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http://www.oscherslebenbode.de/

Wappen
Basisdaten
ArtStadt
BundeslandSachsen-Anhalt
LandkreisBörde
Höhe85
PLZ39387
Vorwahl03949, 039408, 039407
Gemeindeschlüssel15083415
AdresseMarkt 1, 39387 Oschersleben (Bode)
Websitewww.oscherslebenbode.de
BürgermeisterBenjamin Kanngießer
Parteiparteilos

Oschersleben (Bode) liegt im Landkreis Börde des Landes Sachsen-Anhalt. Die Stadt liegt inmitten der Magdeburger Börde und wurde durch die umgebenden fruchtbaren Schwarzerdeböden stark landwirtschaftlich geprägt. Sie hat eine mehr als 1000-jährige Geschichte.

Bekannt ist Oschersleben für die 1997 erbaute Motorsport Arena Oschersleben. Die Rennstrecke, auf der bereits viele nationale und internationale Rennen ausgetragen wurden, ist eine von fünf permanenten Rennstrecken in Deutschland.

Geographie

Oschersleben liegt in der Magdeburger Börde, ca. 35 km südwestlich von Magdeburg. Hier mündet der Große Graben, der von der Schöninger Aue und dem Hohlebach gespeist wird, in die Bode, die in Oschersleben den nördlichsten Punkt erreicht. Dieses Gebiet wird aufgrund der Ausdehnung des Gewässernetzes als Großes Bruch bezeichnet.

Geologie

Die Stadt liegt geologisch im mitteldeutschen Bruchschollenland. Genauer betrachtet liegt Oschersleben auf der Oscherslebener-Bernburger Scholle in der Subherzynischen Senke. An der Oberfläche findet man Gesteine des Keupers mit gering durchlässigen Ton- und Schluffsteinen. Diese Scholle wird begrenzt durch die Allertal-Störung und den Lappwald, im Westen durch die Asse, im Osten durch den Halleschen Vulkanitkomplex und im Süden durch den Harz.

Weiterhin liegt Oschersleben am Rande des Oschersleben-Egeln-Staßfurter Salzsattels. Wegen des Vorkommens von Braunkohlen im Randbereich des Sattels wurden in der Vergangenheit Tagebaue in den Ortsteilen Hornhausen, Jakobsberg, Neindorf und Klein Oschersleben betrieben. Mittlerweile sind alle Gruben in diesen Bereich wieder verfüllt.

Im Bodetal sind quartäre, frühsaalekaltzeitliche Schotter vorhanden. Das Grundwasser hat nur einen geringen Abstand zur Oberfläche.

Als Bodentyp ist die Schwarzerde im Einzugsgebiet der Stadt weit verbreitet. Dieser fruchtbare Boden hat die Stadt über Jahrhunderte stark landwirtschaftlich geprägt.

Klima

Die Stadt liegt in der gemäßigten Klimazone und im Regenschatten des Harzes.

Stadtgliederung

Die Stadt Oschersleben (Bode) ist eine Einheitsgemeinde und gliedert sich in die Ortsteile

  • Alikendorf
  • Altbrandsleben
  • Ampfurth
  • Andersleben
  • Beckendorf
  • Emmeringen
  • Groß Germersleben
  • Günthersdorf
  • Stadt Hadmersleben
  • Hordorf
  • Hornhausen
  • Jakobsberg
  • Jakobsberg Siedlung
  • Kleinalsleben
  • Klein Oschersleben
  • Neindorf
  • Neubrandsleben
  • Peseckendorf
  • Schermcke

Wohnplätze der Stadt sind:

Am 1. Juli 2014 ist das neue Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt in Kraft getreten. In dessen §14 (2) wird den Gemeinden die Möglichkeit gegeben, den Ortsteilen, die vor der Eingemeindung Städte waren, diese Bezeichnung zuzuerkennen. Die Stadt Oschersleben (Bode) hat von dieser Regelung Gebrauch gemacht. Ihre Hauptsatzung ist in der jetzigen Fassung mit Wirkung vom 8. Juli 2017 in Kraft getreten. Im §1 werden die Ortsteile und im §14 (1) die Ortschaften mit ihren amtlichen Namen aufgeführt.

