentwicklung und Leys schwindendem Einfluss in den Grundzügen stecken. Lediglich die topographischen Untersuchungen des Garten- und Landschaftsgestalters Wilhelm Heintz, der zuvor bereits an der Entwicklung der Stadtpläne der „Stadt der Hermann-Göring-Werke“ (Salzgitter) und der „Stadt des KdF-Wagens“ (Wolfsburg) beteiligt war, wurden weitgehend abgeschlossen. Von den wenigen errichteten Bauten ist bis auf einige Bauruinen nur das „KdF-Hotel“ erhalten, das nach dem Krieg als Krankenhaus, dann der Bundeswehr und seit 2006 einer buddhistischen Glaubensgemeinschaft als Begegnungsstätte dient. Außerdem existiert noch das ehemalige Architektenhaus der geplanten Adolf-Hitler-Schule. Es ist seit den frühen 1950er Jahren das Schullandheim des Humboldt-Gymnasiums Düsseldorf.

1957 bekam Waldbröl als dritte Gemeinde im Oberbergischen Kreis das Stadtrecht verliehen.

Von 1990 bis 2006 war Waldbröl Standort der hier gegründeten Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation, die – gleich ihren Vorgänger-Einrichtungen „Zentrum für Transformation“, „Schule für psychologische Verteidigung“, „Akademie für Kommunikation“, „Amt für Studien und Übungen“ und „Zentrum für Analysen und Studien“ – im oben genannten „KdF-Hotel“ untergebracht wurde.

Ab 1972 war Waldbröl Ziel starker Zuwanderung von (Spät-)Aussiedlern aus der Sowjetunion bzw. der GUS; wenigstens 3.000 Zuwanderer wurden zu Neubürgern allein von Waldbröl. Dieser Prozess wurde unter anderem dadurch gefördert, dass der in Waldbröl beheimatete Horst Waffenschmidt von 1988 bis 1998 Aussiedlerbeauftragter der Bundesregierung war.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1925 7.143
1950 11.167
1953 11.266
1957 11.601
1967 12.941
1990 16.244
1999 18.634
Jahr Einwohner
2003 19.436
2004 19.625
2005 19.636
2006 19.563
2007 19.567
2017 19.415

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat ist die kommunale Volksvertretung der Stadt Waldbröl. Über die Sitzverteilung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl. Das Wahlergebnis der Stadtratswahl vom 13. September 2020 und die sich daraus ergebende Sitzverteilung zeigen die nebenstehenden Diagramme.

Bürgermeisterin

Zur Bürgermeisterin gewählt wurde 2020 Larissa Weber (parteilos) mit 64,96 Prozent der Stimmen.

Wappen

Der Stadt Waldbröl ist mit Urkunde des Innenministers vom 19. Juli 1952 das Recht zur Führung des folgenden Wappens verliehen worden:

Flagge und Banner

Der Stadt Waldbröl ist mit Urkunde des Innenministers vom 27. September 1958 das Recht zur Führung der folgenden Flaggen verliehen worden:

; Bannerflagge

; Hissflagge

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bildung

In der Stadt gibt es drei Gemeinschafts-Grundschulen in Hermesdorf, Isengarten und Wiedenhof. Weiterführende Schulen sind die Roseggerschule (Förderschule), die Gemeinschafts-Hauptschule, die städtische Realschule, die Gesamtschule und das Hollenberg-Gymnasium.

Bei den Berufsschulen sind das Berufskolleg Oberberg, Abt. Waldbröl, und die Krankenpflegeschule Kreiskrankenhaus Waldbröl (die seit dem 1. April 2005 zusammen mit der Krankenpflegeschule des Kreiskrankenhauses Gummersbach zum GBZ Oberberg zusammengefasst wurde) zu nennen.

Als weitere Aus- und Weiterbildungseinrichtung ist hier eine Zivildienstschule des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben ansässig.

Theater

Der Verein WKTheater – Theater im Waldbröler Kulturtreff e. V. führt in der Aula des Hollenberg-Gymnasiums regelmäßige Theateraufführungen auf.

Religionen

Die evangelische Kirchengemeinde trifft sich in der evangelischen Stadtkirche, die katholische Pfarrgemeinde in St. Michael.

Neben den beiden großen Glaubensgemeinschaften sind auch verschiedene Freikirchen ansässig, darunter die Freie Evangelische Gemeinde, die Christen-Baptisten Gemeinde, die Christen-Mennoniten-Brüdergemeinde, die Christliche Versammlung, die Apostolatsgemeinde der Vereinten Herzen Jesu und Mariens sowie Zeugen Jehovas.

Für die islamische Gemeinde gibt es in der Stadt eine Moschee.

Seit Herbst 2008 praktizieren buddhistische Mönche und Nonnen aus der Tradition des vietnamesischen Zen-Lehrers Thich Nhat Hanh am Europäischen Institut für Angewandten Buddhismus (EIAB), das seinen Sitz im ehemaligen KdF-Hotel hat und auch Kurse für interessierte Laien anbietet.

