| Bundesland | Bayern |
|---|---|
| Regierungsbezirk | Oberbayern |
| Landkreis | Rosenheim |
| Höhe | 524 |
| PLZ | 83256, 83209 |
| Vorwahl | 08054 |
| Gemeindeschlüssel | 09187123 |
| Gliederung | 2 Gemeindeteile |
| Adresse | Gollenshausener Str. 1, 83254 Breitbrunn a. Chiemsee |
| Website | www.vg-breitbrunn.de |
| Bürgermeister | Georg Klampfleuthner |
| Amt | Erster Bürgermeister |
| Partei | Freie Wählergem. Chiemsee |
Die Gemeinde Chiemsee im oberbayerischen Landkreis Rosenheim besteht aus drei Inseln im Chiemsee, es gibt keinen Ort mit Namen Chiemsee. Die Gemeinde ist die bevölkerungsmäßig kleinste sowie flächenmäßig zweitkleinste Gemeinde in Bayern (nach Buckenhof). Auf 2,57 km² leben etwa 140 Einwohner. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn am Chiemsee.
Das Gemeindegebiet besteht aus den drei größeren im Chiemsee liegenden Inseln Herrenchiemsee, Frauenchiemsee und der unbewohnten Krautinsel. Der Chiemsee selbst sowie die bei Frauenchiemsee gelegene winzige Insel Schalch gehören nicht zur Gemeinde, sondern als gemeindefreies Gebiet zum Nachbarlandkreis Traunstein. Damit sind die Inseln der Gemeinde Chiemsee Exklaven des Landkreises Rosenheim, die vollständig vom Gebiet (hier: Chiemsee-Wasserfläche) des Landkreises Traunstein umgeben sind.
Es gibt zwei Gemeindeteile:
Es gibt nur die Gemarkung Chiemsee.
Folgende Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet:
Die Klöster Herren- und Frauenchiemsee wurden 782 durch Herzog Tassilo III. von Bayern gegründet. Beide Klöster erlebten nach den Zerstörungen der Ungarneinfälle zwischen dem 11. und dem 15. Jahrhundert eine Blütezeit. Die beiden Inseln Herren- und Frauenchiemsee bildeten geschlossene Hofmarken der jeweiligen dort ansässigen Klöster. Das um 1130 gebildete Augustinerchorherrenstift bildete das Domkapitel des Bistums Chiemsee. An der Spitze dieses Kapitels stand der Propst des Augustinerchorherrenstifts, der seit 1218 zugleich Archidiakon des einzigen Archidiakonates der Diözese war und seit 1446 das Recht hatte, die Pontifikalien zu tragen.
Mit der der Säkularisation 1803 wurden die Klöster Herren- und Frauenchiemsee aufgehoben. Die Inseln wurden im Zuge des Gemeindeedikts von 1818 eine selbständige politische Gemeinde, die dem Landgericht Trostberg zugeordnet war. Sie wurde 1862 dem neu gebildeten Bezirksamt Traunstein zugeteilt. Mit dem 1. Januar 1900 kam die Gemeinde zum Bezirksamt Rosenheim, dem heutigen Landkreis Rosenheim.
1836 wurde das Kloster Frauenchiemsee durch König Ludwig I. von Bayern wiedererrichtet mit der Auflage, dass die Benediktinerinnen Schulen eröffneten. Das Kloster Frauenchiemsee betrieb das Irmengard-Gymnasium mit Internat (bis 1982) und (ab 1983 bis 1995) in der Irmengard-Berufsfachschule (vormals Vorseminar für soziale Frauenberufe). Das Kloster ist heute ein wichtiges Bildungszentrum in der Region.
König Ludwig II. von Bayern kaufte 1873 die ganze Herreninsel für 350.000 Gulden, um ab 1878 hier sein Neues Schloss Herrenchiemsee zu errichten.
Die Insel Frauenchiemsee war im 19. und 20. Jahrhundert ein bedeutendes Domizil der Chiemseemaler (Künstlerkolonie Frauenchiemsee), die Künstlergruppe Die Frauenwörther veranstaltete von 1921 bis 1960 Ausstellungen in der karolingischen Torhalle (Kloster Frauenchiemsee).
Im Konventstock des Alten Schlosses Herrenchiemsee tagte vom 10. bis 23. August 1948 der Verfassungskonvent zur Vorbereitung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. An dieses Ereignis erinnert eine Ausstellung im Alten Schloss.
Das Neue Schloss Herrenchiemsee zählt seit Sommer 2025 offiziell zum UNESCO-Weltkulturerbe (als Teil von "Die Schlösser König Ludwigs II. von Bayern").
Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl der Inselgemeinde von 393 auf 211 um 182 Einwohner bzw. um 46,3 %, also um fast die Hälfte ihrer damaligen Bevölkerung – das ist der höchste prozentuale Einwohnerverlust in Bayern im genannten Zeitraum.
| Jahr | 1840 | 1871 | 1900 | 1925 | 1939 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 1991 | 1995 | 2005 | 2010 | 2015 | 2017 | 2022 | 2025 |
| Einwohnerzahl | 212 | 311 | 367 | 464 | 506 | 713 | 650 | 642 | 431 | 407 | 342 | 315 | 311 | 232 | 231 | 228 | 141 |
Seit 1995 hat die Gemeinde keine eigene Schule mehr. Abgesehen von den für die Inselbesucher ausgelegten Läden gibt es kaum Einkaufsmöglichkeiten; die Gemeinde Chiemsee besitzt allerdings die größte Gaststättendichte Bayerns.
Es existiert eine gemeindliche Lastenfähre. Die Überfahrt zur Fraueninsel erfolgt von der Fähranlegestelle am Seeplatz in Gstadt aus. Die private Chiemsee-Schifffahrt verbindet die bewohnten Inseln ganzjährig mit Prien-Stock und Gstadt am Chiemsee.
Rad- und Autofahren ist auf dem gesamten Gemeindegebiet verboten (außer für Feuerwehr, Rettungsdienst/Notarzt, Zivil-/Katastrophenschutz und Polizei sowie Bundeswehr und NATO-Truppen).
| 2026 || 2020 || 2014 || 2008 || 2002 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Sitze insgesamt | 8 | 8 | 8 | 8 | 8 |
| Freie Wählergemeinschaft Chiemsee | 8 | 8 | 7 | 6 | 6 |
| Wählergruppe Kloster | – | – | 1 | 2 | 2 |
Seit Juni 2026 ist Georg Klampfleuthner (Freie Wählergemeinschaft Chiemsee) ehrenamtlicher Erster Bürgermeister. Sein Vorgänger Armin Krämmer war 2020 gewählt worden, wurde jedoch am 8. März 2026 nicht wiedergewählt, obwohl er der einzige Kandidat war. Die Bürgermeisterwahl wurde am 13. Juni wiederholt, wobei der nunmehr einzige Kandidat Klampfleuthner 78,3 % der gültigen Stimmen erhielt.
Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Chiemsee_(Gemeinde).
Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.
Wikipedia® ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.