Geschichte

Mittelalter und Neuzeit

Oschersleben wurde angeblich 814 in den Stiftungsbriefen des Kaisers Ludwig des Frommen unter dem Namen Oscheresleve im Harzgau erwähnt, jedoch sind derzeit keine Originaldokumente darüber vorhanden. Die Urkunde Ludwigs des Frommen vom 2. September 814, in der auf eine Gründung durch Karl den Großen verwiesen wird, ist eine Fälschung aus dem 12. Jahrhundert.

Am 23. November 994 wurde Oschersleben dann erstmals nachweislich in einer Urkunde von König Otto III., in der er Quedlinburg das Marktrecht verlieh, als Nordgrenze seines Bereiches erwähnt: „palus quae ex Oscheresleuo tenditur usque Hornaburch (der Sumpf, welcher von Oschersleben bis Hornburg sich ausdehnt)“. Zu diesem Anlass wurde 1994 die 1000-Jahr-Feier begangen.

Der Namenforscher Jürgen Udolph deutet den Ortsnamen als „Ansgers Erbe“. Der Vorname zeigt die für das Altsächsische und andere nordseegermanische Sprachen typische Lautentwicklung ans- > ôs-. Trotz oberflächlicher Ähnlichkeit ist eine Herleitung von Oskar unwahrscheinlich, da dieser Name sich erst im 19. Jahrhundert von Schottland aus auf das europäische Festland verbreitete. Der zweite Bestandteil ist das an der mittleren Elbe häufige germanische -laiba „Hinterlassenschaft, Erbteil“, siehe dazu die -leben-Namen.

Am 27. Oktober 1010 war Oskeresleuo Ausstellungsort einer wichtigen Königsurkunde, in welcher Heinrich II. die bischöfliche Kirche von Brandenburg in seinen Schutz nahm und dem Bischof Wigo (1004–1017/19) und seinen Nachfolgern die freie der Wahl der Vögte sowie das freie Verfügungsrecht über die Zehnten aus dem Havelland und allen Provinzen des Bistums zusicherte.

Am 17. Januar 1052 kam die Grafschaft des Grafen Bernhard im Harzgau, Derlingau, Nordthüringgau und Balsamgau – und damit auch Oschersleben – durch eine Schenkung des Saliers Heinrich III. (HRR) an das expansive Bistum Halberstadt.

Der damals erst vierzehnjährige Salier Heinrich IV. „schenkte“ am 6. September 1065 in Osckerslevo unter der Vormundschaft seines alleinigen Regenten Bischof Adalbert von Bremen die wichtige Reichsabtei Corvey dem Erzbistum Bremen.

Im 12. Jahrhundert befand sich Oschersleben im Besitz des Pfalzgrafen von Sommerschenburg. Später im Jahr 1207 wurde Oschersleben dann dem Bistum Halberstadt zugeordnet und anschließend mehrmals an das Bistum Magdeburg versetzt. Im Jahre 1339 ging die Stadt dann in den Pfandbesitz der Grafen von Reinstein über. Im Jahre 1399 wechselte der Besitz wieder in die beiden Adelsgeschlechter von Veltheim und von Wenden. Ein weiterer Wechsel der Besitzverhältnisse vollzog sich im Jahre 1484, dort wurde die Stadt den von Hoym und den Asseburgern zugeordnet. Erst im Jahre 1545 fiel Oschersleben wieder an das Bistum Halberstadt zurück.

Eine Urkunde, wann Oschersleben das Stadt- oder Marktrecht erhielt, ist nicht vorhanden. Allerdings wurden die Einwohner 1235 schon als „Burgenses“ (Bürger) bezeichnet. Die Befestigungsanlagen fanden ab dem 15. Jahrhundert Erwähnung.

Kirchlich gehörte die Stadt stets zum Bistum Halberstadt, war Sitz eines Archidiakonats und führte 1540 die Reformation durch.

Die ursprüngliche Dorfsiedlung lag dicht am Bruch westlich und südwestlich der späteren befestigten Stadt und wird in Urkunden das „alte Dorf“ oder antiqua villa genannt. Der Begriff Altes Dorf blieb für die westliche Vorstadt später erhalten und findet als Straßenname bis in unsere Zeit Verwendung. In dieser alten Dorfsiedlung lag die Stephanskirche, angeblich 806 von Bischof Hildegrim gegründet.