Konfessionsstatistik

Der Anteil der Bevölkerung mit evangelischer Konfession beträgt 42,7 %, der Anteil mit katholischer Konfession 22,7 % (Stand 31. Dezember 2018)

Bauwerke

Natur und Naturschutz

Regelmäßige Veranstaltungen

In der Stadt finden regelmäßig der Waldbröler Vieh- und Krammarkt, das Stadtfest, ein Weihnachtsmarkt sowie diverse andere Veranstaltungen statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Aufgrund seiner Bedeutung als wirtschaftliches und Verkehrs-Zentrum des südlichen Oberbergischen Kreises hat Waldbröl 1957 Stadtrecht erhalten. Städtisches Gepräge zeigt sich an Kennziffern wie Einzelhandelszentralität (132 %), Schülerquote (23 %), Kriminalitätsrate und Verkehrsunfall-Häufigkeit (43 % bzw. 39 % über Kreisdurchschnitt).

76 % der Beschäftigten sind im tertiären Sektor tätig, verarbeitendes Gewerbe ist vergleichsweise gering vertreten, der Pendlersaldo negativ.

In der Stadt befinden sich zwei Gewerbegebiete:

Das Firmenspektrum ist breit gefächert und reicht von Getriebe- und Ladenbau über Elektrowärmetechnik, Kunststoffverarbeitung, Paletten- und Haushaltsgeräteherstellung zum Holz- und Metallbau.

Schienen- und Busverkehr

Waldbröl besitzt einen Bahnhof an der Wiehltalbahn (Bahnstrecke 2680), welche derzeit nur im Güter- und Touristikverkehr befahren wird. 1965 war auf dieser der Personenverkehr eingestellt worden, am 5. Oktober 1994 auch der Güterverkehr.

Eine Bürgerinitiative setzt sich seitdem für den Erhalt der inzwischen denkmalgeschützten Strecke ein.

Der Personenverkehr auf der Strecke Bielstein–Waldbröl wurde bereits 1957 aufgegeben, die Gleise verschwanden 1966.

Im regelmäßigen Schienenpersonennahverkehr ist Waldbröl daher nur vom Bahnhof Dieringhausen an der Oberbergischen Bahn von Köln Hauptbahnhof über Overath, Gummersbach in Richtung Lüdenscheid und ab dem Bahnhof Schladern (Sieg) an der Siegstrecke von Köln über Troisdorf – Siegburg – Hennef – Au (Sieg) – Betzdorf nach Siegen erreichbar.

Im Straßenpersonennahverkehr verkehren vom Busbahnhof die folgenden Linien zu allen Nachbargemeinden:

Linie Linienweg Mo – Fr. Sa. So.
Waldbröl – Nümbrecht – Wiehl – Bomig – Dieringhausen – Gummersbach 60 Min. 60 Min. 5 Fahrten
Waldbröl – Denklingen – Eckenhagen – Derschlag – Bernberg – Gummersbach 60 Min. 60–120 Min. 60–120 Min.
Waldbröl – Diezenkausen – Wilkenroth – Oberbreidenbach – Nümbrecht 7–10 Fahrten(in den Ferien nur als Taxibus) 4 Fahrten Taxibus kein Verkehr
Waldbröl – Nümbrecht – Bielstein – Ründeroth 11 Fahrten 5–6 Fahrten kein Verkehr
Waldbröl – Wallerhausen – Holpe/Herbertshagen – Morsbach 60 Min. 60 Min. 120 Min. (Taxibus)
Waldbröl – Spurkenbach – Schönenbach – Rommen – Schladern (- Rosbach) 60 Min. 60 Min. 60–90 Min.
Waldbröl – Wies – Kohlberg – Rosbach – Leuscheid 6 Fahrten kein Verkehr ab Waldbröl kein Verkehr ab Waldbröl
Waldbröl – Holpe – Kohlberg – Hurst – Rosbach 9 Fahrten 4 Fahrten (TaxiBus) kein Verkehr ab Waldbröl
Waldbröl – Wildbergerhütte – Eckenhagen 10 Fahrten 4 Fahrten 3 Fahrten
Waldbröl – Bladersbach – Benroth – Harscheid/Schönhausen 6–7 Fahrten (TaxiBus) 3 Fahrten (TaxiBus) kein Verkehr
Waldbröl – Ruppichteroth – Hennef (30 -) 60 Min. 60 Min. 60 Min.
2006 versuchten Kommunalpolitiker, die Bahnstrecke 2680 von Osberghausen nach Waldbröl stillzulegen. „Der völlig verschuldeten Stadt Waldbröl war die Angelegenheit so wichtig, dass sie sich über die Sparauflagen der Bezirksregierung hinwegsetzte. Sie nahm ohne Genehmigung einen Kredit über 430 000 Euro beim Landesbetrieb Straßenbau auf, um den Kaufpreis zahlen zu können.“ Nachdem Gerichte zugunsten des Weiterbetriebs entschieden hatten, wurde die Auseinandersetzung 2011 beigelegt.

Straßen

Die Stadt ist über die Bundesstraßen 256 und 478 an das überregionale Straßennetz angebunden.

Durch die Lage im Bergischen Land gibt es ein gut ausgebautes Netz von Wanderwegen. (Wanderwege im Oberbergischen Land). Fast alle Wanderwege werden vom Sauerländischen Gebirgsverein e. V. (SGV) betreut.

Öffentliche Einrichtungen

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Waldbröl

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