Südöstlich des Alten Dorfes, ganz nah dem Bruch im Süden vorgeschoben, lag die alte Burg Oschersleben, deren Entstehung wohl Anfang des 12. Jahrhunderts anzusetzen ist. Sie war mit Mauern und Graben befestigt und hatte ihren Eingang ursprünglich vom Damme her. Die Burg wurde 1545 neu erbaut und nach Norden gegen die Stadt zu erweitert. Seit dem Übergang an Brandenburg (1648) war sie kurfürstliche, ab 1701 königliche Domäne, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Privathand überging.

Nordöstlich dieser älteren Siedlungsteile wurde dann im 12. Jahrhundert die Stadt angelegt. Sie hatte eine Ausdehnung von etwa 450 × 450 m. Die Westseite war gerade, die anderen hufeisenförmig gebogen. Das Straßennetz war vor allem nach Osten völlig regelmäßig. Den Mittelpunkt bildet bis heute der rechteckige Markt, der im Norden durch das Rathaus und im Süden durch die Nikolaikirche begrenzt wird.

Über die Anlage der Stadtbefestigungen gibt es keine verbürgten Nachrichten. Bereits vor 1235 muss die Stadt befestigt worden sein – später mit Mauer, doppelten Wällen und Graben. Der Verlauf der Stadtmauer ist heute noch deutlich feststellbar. Ursprünglich bestanden an den Stadteingängen das Magdeburger Tor im Osten, das Hornhäuser- oder Oldendorpsche Tor im Westen, das Halberstädter Tor im Süden und das Neue Tor im Norden. Die Befestigung an den Toren wurde seit 1700 eingeebnet, gleichwie der Stadtgraben, der in Gärten umgewandelt wurde. Erweiterungen erfuhr die Stadt erst ab dem 19. Jahrhundert vor allem nach Norden und Westen.

Im 17. Jahrhundert fielen Teile Oscherslebens Bränden zum Opfer. Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 gelangte die Stadt an Brandenburg-Preußen. Nach der territorialen Neuordnung des Wiener Kongresses wurde sie am 1. Juli 1816 zur Kreisstadt. Bis zum Jahr 1859 war Sitz der Kreisverwaltung in Schwanebeck.

Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts setzte durch die sich rasch entwickelnde Rübenzuckerindustrie der große Zustrom von Binnenwanderern nach Oschersleben ein, bis dahin waren Ackerbau und Viehzucht die Haupterwerbszweige der Stadtbevölkerung gewesen. 1840 wurde die erste Zuckerfabrik eröffnet. Als weiterer städtischer Wirtschaftsfaktor entstand 1846 die Maschinenfabrik und Eisengießerei C. Bartels Söhne, hinzu kamen später einige Ziegelbrennereien, 1861 eine Wurst- und Fleischwaren-, 1869 eine Malzfabrik. Um 1890 wurde das Amtsgericht Oschersleben erbaut.

Oschersleben war Kreisstadt des Landkreises Oschersleben (Bode) in der preußischen Provinz Sachsen und im Land Sachsen-Anhalt, ab 1952 des Kreises Oschersleben im DDR-Bezirk Magdeburg, von 1990 bis 1994 des Landkreises Oschersleben im Land Sachsen-Anhalt, von 1994 bis 2007 des Bördekreises. Am 1. Juli 2007 wurde Oschersleben dem neugeschaffenen Landkreis Börde mit dem Kreissitz in Haldensleben zugeordnet und verlor dadurch den Status einer Kreisstadt.

Eisenbahn

Den ersten Abschnitt ihrer Bahnstrecke Magdeburg–Thale eröffnete die Magdeburg-Halberstädter Eisenbahngesellschaft am 15. Juli 1843 von Magdeburg über Oschersleben bis Halberstadt. Zeitgleich baute die Herzoglich Braunschweigische Staatseisenbahn die Hauptbahn Oschersleben–Wolfenbüttel. Zusammen mit anderen Strecken entstand über Oschersleben die erste durchgängig befahrbare Eisenbahnverbindung zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet. Durch die 1868 fertiggestellte Strecke Jerxheim–Börßum verkürzte sich die Verbindung zum kleinen Bahnknoten Kreiensen. Die Eisenbahn erforderte viele Arbeitskräfte für Bau und Betrieb und brachte weiteren wirtschaftlichen Aufschwung.

AGO Flugzeugwerke

Im Ersten Weltkrieg hatte sich in Oschersleben ein Werk der Aktiengesellschaft Gustav Otto aus München angesiedelt, das Teile für Flugzeughersteller fertigte, den Betrieb aber nach Ende des Krieges einstellen musste. In den 1920er Jahren hatte dort die Sudenburger Maschinenfabrik und Eisengießerei AG einen Zweigbetrieb, der 1930 in die Insolvenz ging.

Nach der Machtergreifung der NSDAP entstand im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht unter der Tarnbezeichnung Apparatebau GmbH Oschersleben (später AGO Flugzeugwerke) auf dem Areal ein Werk zum Lizenzbau von Flugzeugen für die Luftwaffe.

Die ersten dort gebauten Maschinen waren noch Doppeldecker: 36 Arado Ar 65, 197 Schulflugzeuge Arado Ar 66 und 77 Heinkel He 51. Es folgten 140 Sturzkampfflugzeuge Henschel Hs 123, mit dem auch die Ganzmetallbauweise bei AGO Einzug hielt, sowie 241 Übungsflugzeuge Gotha Go 145 und 223 Arado Ar 96. Die Fertigung der Aufklärer Henschel Hs 126 endete im Mai 1941 mit der Auslieferung der letzten von insgesamt 380 gebauten Maschinen. Zwischen März 1937 und demselben Monat des Folgejahres verließen auch 121 Schulflugzeuge Focke-Wulf Fw 44 die AGO-Werkshallen. Anfang 1938 kamen die ersten modernen Jagdflugzeuge des Typs Messerschmitt Bf 109 in die Fertigung, zunächst noch in der Ausführung Bf 109 D (128 Stück), dann E (80 Maschinen) und F (380 Stück), bis schließlich ab Oktober 1941 die Focke-Wulf Fw 190 in ihren fortlaufend verbesserten Ausführungen den Hauptteil der Produktion bildete. 3.454 Fw 190 verließen bis Ende Januar 1945 das Werk.

Während des Zweiten Weltkriegs mussten bei AGO in Oschersleben mehrere hundert Kriegsgefangene und verschleppte Personen aus den von der Wehrmacht besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten. Dabei verloren mindestens 71 Menschen ihr Leben, viele durch Bomben.

Wegen des bedeutenden Flugzeugwerkes wurde die Stadt im Luftkrieg des Zweiten Weltkriegs ab Juli 1943 bis Juni 1944 insgesamt sechs Mal zum Ziel amerikanischer Luftangriffe. Dabei wurden 148 Menschen getötet, 300 verletzt und Tausende obdachlos.

Bei Kriegsende Anfang Mai 1945 wies das Werk schwere Schäden auf, es war zu 80 % zerstört. Es folgte die Demontage und der Abtransport alles noch Verwertbaren in die UdSSR, besonders auch aus den Zweigwerken in Hadmersleben und Bleiche. Bis 1947 wurden die Überreste der Fabrikhallen von sowjetischen Soldaten gesprengt und 1950 die Firma im Handelsregister gelöscht. Auf dem ehemaligen AGO-Gelände befindet sich heute die Motorsport Arena Oschersleben.

Eingemeindungen

Die Eingemeindungen fanden 1950 (drei Gemeinden), 1999 (Hordorf), 2002 (Beckendorf-Neindorf), 2003 (fünf Gemeinden), 2009 (drei Gemeinden) und 2010 (zwei Gemeinden) statt.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Alikendorf 01.01.2003
Altbrandsleben 01.07.2009
Ampfurth 18.01.2003
Andersleben 01.07.1950
Beckendorf-Neindorf 01.03.2002
Emmeringen 01.07.1950
Groß Germersleben 01.01.2003
Hadmersleben 01.09.2010
Hordorf 01.01.1999
Hornhausen 01.07.2009
Kleinalsleben 01.01.2003
Klein Oschersleben 01.01.2003
Neubrandsleben 01.07.1950
Peseckendorf 01.01.2010
Schermcke 01.07.1950
30.06.1990
01.07.2009
Eingemeindung nach Ampfurth,
Ausgliederung aus Ampfurth,
Eingemeindung nach Oschersleben (Bode)

Bevölkerung

Jahr Einwohner
1723 1068
1740 1780
1785 2243
1791 2340
1800 2861
1814 2702
1820 3002
Jahr Einwohner
1831 3257
1840 3614
1852 5537
1861 6704
1875 7831
1880 8873
1890 10.682
Jahr Einwohner
1900 13.405
1920 12.347
1930 13.750
1939 17.817
1946 21.011
1950 21.048
1960 19.126
Jahr Einwohner
1981 17.160
1988 17.347
1990 16.903
2005 17.723
2010 20.831
2015 19.883
2020 19.396
Jahr Einwohner
2021 19.193
2022 18.711
2023 18.898
2024 18.859
2025 18.855

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat von Oschersleben besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Stadt aus 28 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:

Partei / Liste Stimmenanteil
Wahl 2024
Sitze
2024
Stimmenanteil
Wahl 2019
Sitze
2019
Stimmenanteil
Wahl 2014
Sitze
2014
CDU 28,5 % 8 24,1 % 7 31,7 % 11
AfD 27,8 % 8 12,4 % 3
Freie Unabhängige Wählergemeinschaft Oschersleben & Ortsteile 16,7 % 5 19,5 % 5 14,3 % 5
SPD 13,4 % 4 20,8 % 6 31,9 % 12
Die Linke 6,2 % 2 10,9 % 3 15,5 % 6
Einzelbewerber Björn Löffler 3,4 % 1 3,2 % 1
Wir für Emmeringen 1,4 % 3,6 % 1 1,6 % 1
Bündnis 90/Die Grünen 1,3 % 3,1 % 1 1,6 % 1
Einzelbewerberin Berit Behrens 0,8 %
Einzelbewerber Harald Kersten 0,5 %
FDP 2,3 % 1 1,6 %
Insgesamt 100 % 28 100 % 28 100 % 36
Wahlbeteiligung 58,6 % 49,1 % 40,1 %

Bürgermeister

Kanngießer wurde bei der Bürgermeisterwahl am 22. März 2015 mit 60,0 % der gültigen Stimmen gewählt. Am 20. März 2022 wurde er mit 73,0 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt. Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.

Wappen

Das Wappen wurde am 18. August 1995 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Rot und Silber, vorn zwei schräg gekreuzte silberne Schlüssel mit dem Bart nach oben und nach außen; hinten auf grünem Dreiberg drei grüne Schilfstengel mit schwarzen Kolben.“

Städtepartnerschaft

Oschersleben unterhält eine Städtepartnerschaft mit dem 23 Kilometer nordwestlich entfernten Schöningen in Niedersachsen.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Bauwerke

In einigen Resten ist die Burg Oschersleben erhalten. Weitere historische Bauwerke sind das barocke Rathaus Oschersleben von 1691, die neugotische evangelische Kirche St. Nicolai von 1881, deren spätgotischer Westbau mit zwei Türmen um 1400 errichtet wurde sowie die 1867 bis 1869 errichtete katholische Marienkirche mit Pestkreuz (14. Jahrhundert) und Strahlenkranzmadonna (15. Jahrhundert). Jüngeren Datums ist die Neuapostolische Kirche.

Östlich der Stadt befindet sich auf freiem Feld die Turmruine der Peseckendorfer Warte.

Der knapp einer Einschmelzungsaktion im Zweiten Weltkrieg entkommene Sämann (1914) von Stephan Walter ist heute ein Wahrzeichen der Stadt. Er wird als kleine Kopie an Touristen verkauft. Er symbolisiert den fruchtbaren Boden der Börde. Mit dem Wiesenpark Oschersleben verfügt die Stadt über einen Tiergarten.

Gedenkstätten

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

In der DDR war Oschersleben stark durch die Landwirtschaft in der Börderegion geprägt, aber auch einige Industriebetriebe siedelten sich an. Dazu zählte auch die Pumpenfabrik VEB Pumpenfabrik Oschersleben (Kombinat Pumpen und Verdichter), die bis heute noch existiert (oddesse Pumpen- und Motorenfabrik). Einer der ältesten und noch immer existierenden Betriebe ist Bodeta, der seit 1892 Süßwaren an seinem Gründungsort herstellt. In der DDR firmierte dieser Betrieb als VEB Süßwarenfabrik „Bodeta“ Oschersleben und war in das Kombinat Süßwaren eingegliedert.

Der mit der Kreisreform 1994 gebildete Bördekreis (bestehend aus den Altkreisen Wanzleben und Oschersleben) fusionierte am 1. Juli 2007 mit dem Ohrekreis zum Landkreis Börde mit Sitz in Haldensleben. Oschersleben verlor damit den Status einer Kreisstadt.

Das Krankenhaus, das 1894 gegründet wurde, fusionierte 1996 mit dem Kreiskrankenhaus des Altkreises Wanzleben zur Bördeklinik. 2002 wurde der Neubau im Ortsteil Neindorf eröffnet, 2006 wurde die Klinik privatisiert. 2014 kam die Bördeklinik, ein Regelversorger mit ca. 200 Betten, in die Trägerschaft der Helios Kliniken.

Als erstes Unternehmen, welches sich nach der Wende in Oschersleben ansiedelte, begann 1991 die Kebotherm GmbH & Co.KG in einem Werk an der Anderslebener Straße Fenster und Türen zu produzieren, gefolgt 1997 von einem zweiten Werk am Pfefferbach.

Agrarfrost baute 1992 ein Kartoffelverarbeitungswerk für die Herstellung von Pommes frites und Kartoffelchips. Das Werk verarbeitet jährlich über 140.000 Tonnen Kartoffeln.

Im Juli 1997 wurde die Motorsport Arena Oschersleben als Multifunktionsrennstrecke am Ostrand der Stadt eingeweiht. Mit dem angeschlossenen Gewerbegebiet sowie einem integrierten Hotel und dem Campingplatz konnten neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Verkehr

Straße

Durch Oschersleben verläuft die Bundesstraße 246. Dieser Teil der Bundesstraße beginnt in Neuwegersleben an der B245 und führt dann Richtung Osten bis zur B246a in Wanzleben. Weiterhin wird das Stadtgebiet in Nord-Süd-Richtung von der Landstraße L24 gequert. Das Stadtgebiet ist über die nach Norden verlaufende L24 mit der Bundesautobahn 2 und über die B246 und B246a in östlicher Richtung mit der Bundesautobahn 14 verbunden.

Eisenbahn

Oschersleben liegt an der Bahnstrecke Magdeburg–Thale, auf der stündlich Regionalexpress-Züge und zweistündlich Regionalbahnen fahren. Zudem war Oschersleben Ausgangspunkt der Bahnstrecke Oschersleben–Schöningen sowie der Bahnstrecke Oschersleben–Wolfenbüttel. Diese beiden Strecken sind inzwischen stillgelegt.

Im Stadtgebiet Oschersleben kreuzen die Bahnstrecke und die B 246 seit 2017 niveaufrei. Drei Bahnübergänge wurden durch die Unterführung ersetzt.

Busverkehr

Der öffentliche Personennahverkehr wird unter anderem durch den PlusBus des Landesnetzes Sachsen-Anhalt erbracht. Folgende Verbindungen führen ab Oschersleben:

Den Busverkehr im Landkreis Börde betreibt die BördeBus Verkehrsgesellschaft.

Sport

Der derzeit größte Sportverein ist der Oscherslebener SC 1990. Dieser Verein wurde nach der Wende aus Motor/Vorwärts Oschersleben gegründet. Neben Fußball bietet er verschiedene andere Sportarten wie Basketball, Volleyball, Tischtennis und Kegeln an.

Im östlichen Bereich der Stadt Oschersleben wurde im Jahr 1997 eine 3,7 km lange permanente Motorsport-Rennstrecke eröffnet. Die Motorsport Arena Oschersleben bietet neben dem wirtschaftlichen Aspekt auch einen überregionalen Anziehungspunkt für Motorsportfreunde. Es werden dort z. B. Rennen der DTM und der WTCC ausgetragen. Um die Attraktivität der Rennen für die Zuschauer zu erhöhen, wurde 2007 die erste Kurve verlangsamt und eine zusätzliche Überholmöglichkeit eingebaut. Dadurch soll es zu spannenderen Positionskämpfen kommen. In der Motorsport Arena findet jährlich das weltgrößte Treffen von Opel-Fans statt. 2010 kamen über 65.000 Besucher mit fast 20.000 Fahrzeugen.

Persönlichkeiten

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Oschersleben_(Bode).

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